Rottweils Oberbürgermeister rechnet nicht mit weiteren Knallern

Neujahrsansprache in der Stadthalle

Beim Neujahrsempfang: Rottweils OB Ralf Broß. Foto: Team Ralf Graner Photodesign

Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß hat im Rah­men sei­ner Neu­jahrs­an­spra­che am Abend in der Stadt­hal­le erklärt, dass das lau­fen­de Jahr vor allem nach dem Gewinn der Lan­des­gar­ten­schau 2028 nicht noch­mals einen sol­chen Knal­ler bereit­hal­ten könn­te. „Wir soll­ten die Erwar­tungs­hal­tung an die­ser Stel­le etwas zurück­schrau­ben”, sag­te er in der Stadt­hal­le. Es sei nicht das Ziel, „jedes Jahr eine neue Rake­te stei­gen zu las­sen”. Viel­mehr müs­se man sich auf die begon­nen Pro­jek­te kon­zen­trie­ren und die­se mit der not­wen­di­gen Ruhe und Pro­fes­sio­na­li­tät abar­bei­ten und zum Erfolg füh­ren.

Alle Fotos: Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign

Nie­mand von uns kann in die Zukunft bli­cken und heu­te schon vor­aus­sa­gen, was uns im neu­en Jahr an unvor­her­ge­se­he­nen Knal­lern erwar­tet.

Ralf Broß

Von der Römer­stadt über die Reichs­stadt bis hin zum Rott­weil der Gegen­wart ste­he die Klein­stadt am Neckar an der Schwel­le zu einer neu­en Epo­che, sag­te Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß am Sonn­tag im Rah­men des Bür­ge­r­emp­fangs. Dies war bereits der zehn­te. Es sei eine Eine Epo­che, „in der bür­ger­schaft­li­cher Gemein­sinn, die Krea­ti­vi­tät der Men­schen, moder­ne Tech­no­lo­gi­en und die hohe Lebens­qua­li­tät im länd­li­chen Raum eine dyna­mi­sche Ver­bin­dung ein­ge­hen”.

Turm, Hän­ge­brü­cke und Lan­des­gar­ten­schau – die­se The­men über­strahl­ten alles. Doch es gebe wei­ter in der Stadt. Broß nann­te etwa den sozia­len Woh­nungs­bau, den Aus­bau von Kin­der­gar­ten- und Kin­der­krip­pen­an­ge­bo­ten, die Sanie­rung des Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­ums (DHG), die Sta­di­onsa­nie­rung und den Bau einer Ska­ter­an­la­ge, die Sanie­rung von Brü­cken und Gemein­de­stra­ßen, Wirt­schafts­för­de­rung und Tou­ris­mus, ein Mobi­li­täts­kon­zept, Digi­ta­li­sie­rung, Städ­te­bau­för­de­rung, Hotel­nut­zung, ein neu­es Stadt­mu­se­um und die Schaf­fung neu­er Bau­plät­ze in den Orts­tei­len.

Die Lan­des­gar­ten­schau blei­be aller­dings bei alle­dem das zen­tra­le The­ma in den
nächs­ten Jah­ren. „Sie ist eine rie­si­ge Chan­ce für unse­re Stadt, uns lang­fris­tig
städ­te­bau­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln”, sag­te Broß. Er bot sei­nem Kol­le­gen Tho­mas Her­zog, der sich mit der Stadt Schram­berg eben­falls bewor­ben hat­te und leer aus­ging, erneut an, „im Rah­men unse­res Gar­ten­schau­kon­zep­tes ein regio­na­les Fens­ter anzu­bie­ten, in dem auch Schram­berg und der rest­li­che Land­kreis sich prä­sen­tie­ren kön­nen”.

Vie­le posi­ti­ve Effek­te gin­gen mit der Lan­des­gar­ten­schau ein­her, die über eine rein städ­te- und land­schafts­pla­ne­ri­sche Ent­wick­lung hin­aus­ge­hen wür­den. Broß: „Lan­des­gar­ten­schau­en
rekul­ti­vie­ren nicht nur öko­lo­gi­sche Brach­flä­chen und wer­ten das Stadt­zen­trum auf, son­dern wir­ken sich posi­tiv auf die Lebens­qua­li­tät aus und erzie­len Image- und Beschäf­ti­gungs­ef­fek­te, was vor allem mit Blick auf den Fach­kräf­te­man­gel wich­tig ist.”

Bis zum Jahr 2028 will die Stadt 20 Mil­lio­nen Euro inves­tie­ren. Der­zeit wer­de die Aus­schrei­bung für einen euro­pa­wei­ten Wett­be­werb vor­be­rei­tet.

Wich­tig sei nun, „dass die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment all der­je­ni­gen, die uns bei der Bewer­bung unter­stützt haben, nicht nach­las­sen.”

Broß brach­te wie­der­um einen Ring­zug­halt Rott­weil-Stadt­mit­te vor, über des­sen Finan­zie­rung zuletzt ein Streit mit Land­rat Dr. Wolf-Rüdi­ger Michel aus­ge­bro­chen war. Bei­de woll­ten sich über das The­ma ver­stän­di­gen. 

 

Hier die gesam­te Neu­jahrs­an­spra­che (das Rede­ma­nu­skript), in dem Broß auf vie­le wei­te­re städ­ti­sche The­men ein­geht wie etwa die anste­hen­de Kom­mu­nal­wahl und die Fei­ern zu „500 Jah­re Ewi­ger Bund”.

Lie­be Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger, lie­be Gäs­te,

zum dies­jäh­ri­gen Bür­ge­r­emp­fang begrü­ße ich Sie alle recht herz­lich mit den Klän­gen der Stadt­ka­pel­le Rott­weil. Unter der Lei­tung von Juli­an König hat sie uns musi­ka­lisch mit einer Fan­fa­re von David Mas­lan­ka auf das neue Jahr ein­ge­stimmt.

Der Bür­ge­r­emp­fang ist wie­der der fei­er­li­che Rah­men, den wir für die Ver­lei­hung der Bür­ger­me­dail­le schaf­fen.

Ins­ge­samt drei Per­so­nen wer­den damit aus­ge­zeich­net. Um wen es sich han­delt, das erfah­ren Sie wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im zwei­ten Teil des Bür­ge­r­emp­fangs.

Ich freue mich sehr dar­über, dass ich zu die­sem Anlass wie­der vie­le Gäs­te begrü­ßen darf.

 

Mei­ne sehr geehr­ten Damen und Her­ren,

Sie haben bereits bemerkt, dass sich der Bür­ge­r­emp­fang heu­te von den vor­an­ge­gan­ge­nen unter­schei­det. Ich wer­de heu­te Abend unter­stützt. Unter­stützt durch eine Gebär­den­sprach­dol­met­sche­rin. Frau Hahn-Grön­ke wird mei­ne Anspra­che simul­tan über­set­zen, weil wir Gäs­te haben, die gehör­los sind. Die gehör­lo­sen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben in der Ver­gan­gen­heit am Bür­ge­r­emp­fang nicht teil­ge­nom­men, weil sie weder die Musik­stü­cke noch mei­ne Anspra­che ver­ste­hen konn­ten. Das muss sich ändern! haben wir uns gedacht, schließ­lich beken­nen wir uns in Rott­weil zur Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­run­gen an unse­rer Bür­ger­ge­sell­schaft und der Bür­ge­r­emp­fang ist Teil die­ser Bür­ger­ge­sell­schaft. Wir haben uns im Leit­bild Sozia­le Stadt aus­drück­lich zum Ziel gesetzt, auf die Bedürf­nis­se von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu ach­ten. Das wol­len wir heu­te Abend in die­ser Form umset­zen. Gleich­zei­tig wol­len wir auf die beson­de­ren Bedürf­nis­se die­ser Men­schen auf­merk­sam machen und Sie, mei­ne Damen und Her­ren, dafür sen­si­bi­li­sie­ren. Ich hof­fe, dass wir mit der Simul­tan­über­set­zung auch zu einem Stück Nor­ma­li­tät für die Men­schen mit Behin­de­rung in unse­rer Mit­te bei­tra­gen kön­nen.

Mei­ne Damen und Her­ren,

vie­le von Ihnen waren ver­mut­lich auch vor einem Jahr beim letz­ten Bür­ge­r­emp­fang hier in der Stadt­hal­le anwe­send und viel­leicht geht es Ihnen wie mir, dass Sie den­ken: schon wie­der ist ein Jahr wie im Flu­ge ver­gan­gen.

Nun sind wir heu­te wie­der hier zusam­men gekom­men – übri­gens han­delt es sich heu­te um den zehn­ten Bür­ge­r­emp­fang -, um auf das neue Jahr anzu­sto­ßen, das uns eini­ges Neu­es brin­gen wird. Und wie es so ein Jah­res­wech­sel mit sich bringt, bli­cken wir bei die­ser Gele­gen­heit auch in die jüngs­te Ver­gan­gen­heit zurück und las­sen sie vor unse­rem geis­ti­gen Auge Revue pas­sie­ren.

Bei jedem von Ihnen wer­den vor Ihrem geis­ti­gen Auge unter­schied­li­che Bil­der vor­bei­zie­hen, die einen indi­vi­du­el­len Film erge­ben: Bil­der von Ihrer Fami­lie, von den Enkeln und von Fami­li­en­fes­ten, viel­leicht Bil­der vom Som­mer­ur­laub oder vom letz­ten Arbeits­tag vor dem Ruhe­stand, Bil­der des Abschied­neh­mens, Bil­der der Trau­er und Bil­der von freu­di­gen Anläs­sen.

Für die High­lights in der Stadt Rott­weil gibt es eben­falls zahl­rei­che Bil­der. Man könn­te einen eige­nen Film davon dre­hen, der sowohl doku­men­ta­ri­schen als auch unter­halt­sa­men Cha­rak­ter hät­te.

Die­ser Film wür­de sicher die Bewer­bung und den Zuschlag zur Lan­des­gar­ten­schau 2028 für die Nach­welt doku­men­tie­ren und die gro­ße Begeis­te­rung, mit der uns vie­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen und ehren­amt­li­che Unter­stüt­zer beglei­tet haben. Oder der Abbau des Krans auf der Spit­ze des thys­sen­krupp Tur­mes durch einen Heli­ko­pter. Auch das war ein High­light, weil der Turm damit sein end­gül­ti­ges Aus­se­hen bekam. Dann die Ein­wei­hung des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses, der Agen­da 2030-Pro­zess für eine nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung, das Pla­nungs­ver­fah­ren zur Fuß­gän­ger­hän­ge­brü­cke, die Neu­ge­stal­tung des Wehr­be­reichs an der Dreher‚schen Müh­le, die Mach­bar­keits­stu­die zum Stadt­mu­se­um, die Bebau­ung der Spi­tal­hö­he und vie­le wei­te­re kom­mu­nal­po­li­ti­sche Pro­jek­te, die uns im letz­ten Jahr beschäf­tigt haben. Auch möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass die Pla­nung für die JVA im Esch fort­ge­führt wur­de. Das Land hat den Archi­tek­tur­wett­be­werb abge­schlos­sen und das Archi­tek­tur­bü­ro Ober­mey­er Pla­nen + Bera­ten mit el:ch Land­schafts­ar­chi­tek­ten aus Mün­chen mit der wei­te­ren Pla­nung beauf­tragt. Das Preis­ge­richt wür­dig­te ins­be­son­de­re die über­zeu­gen­de städ­te­bau­li­che-land­schaft­li­che Ein­bin­dung der Bau­kör­per. Wir wer­den in die­sem Jahr noch in das Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren ein­stei­gen.

Für den unter­halt­sa­men Cha­rak­ter die­ses Films wür­den Kon­zer­te und kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen ste­hen: die Kon­zer­te der Som­mer­spros­sen, das Jazz­fest gehör­te dazu, der Feri­en­zau­ber. Die Sau­kir­be in Gölls­dorf dürf­te genau­so wenig feh­len wie das Büh­lin­ger Back­häus­le­fest, die fest­li­chen Kon­zer­te in unse­ren Kir­chen, die Fas­net und ande­re kul­tu­rel­le Leucht­tür­me und Sehens­wür­dig­kei­ten.

Wenn wir einen Film gedreht hät­ten, dann hät­ten wir sicher­lich auch Inter­views ein­ge­baut. Inter­views mit Per­so­nen und Per­sön­lich­kei­ten, die im letz­ten Jahr in Rott­weil zu Gast waren.

Bei­spiels­wei­se der Zukunfts­for­scher Mat­thi­as Horx, der im Zusam­men­hang mit unse­rer Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung über die pro­gres­si­ve Pro­vinz im All­ge­mei­nen und über Rott­weil im spe­zi­el­len refe­rier­te. Horx mach­te deut­lich, dass auch in der Pro­vinz, also in mitt­le­ren und klei­ne­ren Städ­ten außer­halb von Bal­lungs­ag­glo­me­ra­tio­nen, Zukunft ent­steht.

Der länd­li­che Raum sei kei­nes­wegs dem Unter­gang geweiht. Gera­de Rott­weil habe nach sei­ner Mei­nung eine Men­ge Poten­ti­al, sich der Zukunft zu öff­nen und sich zu ent­wi­ckeln. Man dür­fe sich aller­dings nicht an alten Din­gen fest­klam­mern, son­dern benö­ti­ge Visio­nen und müs­se offen sein für neue Wege.

Ein wei­te­rer Inter­view­part­ner wäre unser Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die­ses Zukunfts­po­ten­ti­al unse­rer Stadt ken­nen und schät­zen gelernt hat. Er schwärm­te  bei sei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern wohl der­ma­ßen von Rott­weil, dass die gesam­te Mann­schaft des Staats­mi­nis­te­ri­ums ihren Jah­res­aus­flug nach Rott­weil mach­te. Samt Staats­mi­nis­te­rin The­re­sa Schop­per. Sie fuh­ren auf den Test­turm, besuch­ten die ehe­ma­li­ge Dut­ten­ho­fer­an­la­ge im Neckar­tal, besich­tig­ten Rott­wei­ler Kir­chen oder wan­der­ten dem Neckar ent­lang nach Gölls­dorf, wo sie dann alle­samt im Gast­haus Son­ne bei guter regio­na­ler Küche ein­kehr­ten. Man sagt, nicht nur dem Minis­ter­prä­si­dent hat’s geschmeckt.

Ein wei­te­res Inter­views wür­den wir von Prof. Dr. med. Eck­art Alten­mül­ler prä­sen­tie­ren. Prof. Alten­mül­ler ist einer der füh­ren­den For­scher auf dem Gebiet der Neu­ro­phy­sio­lo­gie und Neu­ro­psy­cho­lo­gie von Musi­kern. Er ist Direk­tor des Insti­tuts für Musik­phy­sio­lo­gie und Musi­ker-Medi­zin der Hoch­schu­le in Han­no­ver und war im letz­ten Jahr zu Gast in Rott­weil auf Ein­la­dung von Dr. Rein­hard Schugg bei der Rei­he „brain meets music.“ Dabei hat er einen span­nen­den Vor­trag gehal­ten über die Zusam­men­hän­ge von Musik und Gehirn­ak­ti­vi­tä­ten. Alten­mül­ler ist in Rott­weil gebo­ren, hat hier sein Abitur gemacht und brach­te mit vie­len Anek­do­ten und Erin­ne­run­gen sei­ne Ver­bun­den­heit mit sei­ner Geburts­stadt zum Aus­druck.

Und wenn Prof. Alten­mül­ler für Kul­tur und Musik steht, dann reprä­sen­tiert die baden- würt­tem­ber­gi­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Dr. Nico­le Hoff­meis­ter-Kraut High­tech und Inno­va­ti­on. Der Anlass ihres Besuchs im ver­gan­ge­nen Jahr war der High­tech- Sum­mit des Lan­des Baden-Würt­tem­berg im Sep­tem­ber. Über 1.000 krea­ti­ve Unter­neh­mer aus der baden-würt­tem­ber­gi­schen High­tech-Bran­che ström­ten für einen Tag ins Kraft­werk, in dem die Minis­te­rin am Abend dann den begehr­ten Cybe­rO­ne-Preis an beson­ders zukunfts­träch­ti­ge Start-ups aus dem „Länd­le“ über­gab. Das Land hat die­ses renom­mier­te Gip­fel­tref­fen 2015 aus der Tau­fe geho­ben, und wir sind stolz dar­auf, dass es uns zusam­men mit der Trend Fac­to­ry gelun­gen ist, eine attrak­ti­ve Loca­ti­on anzu­bie­ten, die nach dem Euro­pa­park Rust im Jahr 2017 nun Rott­weil in den Focus rück­te.

Nun haben wir kei­nen Film gedreht, den wir Ihnen heu­te Abend prä­sen­tie­ren könn­ten. Das wür­de den Rah­men u.a. wegen Über­län­ge spren­gen. Wenn ich jedoch die Aus­sa­gen der genann­ten Inter­view­part­ner zusam­men­fas­sen soll­te, dann könn­te das Fazit lau­ten:

Im pro­gres­si­ven Rott­weil spielt die Musik, denn hier kann man die füh­ren­den Unter­neh­men des Lan­des tref­fen, gemüt­lich ein­keh­ren und regio­na­le Küche genie­ßen. Und wenn Sie in einer Rott­wei­ler Gast­wirt­schaft ein­keh­ren soll­ten und zum Nach­bar­tisch rüber schie­len und den­ken, Mensch, der Mann dort am Neben­tisch sieht aus wie unser Minis­ter­prä­si­dent, dann müs­sen Sie damit rech­nen: ja, er ist es tat­säch­lich.

Mei­ne Damen und Her­ren,

das letz­te Jahr war wie­der ein Jahr vol­ler schö­ner Ereig­nis­se und Erfol­ge für unse­re Stadt. Unse­re Wirt­schafts­mi­nis­te­rin trug sich beim erwähn­ten High­tech-Sum­mit in das Gol­de­ne Buch der Stadt ein mit den Wor­ten:

Rott­weil ist inno­va­tiv, mutig und ent­wi­ckelt sich mit einer gro­ßen Dyna­mik nach vorn – Kom­pli­ment! Respekt! Wei­ter so!“

Ende letz­ten Jah­res bin ich in einem Inter­view1 gefragt wor­den, wel­chen Knal­ler wir denn in die­sem Jahr in der Hin­ter­hand hät­ten. Wel­che zukünf­ti­gen Pro­jek­te ver­spre­chen wie­der die­se gro­ße Dyna­mik? Was erwar­tet uns als nächs­tes?

Schließ­lich gab es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so vie­le gro­ße The­men, die unse­re Stadt beschäf­tigt haben. Wie geht es 2019 wei­ter? Gibt es noch etwas ande­res als Turm, Hän­ge­brü­cke und LGS?

Nie­mand von uns kann in die Zukunft bli­cken und heu­te schon vor­aus­sa­gen, was uns im neu­en Jahr an unvor­her­ge­se­he­nen Knal­lern erwar­tet.

Das soll­te auch nicht unser Anspruch sein. Wir soll­ten die Erwar­tungs­hal­tung an die­ser Stel­le etwas zurück­schrau­ben. Es ist nicht unser Ziel, jedes Jahr eine neue Rake­te stei­gen zu las­sen. Viel­mehr soll­ten wir uns auf die begon­nen Pro­jek­te kon­zen­trie­ren und die­se mit der not­wen­di­gen Ruhe und Pro­fes­sio­na­li­tät abar­bei­ten und zum Erfolg füh­ren.

Und bei all dem gilt: Ja, es gibt tat­säch­lich noch ein Leben neben Turm, Hän­ge­brü­cke und LGS. Wir beschäf­ti­gen uns nicht nur mit die­sen für die Ent­wick­lung der Stadt so wich­ti­gen Pro­jek­ten, son­dern auch mit vie­len wei­te­ren The­men, die auf unse­rer Agen­da ste­hen und die wir nicht jedes Jahr neu erfin­den müs­sen. Dazu gehö­ren der sozia­le Woh­nungs­bau, der Aus­bau von Kin­der­gar­ten- und Kin­der­krip­pen­an­ge­bo­ten, die Sanie­rung des DHG, Sta­di­onsa­nie­rung und Bau der Ska­ter­an­la­ge, die Sanie­rung von Brü­cken und Gemein­de­stra­ßen, Wirt­schafts­för­de­rung und Tou­ris­mus, das Mobi­li­täts­kon­zept, Digi­ta­li­sie­rung, Städ­te­bau­för­de­rung, Hotel­nut­zung, Stadt­mu­se­um, die Schaf­fung neu­er Bau­plät­ze in den Orts­tei­len und vie­les mehr.

Wir haben mit unse­ren Pro­jek­ten bereits die Wei­chen in Rich­tung Zukunft gestellt. Von der Römer­stadt über die Reichs­stadt bis hin zum Rott­weil der Gegen­wart ste­hen wir heu­te tat­säch­lich an der Schwel­le zu einer neu­en Epo­che. Eine Epo­che, in der bür­ger­schaft­li­cher Gemein­sinn, die Krea­ti­vi­tät der Men­schen, moder­ne Tech­no­lo­gi­en und die hohe Lebens­qua­li­tät im länd­li­chen Raum eine dyna­mi­sche Ver­bin­dung ein­ge­hen.

Das war ein kur­zer Aus­schnitt aus all den The­men, die uns beschäf­ti­gen wer­den. Sie sehen, unser Ruck­sack ist voll bela­den. Man­ches Pro­jekt stößt dabei auch ein­mal auf unvor­her­ge­se­he­ne Ereig­nis­se, wie die Erschlie­ßung des Wohn­ge­bie­tes Brun­nenä­cker in Gölls­dorf. Dort wur­den bei Pro­be­gra­bun­gen die Fun­da­men­te einer römi­schen Vil­la gefun­den, was in der Alt­stadt für Unru­he sorgt. Nicht, dass Fami­li­en aus der Alt­stadt in Gölls­dorf einen Bau­platz kau­fen wür­den und sich jetzt um zeit­li­che Ver­zö­ge­run­gen sorg­ten. Im Gegen­teil! Viel­mehr befürch­ten die Alt­städ­ter, dass sie das Prä­di­kat „ältes­ter Stadt­teil in Baden-Würt­tem­berg“ an Gölls­dorf ver­lie­ren könn­ten, wenn her­aus­kä­me, dass die römi­schen Res­te dort älter sind als die Hypo­kaust­an­la­ge, das Orpheus­mo­sa­ik oder der Her­ku­les. Es gibt wenig, was für die Alt­städ­ter schlim­mer wäre…

Die Lan­des­gar­ten­schau bleibt aller­dings bei alle­dem DAS zen­tra­le The­ma in den nächs­ten Jah­ren. Sie ist eine rie­si­ge Chan­ce für unse­re Stadt, uns lang­fris­tig städ­te­bau­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Vie­le Städ­te haben sich dar­auf bewor­ben. Auch sie hät­ten den Zuschlag ver­dient. Lie­ber Tho­mas Her­zog, Schram­berg ist dabei wie vie­le ande­re lei­der leer aus­ge­gan­gen. Wir stel­len uns vor, im Rah­men unse­res Gar­ten­schau­kon­zep­tes ein regio­na­les Fens­ter anzu­bie­ten, in dem auch Schram­berg und der rest­li­che Land­kreis sich prä­sen­tie­ren kön­nen. Das wäre ein guter Anlass, sich gemein­sam auf­zu­stel­len und sich als Regi­on zu ver­mark­ten. Auch das Land wür­de das begrü­ßen.

Die Lan­des­gar­ten­schau ist unse­re Ent­wick­lungs­stra­te­gie für eine fort­schritt­li­che und nach­hal­ti­ge Moder­ni­sie­rung von Rott­weil!

Vie­le posi­ti­ve Effek­te gehen mit ihr ein­her, die über eine rein städ­te- und land­schafts­pla­ne­ri­sche Ent­wick­lung hin­aus­ge­hen. Lan­des­gar­ten­schau­en rekul­ti­vie­ren nicht nur öko­lo­gi­sche Brach­flä­chen und wer­ten das Stadt­zen­trum auf, son­dern wir­ken sich posi­tiv auf die Lebens­qua­li­tät aus und erzie­len Image- und Beschäf­ti­gungs­ef­fek­te, was vor allem mit Blick auf den Fach­kräf­te­man­gel wich­tig ist. Außer­dem wer­den die Iden­ti­tät der Bür­ger und die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Stadt gestärkt. Das sind alles posi­ti­ve Effek­te, wei­che Fak­to­ren, die wir heu­te noch gar nicht alle rich­tig über­bli­cken kön­nen.

Bis zum Jahr 2028 geht es jetzt zunächst um die Vor­be­rei­tung und die Schaf­fung von bau­li­chen Anla­gen, in die wir rund 20 Mio. EUR inves­tie­ren wol­len. Hier­zu berei­ten wir gera­de die Aus­schrei­bung für einen euro­pa­wei­ten Wett­be­werb vor. Das wird eini­ge Zeit in Anspruch neh­men, bis das Wett­be­werbs­er­geb­nis vor­liegt.

Erfah­rungs­ge­mäß bis zu drei Jah­ren. Für vie­le klingt das unglaub­lich lang. Dafür müs­sen wir uns aber die Zeit neh­men. Wich­tig bleibt, dass die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment all der­je­ni­gen, die uns bei der Bewer­bung unter­stützt haben, nicht nach­las­sen. Wir wol­len sie auch wei­ter­hin ein­bin­den. Hier­zu wol­len wir noch vor der Fas­net mit den rele­van­ten Akteu­ren zusam­men­kom­men, um über die nächs­ten Schrit­te zu bera­ten.

Das eigent­li­che Aus­stel­lungs­jahr ist 2028 mit einer schö­nen Eröff­nungs­fei­er und hof­fent­lich mit vie­len son­ni­gen Mona­ten. Zahl­rei­che Gäs­te wer­den sich auf den Weg nach Rott­weil machen und den ÖPNV nut­zen. Die Besu­cher sol­len mit dem Zug anrei­sen, der mit­ten im Lan­des­gar­ten­schau­ge­län­de an der neu­en Bahn­hal­te­stel­le des Ring­zu­ges auf Höhe des Stadt­gra­bens hal­ten wird, und sie kön­nen über einen noch zu bau­en­den Schräg­auf­zug den topo­gra­fi­schen Höhen­un­ter­schied bequem und bar­rie­re­frei über­win­den, um in die Innen­stadt zu gelan­gen. So stel­len wir uns das vor, sehr geehr­ter Herr Land­rat. Der neue Hal­te­punkt soll anläss­lich der LGS als Dau­er­an­la­ge geschaf­fen wer­den, um auch nach 2028 für die Kreis­be­woh­ner nutz­bar zu sein. Das gro­ße Fahr­gast­po­ten­ti­al haben Sie in einem Gut­ach­ten bereits nach­ge­wie­sen. Wir hof­fen, dass wir in die­sem Zusam­men­hang gemein­sam eine ver­nünf­ti­ge Lösung zu einem neu­en Ring­zug­hal­te­punkt errei­chen, bei der sich Stadt und Land­kreis ein­brin­gen. Sie haben noch vor Weih­nach­ten ein gemein­sa­mes Gespräch ange­kün­digt, in dem wir über die nächs­ten Schrit­te spre­chen wer­den. Ich wer­te die­se Ein­la­dung als ein gutes Zei­chen des Mit­ein­an­ders. Vie­len Dank dafür.

Bei all die­sen ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Pflicht­auf­ga­ben darf selbst­ver­ständ­lich die Kür nicht feh­len. Wir bege­hen in die­sem Jahr zahl­rei­che Erin­ne­run­gen und Jubi­lä­en, die uns an die jewei­li­gen Anläs­se erin­nern sol­len.

Ein Jah­res­tag ist ganz eng mit unse­rer ita­lie­ni­schen Part­ner­stadt ver­bun­den: am 6. April jährt sich zum zehn­ten Mal das schwe­re Erd­be­ben in L´Aquila. Wir wer­den mit einer ange­mes­se­nen Gedenk­fei­er an die Ereig­nis­se erin­nern, u.a. mit einer Aus­stel­lung im Alten Rat­haus.

Es wird Jubi­lä­ums­fei­ern geben. Unse­re Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil, die ENRW, besteht seit 20 Jah­ren, der Kin­der­gar­ten Heg­ne­berg eben­falls seit 20 Jah­ren und der kom­mu­na­le Eigen­be­trieb Stadt­bau wird 25 Jah­re alt. Auch unser Frei­bad fei­ert Geburts­tag. Seit 40 Jah­ren ist es Sport­stät­te und bie­tet Erho­lung für Jung und Alt.

Die Musik­ka­pel­len in Neu­kirch und Zepfen­han fei­ern jeweils ihr 100jähriges Bestehen. In den drei­stel­li­gen Jubi­lä­ums­be­reich kom­men wir in unse­rem Orts­teil Hau­sen, der vor 925 Jah­ren zum ers­ten Mal urkund­lich erwähnt wur­de.

Und dann fei­ern wir ein ganz beson­de­res Jubi­lä­um: 500 Jah­re Ewi­ger Bund.

Die­ses Bei­spiel zeigt aus mei­ner Sicht sehr deut­lich, dass wir neben all den zukunfts­ge­rich­te­ten Pro­jek­ten auch immer wie­der in die Ver­gan­gen­heit zurück­bli­cken und uns immer wie­der bewusst machen, woher wir kom­men. Das ist das Beson­de­re an unse­rer Stadt: die­se Ver­bin­dung zwi­schen His­to­rie und Zukunft.

Albert Ein­stein ist bekannt für sein Zitat „Mehr als die Ver­gan­gen­heit inter­es­siert mich die Zukunft, denn in ihr geden­ke ich zu leben.“

Wer (aller­dings) die Ver­gan­gen­heit nicht kennt (…)“, so Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl, „(…) der kann die Gegen­wert nicht ver­ste­hen und die Zukunft nicht gestal­ten.“

Ich glau­be, Albert Ein­stein wäre mit dem Ewi­gen Bund nicht so recht warm gewor­den. Er wür­de sich – sofern er noch leben wür­de – auf 232 m Höhe Gedan­ken zur Rela­ti­vi­täts­theo­rie machen, in den Him­mel bli­cken und die Stadt vom Test­turm aus der Fer­ne betrach­ten.

Dabei ist das Ver­hält­nis zwi­schen Rott­weil und der Eid­ge­nos­sen­schaft doch rela­tiv alt. 500 Jah­re Ewi­ger Bund.

Ein hal­bes Jahr­tau­send Geschich­te, das uns mit der Eid­ge­nos­sen­schaft ver­bin­det. 500 Jah­re ver­brief­te inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen, 500 Jah­re wech­sel­haf­te Geschich­te und 500 Jah­re „ewig ding und ewi­ge fründt­schafft“, so wie es in der Ori­gi­nal­ur­kun­de heißt, die im Jahr 1519 von drei­zehn Schwei­zer Orten und der Reichs­stadt Rott­weil unter­zeich­net beei­digt wur­de und im Ori­gi­nal in unse­rem Stadt­ar­chiv auf­be­wahrt wird. Damals schwur die männ­li­che Ein­woh­ner­schaft unse­rer Stadt auf dem Rott­wei­ler Markt­platz vor einer eid­ge­nös­si­schen Abord­nung dafür zu sor­gen, dass in der Reichs­stadt die Freund­schaft mit den Schwei­zern „zu ewi­ger zit nie­mer mer ver­ges­sen wird.“

Damit wur­de der Grund­stein einer lang­jäh­ri­gen Bezie­hung gelegt, die uns mit den eid­ge­nös­si­schen Orten ewig ver­bin­det. Mit Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Under­wal­den, Zug, Gla­rus, Basel, Frei­burg im Ücht­land, Solo­thurn, Schaff­hau­sen und Appen­zell.

Der Ewi­ge Bund ist ein Bünd­nis. Ein Ver­spre­chen auf Ewig­keit. Ein mul­ti­la­te­ra­les Abkom­men, das Rech­te und Pflich­ten der genann­ten Orte defi­nier­te. Das Bünd­nis umfass­te ursprüng­lich einen mili­tä­ri­schen Bei­stands­pakt, der die Unter­stüt­zung im Not­fall regel­te. Es umfass­te Wirt­schafts­be­zie­hun­gen bei­der Sei­ten mit dem gegen­sei­ti­gen Ver­zicht auf die Ein­füh­rung neu­er Zöl­le und es regel­te die Rechts­hil­fe bei der Ver­bre­chens­be­kämp­fung. Heu­te haben wir die NATO und die Euro­päi­sche Uni­on. Die Schweiz gilt als neu­tral.

Ver­blie­ben ist eine enge freund­schaft­li­che Bezie­hung mit der Schweiz und ins­be­son­de­re mit der Stadt Brugg im Aar­gau, mit der wir 2013 unser 100jähriges Stadt­ju­bi­lä­um fei­er­ten. Eine der ältes­ten Städ­te­part­ner­schaf­ten über­haupt.

Im Selbst­ver­ständ­nis der Rott­wei­ler ist die­se uralte, his­to­ri­sche Ver­bin­dung, die bereits in der Römer­zeit ihren Anfang nahm, mit der Schweiz seit jeher fest ver­an­kert. Das wol­len wir in die­sem Jahr am Wochen­en­de des Stadt­fes­tes am 7. Sep­tem­ber mit einem klei­nen Fest­akt fei­ern. Dazu haben wir alle Stadt­prä­si­den­ten der 13 Schwei­zer Städ­te ein­ge­la­den und wir sind sehr glück­lich dar­über, dass bis auf eine Stadt alle zuge­sagt haben. Wir blei­ben am Ball. Zur Eröff­nung des Stadt­fes­tes mit den Schwei­zer Gäs­ten darf ich Sie alle jetzt schon recht herz­lich ein­la­den. Zu die­sem Anlass wird auch die His­to­ri­sche Bür­ger­wehr wie­der ihren Auf­tritt haben. Die Bür­ger­wehr ver­wen­det neu­er­dings umwelt­freund­li­ches Schwarz­pul­ver. Das ist im Grun­de genom­men eine lobens­wer­te Ent­wick­lung. Es sol­len ja wegen der Fein­staub­pro­ble­ma­tik infol­ge Pul­ver­dampf kei­ne Fahr­ver­bo­te pro­vo­ziert wer­den. Ich hof­fe aller­dings, dass es zu kei­nen Rohr­kre­pie­rern wie beim Neu­jahrs­schie­ßen kommt. Denn wir soll­ten für unse­re Schwei­zer Gäs­te ein gutes Bild abge­ben, ansons­ten stel­len die­se am Ende noch unse­ren his­to­ri­schen Bei­trag zum Sieg in der Schlacht von Mur­ten in Fra­ge.

Mei­ne Damen und Her­ren,

in den ver­gan­ge­nen 500 Jah­ren ist viel gesche­hen. Unse­re Stadt hat sich ver­än­dert. Sie ist grö­ßer gewor­den, moder­ner. Wir haben das gro­ße Glück, dass zwei Welt­krie­ge nahe­zu spur­los an unse­rer his­to­ri­schen Innen­stadt vor­bei­ge­zo­gen sind. Ihr heu­ti­ges Aus­se­hen ent­spricht in gro­ßen Tei­len dem Stand vor 500 Jah­ren, so wie dies auch die Pür­sch­ge­richts­kar­te wie­der­gibt.

Nie­mand von uns möch­te ernst­haft in den Ver­hält­nis­sen von vor 500 Jah­ren leben. Aber uns dar­an erin­nern, das wol­len wir ger­ne. Unse­re Ansprü­che haben sich gewan­delt. Wir wol­len die Ergeb­nis­se des Fort­schrit­tes nut­zen. Und genau das sind die Her­aus­for­de­rung und das Span­nungs­ver­hält­nis, vor denen wir ste­hen: die Bewah­rung unse­res his­to­ri­schen Erbes und die Moder­ni­sie­rung unse­rer Stadt. Ich den­ke, wir haben das in der Ver­gan­gen­heit gut hin­be­kom­men. Das braucht Mut und Durch­hal­te­ver­mö­gen, gleich­zei­tig aber auch Offen­heit und Trans­pa­renz.

Der Gemein­de­rat spielt dabei eine zen­tra­le Rol­le, da vie­le wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen und Grund­satz­be­schlüs­se in die­sem Gre­mi­um und sei­nen Aus­schüs­sen fal­len. Die 26 Gemein­de­rä­te gestal­ten nach bes­ten Wis­sen und Gewis­sen unse­re Stadt mit. Im Rah­men der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie ver­tre­ten und ver­kör­pern sie die Bür­ger­schaft.

Am 26. Mai fin­den in die­sem Jahr wie­der Kom­mu­nal­wah­len statt. Neben dem Kreis­tag wer­den auch der Rott­wei­ler Gemein­de­rat und die Ort­schafts­rä­te neu gewählt. Eini­ge amtie­ren­de Gemein­de­rä­te haben bereits erklärt, dass sie für eine Wie­der­wahl nicht mehr antre­ten wer­den. Es wird also Ver­än­de­run­gen geben. Die Kar­ten wer­den neu gemischt. Ich weiß, dass die Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gung sich der­zeit im End­spurt befin­den, Kan­di­da­ten für ihre Lis­ten zu gewin­nen, damit Sie als Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler eine Aus­wahl haben.

Der Eine oder die Ande­re von Ihnen ist sicher­lich auch ange­spro­chen wor­den oder spielt mit dem Gedan­ken, zu kan­di­die­ren.

Ich kann Sie an die­ser Stel­le nur ermu­ti­gen: enga­gie­ren Sie sich für Ihre Stadt, für unser Rott­weil. Set­zen Sie sich dafür ein, dass unse­re Stadt zusam­men­hält und sich auch in den nächs­ten 5 Jah­ren posi­tiv wei­ter­ent­wi­ckelt, denn „Demo­kra­tie ist ein wich­ti­ges Stück Hei­mat (…) und schafft Zusam­men­halt“, so hat es jüngst unser Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann aus­ge­drückt.

Alle demo­kra­ti­sche Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen, die die frei­heit­lich- demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung ach­ten, sind will­kom­men.

Nut­zen Sie also die Chan­ce, die Ihnen ange­bo­ten wird. Haben Sie kei­ne Angst vor dem Ehren­amt. Haben Sie Zuver­sicht in den Wan­del. Unser Gemein­de­rat braucht wei­ter­hin Men­schen, die etwas bewe­gen und unse­re Stadt vor­an­brin­gen wol­len.

Auch in den Ort­schafts­rä­ten und im Kreis­tag. Und eines kann ich Ihnen ver­spre­chen: Inter­es­san­te The­men haben wir genug. Ihnen wird es nicht lang­wei­lig wer­den!

In die­sem Sin­ne wün­sche ich Ihnen allen ein span­nen­des, erfolg­rei­ches und gesun­des Neu­es Jahr.

Las­sen Sie uns unser Rott­weil wei­ter­hin mit Ener­gie und Freu­de vor­an­brin­gen. Alles Gute in 2019!