OB Broß (links) mit den geehrten. Fotos: Team Ralf Graner Photodesign

Im Rah­men des Neu­jahrs­emp­fangs hat Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß je eine Bür­ger­me­dail­le ver­lie­hen an die Ex-Stadt­rä­tin Hei­de Frie­de­richs, für die Grün­de­rin von „Akti­on Paten­schaft”, Eve­lyn Fischer, und an den akti­ven Sport­ler und Ver­eins­mann vom TSV Gölls­dorf, Jür­gen Schnei­der.

Er freue sich beson­ders, sag­te Broß, dass er all­jähr­lich Men­schen in der Stadt, „die sich in her­vor­ra­gen­der Wei­se für das Wohl der Rott­wei­ler Bür­ger­schaft ein­ge­bracht haben, die Bür­ger­me­dail­le der Stadt Rott­weil ver­lei­hen darf.” Frie­de­richs wur­de sie ver­lie­hen für ihr umfang­rei­ches ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment unter ande­rem als Stadt­rä­tin, aber auch bei eini­gen bür­ger­schaft­li­chen Initia­ti­ven in der Stadt. Fischer erhielt die Medail­le für die Grün­dung der Akti­on Paten­schaft im Jahr 1995 und die lang­jäh­ri­ge Füh­rung des Ver­eins. Und Schnei­der erhielt sie für sei­ne jahr­zehn­te­lan­ge akti­ve Mit­glied­schaft im Turn- und Sport­ver­ein Gölls­dorf als Sport­ler, Abtei­lungs­lei­ter, Jugend­lei­ter, Hand­ball­trai­ner, Hand­ball­schieds­rich­te und Vor­sit­zen­der des Ver­eins.

Das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment vie­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in mehr als 200 Ver­ei­nen, Hilfs-Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen mache die Stadt erst lebens­fä­hig und vor allem in beson­de­rer Wei­se lie­bens­wert, so der Ober­bür­ger­meis­ter. 

Die NRWZ ver­öf­fent­licht die jewei­li­ge Lau­da­tio des Ober­bür­ger­meis­ters auf die drei neu­en Trä­ger der Rott­wei­ler Bür­ger­me­dail­le im Wort­laut (Rede­ma­nu­skript):

Die Bür­ger­me­dail­le wird für kom­mu­nal­po­li­ti­sches, sozia­les, kul­tu­rel­les, sport­li­ches, wirt­schaft­li­ches und wis­sen­schaft­li­ches Wir­ken für das Wohl der Rott­wei­ler Bür­ger­schaft ver­lie­hen.

OB Broß mit der Geehr­ten Eve­lyn Fischer.

Die Bürgermedaille der Stadt Rottweil wird verliehen an Frau Evelyn Fischer (*1944)

  • Für die Grün­dung der Akti­on Paten­schaft im Jahr 1995 und der Über­füh­rung in einen mild­tä­ti­gen, selbst­lo­sen, gemein­nüt­zi­gen Ver­ein im Jahr
  • Für ihre lang­jäh­ri­ge akti­ve Tätig­keit als ers­te Vor­sit­zen­de der Akti­on Paten­schaft.

Sehr geehr­te Frau Fischer,

gebo­ren im hes­si­schen Mos­bach bei Aschaf­fen­burg haben Sie nach Jah­ren im Saar­land ab dem 12. Lebens­jahr im Schwarz­wald in Schön­münz­ach bei Bai­ers­bronn gelebt. Im Jahr 1974 sind Sie mit Ihrem Ehe­mann und Ihren zwei Kin­dern Mat­thi­as und Annet­te nach Rott­weil gezo­gen. Hier haben Sie als aus­ge­bil­de­te Arzt­hel­fe­rin in der eige­nen Pra­xis Ihres Man­nes Dr. Fischer mit­ge­ar­bei­tet. Ein Jahr spä­ter kam dann auch ihr Sohn Micha­el als drit­tes Kind im dama­li­gen Spi­tal in Rott­weil zur Welt.

Sie haben bereits in der Pra­xis mit vie­len Men­schen Ein­zel­ge­sprä­che geführt, wenn Sie gespürt haben, dass eine beson­de­re Situa­ti­on hin­ter der jewei­li­gen Krank­heit lie­gen könn­te.

Wäh­rend eines Urlaubs­auf­ent­halts im Aus­land hat­te ein Kind von Ihnen einen schwe­ren Unfall und Sie waren – was die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung anging – mit Ihrem Mann zusam­men ganz auf sich gestellt. Die­se eige­ne Not­si­tua­ti­on hat Sie damals zu tief­grün­di­gen Fra­gen Ihres eige­nen Wir­kens geführt und die­se Suche nach Ant­wor­ten ließ sie nicht mehr los.

Ihre zwei zen­tra­len Fra­gen lau­te­ten:

  • Was habe ich aus mei­nen Bega­bun­gen gemacht“? und
  • Was habe ich für ande­re Men­schen getan“?

Sowohl damals als auch heu­te füh­len Sie sich auf Ihrem Weg von Ihrem christ­li­chen Glau­ben an Gott gestärkt und geführt. Sie haben dadurch für sich Ant­wor­ten gefun­den und im Alter von 39 Jah­ren den Mut, Ihrem inne­ren Ruf zu fol­gen. Damals als Mut­ter von drei Kin­dern im Alter von 16, 14 und 8 Jah­ren beschos­sen Sie, mit dem Stu­di­um der Psy­cho­lo­gie in Tübin­gen zu begin­nen. Sie haben zu jener Zeit sogar Ihren zwei­feln­den Pro­fes­sor davon über­zeugt, dass die­ser Weg mach­bar ist, wenn man sel­ber den Wil­len und den Glau­ben dar­an hat, dass man es schaf­fen kann.

Stolz hat­ten Sie nach 6 Jah­ren Ihr Diplom in der Tasche.

Bereits vier Jah­re spä­ter im Jahr 1993, eröff­ne­ten Sie nach einer zusätz­li­chen Aus­bil­dung zur Ver­hal­tens­the­ra­peu­tin und mit kli­ni­scher Pra­xis­er­fah­rung Ihre eige­ne Pra­xis in Rott­weil, die Sie noch bis zum heu­ti­gen Tag füh­ren.

Lie­be Frau Fischer,

Sie sind mit Herz­blut Psy­cho­the­ra­peu­tin und haben bei Ihrer Arbeit schnell erkannt, dass es einer­seits Men­schen gibt, die etwas geben wol­len und dass ande­rer­seits Men­schen da sind, die gro­ßes Leid haben. Die­se Men­schen zusam­men zu brin­gen, das war Ihr gro­ßes Anlie­gen und der Fun­ke für Ihre Idee, schon zwei Jah­re nach Ihrer Pra­xis­er­öff­nung im Jahr 1995 die „Akti­on Paten­schaft“ für Men­schen in Not zu grün­den. Im Jahr 2004 haben Sie die Grün­dung des Ver­eins durch­ge­führt.

Die Akti­on Paten­schaft hat das Ziel, einer ein­zel­nen Per­son, einem Paar oder einer gan­zen Fami­lie in einer Lebens­kri­se bei­zu­ste­hen. Dazu gibt der Ver­ein den Hil­fe­su­chen­den soge­nann­te „Paten” an die Hand, die sie ein Stück ihres Weges beglei­ten und zwar so lan­ge, bis der not­lei­den­de Mensch aus sei­ner Lebens­kri­se her­aus­ge­fun­den hat.

Akti­on Paten­schaft Ist ein mild­tä­ti­ger, selbst­lo­ser, gemein­nüt­zi­ger Ver­ein. Sie betreu­en Men­schen, die Paten wer­den wol­len oder es schon sind.

Sie bie­ten Kur­se an in sozi­al-kom­pe­ten­tem Ver­hal­ten für Erwach­se­ne und Paa­re. Der Ver­ein hat eine Klei­der­bör­se und ver­sucht auch all das zu beschaf­fen, das Not­lei­den­den fehlt. Es gibt eine Bücher­bör­se, Spie­le­aben­de und Gedächt­nis­trai­ning.

Akti­on Paten­schaft orga­ni­siert alle vier Wochen ein Tref­fen, bei dem Frau­en und Män­ner, die ein­sam sind und sich allei­ne füh­len, für ein paar Stun­den ihren Kum­mer ver­ges­sen, sin­gen und fröh­lich sein kön­nen.

Der Ver­ein bie­tet jeden Sonn­tag von 14.00 bis 17.00 Uhr und am Hei­li­gen Abend einen Ort an, an dem sich Men­schen tref­fen, die allein ste­hend, ein­sam oder krank sind.

Sie sind auf Spen­den ange­wie­sen und ich habe erfah­ren, dass das Geld oft nicht reicht und Sie sich sel­ber nicht nur ide­ell, son­dern auch finan­zi­ell ein­brin­gen.

Lie­be Frau Fischer,

Sie sel­ber beto­nen, dass man auch als Hel­fen­de oft an Gren­zen stößt, vor allem dort, wo sich die Men­schen nicht hel­fen las­sen oder wo die Kraft nicht mehr aus­reicht.

Ihr Leit­spruch für Ihre Arbeit lau­tet den­noch:

Es gibt kei­nem ande­ren Weg zum Glück, als dass man Gutes tut.“

Gemäß die­sem Leit­spruch wün­sche ich Ihnen wei­ter­hin viel Zuspruch auf dem Weg zum Glück.

Ich dan­ke Ihnen im Namen der Stadt Rott­weil und des Gemein­de­rats, für Ihr gro­ßes Enga­ge­ment in unse­rer Stadt und freue mich, Ihnen die Bür­ger­me­dail­le der Stadt ver­lei­hen zu dür­fen.

OB Broß mit der Geehr­ten Jür­gen Schnei­der.

Die Bürgermedaille der Stadt Rottweil wird verliehen an Herrn Jürgen Schneider (*1954)

  • Für sei­ne jahr­zehn­te­lan­ge akti­ve Mit­glied­schaft im Turn- und Sport­ver­ein Gölls­dorf (TSV Gölls­dorf) als Sport­ler, Abtei­lungs­lei­ter, Jugend­lei­ter, Hand­ball­trai­ner, Hand­ball­schieds­rich­te und 1. Vor­sit­zen­der des Ver­eins
  • Für sei­ne lang­jäh­ri­ge akti­ve Mit­glied­schaft im Gre­mi­um der Gölls­dor­fer Sau­kir­be
  • Für sei­ne akti­ve Mit­glied­schaft im För­der­ver­ein Neu­bau Mehr­zweck­hal­le Gölls­dorf

Sehr geehr­ter Herr Schnei­der,

sowohl ihr Vater als auch ihre Mut­ter waren bereits im Sport­ver­ein in Gölls­dorf aktiv. Es scheint, Sie haben die Freu­de zum Sport bereits in die Wie­ge gelegt bekom­men. Schon als Kind waren sie im Turn­ver­ein und ab dem 10. Lebens­jahr Hand­ball­spie­ler.

Als Spie­ler waren Sie als Tor­wart in der Würt­tem­ber­gi­schen Junio­ren­aus­wahl und auch als Aus­wahl­spie­ler im frü­he­ren Hand­ball­be­zirk Donau/Neckar aktiv und wur­den mit dem TSV Gölls­dorf 1986 Würt­tem­ber­gi­scher Meis­ter im Groß­feld­hand­ball.

Sie waren bereits Jugend­lei­ter des Gesamt­ver­eins und 35 Jah­re lang Hand­ball- schieds­rich­ter.

Seit 41 Jah­ren sind Sie Hand­ball­trai­ner für Akti­ve Män­ner und Frau­en, Jugend, Minis und E‑Jugend. Sie waren in jun­gen Jah­ren 14 Jah­re lang Abtei­lungs­lei­ter Hand­ball. Ins­ge­samt 40 Jah­re lang waren Sie Mit­glied im Aus­schuss und in die­ser Zeit lei­te­ten Sie 18 Jah­re lang bis zum Jahr 2014 als ers­ter Vor­sit­zen­der den TSV Gölls­dorf.

Bei der Haupt­ver­samm­lung im Jahr 2014 wur­den Sie zum Ehren­vor­sit­zen­den des TSV Gölls­dorf ernannt.

Bereits im Jahr 1992 gehör­ten Sie zu den Mit­grün­dern der Spiel­ge­mein­schaft Rott­weil, die durch den TSV Rott­weil und den TSV Gölls­dorf gebil­det wur­de.

2002 wur­de die Spiel­ge­mein­schaft mit dem TSV Büh­lin­gen noch ergänzt und in Hand­ball­spiel­ge­mein­schaft (HSG) umbe­nannt und 2016 dann durch den Bei­tritt des SV Hau­sen und des SV Zim­merns erwei­tert.

Hier ist Ihnen eine inter­kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit wahr­lich gelun­gen!

Dem noch nicht genug: Seit 43 Jah­ren sind Sie Mit­or­ga­ni­sa­tor und seit 36 Jah­ren der Lei­ter des 8‑wöchigen Jugend­zelt­la­gers des TSV Göll­dorf und waren 2017 haupt­ver­ant­wort­lich für die Orga­ni­sa­ti­on des 100jährigen Ver­eins­ju­bi­lä­ums.

Herr Orts­vor­ste­her Dre­her meint: „Herr Schnei­der lebt für den TSV Gölls­dorf, und er hat den Ver­ein im Wesent­li­chen auf­ge­baut“.

Aber nicht nur der Sport ist Ihnen ein Anlie­gen, Sie tun viel dafür, dass das Gemein­schafts­le­ben in Gölls­dorf gepflegt und geför­dert wird. So waren Sie 2010 Mit­be­grün­der des För­der­ver­eins Neu­bau Mehr­zweck­hal­le Gölls­dorf, als die Stadt die Plä­ne für einen Neu­bau einer Mehr­zweck­hal­le dis­ku­tier­te. Sie waren akti­ves Mit­glied im Bau­aus­schuss und ver­tra­ten die Inter­es­sen der sport­trei­ben­den Ver­ei­ne. Der Ein­satz habe sich aus Ihrer Sicht gelohnt und der För­der­ver­ein letzt­end­lich 40.000 Euro ein­ge­bracht, wofür ich Ihnen und Ihren Mit­strei­tern an die­ser Stel­le noch­mals herz­li­chen Dank möch­te.

Seit vie­len Jah­ren sind Sie akti­ves Mit­glied im Gre­mi­um für die Gölls­dor­fer Sau­kir­be. Mit Ihrer Erfah­rung und Unter­stüt­zung sind Sie eine tra­gen­de Säu­le für die Ver­ei­ne und das Zusam­men­le­ben in Gölls­dorf.

Bereits im Jahr 2014 wur­de Ihnen für Ihr her­vor­ra­gen­des Enga­ge­ment die Lan­des­eh­ren­na­del ver­lie­hen.

Ich wün­sche Ihnen, dass Sie gesund blei­ben und sich die­sen Elan für die Arbeit wei­ter­hin noch lan­ge erhal­ten.

Ich dan­ke Ihnen im Namen der Stadt Rott­weil und des Gemein­de­rats, für Ihr über­aus gro­ßes Enga­ge­ment in unse­rer Stadt und Regi­on und freue mich, Ihnen die Bür­ger­me­dail­le der Stadt ver­lei­hen zu dür­fen.

OB Broß mit der Geehr­ten Hei­de Frie­de­richs.

Die Bürgermedaille der Stadt Rottweil wird verliehen an Frau Heide Friederichs (*1940)

  • für Ihr lang­jäh­ri­ges ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment als Mit­glied des Rott­wei­ler Gemein­de­ra­tes,
  • für Ihre Men­schen­rechts­ar­beit bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal,
  • für Ihr Arbeit bei der Initia­ti­ve Ecker­wald und in der öku­me­ni­schen Frie­dens­de­ka­de,
  • für Ihr Inter­es­se um die Städ­te­part­ner­schaf­ten, ins­be­son­de­re als Stadt­bot­schaf­te­rin in L’Aquila
  • für Ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment…
    • bei der Loka­le Agen­da 21 Rott­weil
    • bei der Bür­ger­initia­ti­ve Kapu­zi­ner
    • bei der Bür­ger­initia­ti­ve für eine Welt ohne ato­ma­re Bedro­hung
    • bei der Erich-Hau­ser-Stif­tung
  • und als Schöf­fin beim Land­ge­richt

Lie­be Frau Frie­de­richs,

wenn wir die­se lan­ge Lis­te Ihres viel­sei­ti­gen Enga­ge­ments in Rott­weil hören, soll­te man es kaum glau­ben, dass Sie sich immer noch sel­ber als „Reing­schmeck­te“ bezeich­nen.

Mit­ten im Krieg sind Sie im Jahr 1940 in Ham­burg zur Welt gekom­men und wur­den drei Jah­re spä­ter an den Boden­see eva­ku­iert. Ihre Schul­aus­bil­dung und Ihr anschlie­ßen­des Stu­di­um absol­vier­ten Sie in Frei­burg.

Im Jahr 1981 – also immer­hin vor 37 Jah­ren – sind Sie nach Rott­weil gezo­gen. Hier haben Sie an den beruf­li­chen Schu­len als Leh­re­rin die Fächer Deutsch, Geschich­te und Poli­tik unter­rich­tet.

Im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res habe ich Sie nach fast 21Jahren als Mit­glied des Gemein­de­rats aus dem Gre­mi­um ver­ab­schie­det. Mit Blick auf Ihre Nach­fol­ge haben Sie den Stab wei­ter­rei­chen, weil Sie aus Alters­grün­den in die­sem Jahr bei der Kom­mu­nal­wahl nicht mehr kan­di­die­ren wol­len.

Sie haben in den vie­len Jah­ren der Gemein­de­rats­ar­beit sehr viel Zeit in die­se Auf­ga­be inves­tiert, sei es in Sit­zun­gen und Sit­zungs­vor­be­rei­tung, bei Dis­kus­sio­nen und Bera­tun­gen, bei reprä­sen­ta­ti­ven Anläs­sen oder Gesprä­chen mit Bür­gern, auf der Stra­ße, bei Ver­nis­sa­gen, in Kon­zer­ten.

Mit Ihnen schied eine Per­sön­lich­keit und eine erfah­re­ne Ken­ne­rin der Rott­wei­ler Kom­mu­nal­po­li­tik aus dem Gemein­de­rat aus.

Ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment galt von Anfang an und heu­te noch Frau­en­the­men sowie den Schwa­chen, den Min­der­hei­ten und den Men­schen, die in irgend­ei­ner Art in unse­rer Gesell­schaft benach­tei­ligt sind. Sie kämp­fen für mehr sozia­le Gerech­tig­keit und haben vor die­sem Hin­ter­grund ab 1988 die Orts­grup­pe von Amnes­ty-Inter­na­tio­nal 10 Jah­re lang gelei­tet und auf­ge­baut und vie­le Aktio­nen durch­ge­führt.

Von 1988 bis 2004 enga­gier­ten Sie sich in der jähr­li­chen öku­me­ni­schen Frie­dens­de­ka­de Rott­weil.

Beson­ders wich­tig ist Ihnen das Kapi­tel der Zwangs­ar­beit in Rott­weil wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Sie haben die­ses leid­vol­le The­ma mit Ihren Schü­le­rin­nen und Schü­lern am Tech­ni­schen Gym­na­si­um Rott­weil in Zusam­men­ar­beit mit dem dama­li­gen Stadt­ar­chi­var auf­ge­ar­bei­tet und in einer Aus­stel­lung prä­sen­tiert. Sie sind akti­ves Mit­glied in der Initia­ti­ve Ecker­wald und machen Füh­run­gen im Neckar­tal zum The­ma Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­ter in der Zeit zwi­schen 1932 und 1945.

Ein ganz per­sön­li­cher Wunsch und ein gro­ßes Anlie­gen sind Ihnen immer noch, für die­se Men­schen eine Gedenk­ta­fel auf­zu­stel­len.

Eine Peri­ode lang waren Sie auch Schöf­fin an der Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts Rott­weil.

Ihr beson­de­rer Ein­satz gilt auch unse­rer ita­lie­ni­schen Part­ner­stadt L´Aquila, ins­be­son­de­re nach dem schwe­ren Erd­be­ben vor 10 Jah­ren. Sie unter­neh­men regel­mä­ßig Rei­sen in die Abruz­zen und orga­ni­sie­ren Hilfs­ak­tio­nen und waren als Stadt­bot­schaf­te­rin im Casa del­la Cul­tu­ra­le in Onna meh­re­re Wochen vor Ort.

Selbst­ver­ständ­lich sind Sie seit vie­len Jah­ren prä­sent bei L´Aquilas wich­tigs­ten Fest, der Per­do­nan­za, und gehen seit 10 Jah­ren immer am 6. April beim Gedenk­tag des Erd­be­bens in L‘Aquila beim dor­ti­gen Fackel­zug mit. Sie tra­gen unse­re Städ­te­part­ner­schaf­ten nicht nur mit schö­nen Wor­ten mit, son­dern mit Taten und viel Herz, und haben dadurch vie­le Freund­schaf­ten gewin­nen kön­nen.

Sie sind seit 1998 in der Loka­len Agen­da 21 Rott­weil im Arbeits­kreis Kli­ma­schutz enga­giert und waren maß­geb­lich ein­ge­bun­den bei der Erar­bei­tung des Kli­ma­schutz­kon­zepts der Stadt Rott­weil und unter­stüt­zen aktiv die Bür­ger­initia­ti­ve Eine Welt ohne ato­ma­re Bedro­hung bei ihrer Arbeit im Rah­men der bestehen­den deutsch-bela­rus­si­schen Part­ner­schaft.

Mit vie­len ande­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern haben Sie sich 10 Jah­re lang für den Erhalt des Kapu­zi­ners ein­ge­setzt und sind Mit­glied in der Bür­ger­initia­ti­ve Kapu­zi­ner. Sie haben nicht nur sel­ber bei der Reno­vie­rung Hand ange­legt, son­dern auch für man­chen Dienst an der Fas­net von mor­gens um 6 bis spät in die Nacht die Ver­ant­wor­tung über­nom­men.

Lie­be Frau Frie­de­richs,

wer Sie kennt, der weiß, dass Sie sich für Kunst und Kul­tur inter­es­sie­ren und enga­gie­ren. Wie etwa als Kunst­ver­mitt­le­rin und Füh­re­rin durch den Skulp­tu­ren­park bei der Erich Hau­ser Stif­tung. Außer­dem sind Sie in der Lite­ra­tur­kom­mis­si­on für das deutsch-schwei­zer Autoren­tref­fen tätig und machen seit zwei Jah­ren mit bei den ehren­amt­li­chen Füh­run­gen in der Lorenz­ka­pel­le.

Lie­be Frau Frie­de­richs,

mit Ihrem über­aus gro­ßen Enga­ge­ment berei­chern Sie das gesell­schaft­li­che Leben in Rott­weil auch als „Reing­schmeck­te“.

Ihr Enga­ge­ment ist so viel­sei­tig und so bunt wie der Blu­men­strauß, den ich Ihnen über­rei­chen möch­te.

Ich wür­de mich freu­en, wenn Sie sich ab heu­te als rich­ti­ge Rott­wei­le­rin füh­len.

Ich dan­ke Ihnen im Namen der Stadt Rott­weil und des Gemein­de­rats, für Ihr gro­ßes Enga­ge­ment in unse­rer Stadt und für die Mit­men­schen und freue mich, Ihnen die Bür­ger­me­dail­le der Stadt ver­lei­hen zu dür­fen.