Stadt Rottweil will „Südliche Mittelstadt“ neu ordnen

Quelle: STEFFEN DUEMLER ARCHITEKTEN

Die soge­nann­te süd­li­che Mittelstadt in Rottweil ist ein bun­tes Sammelsurium aus Gebäude und Nutzungen. Nun möch­te die Stadtverwaltung ein­grei­fen – mit dem Ziel offen­bar, Wohn- und Gewerbegebiete jeweils zu bün­deln. Ein Architekturbüro ist mit den Planungen beauf­tragt wor­den. Am Mittwoch wer­den ers­te Ergebnisse dem Gemeinderat vor­ge­legt. Details wur­den vor­ab kaum bekannt. 

Es geht um den Bereich Stadionstraße – Heerstraße – Steig – Tuttlinger Straße – Danziger Straße. Der wei­se eine sehr hete­ro­ge­ne städ­te­bau­li­che Struktur sowohl in Bezug auf die Nutzungen als auch auf die vor­han­de­nen Gebäudetypologien auf, so die Stadtverwaltung. Wie sich das Gebiet wei­ter ent­wi­ckelt, möch­te jetzt die Stadtverwaltung bestim­men. Denn es zeich­ne­ten sich dort viel­fäl­ti­ge Veränderungen ab, die „einer abge­stimm­ten pla­ne­ri­schen Steuerung bedür­fen”. Anders aus­ge­drückt: Der Zeitpunkt, jetzt kon­trol­lie­rend ein­zu­grei­fen, erscheint dem Bauamt güns­tig.

Es ist eine Vorlage in beson­ders sper­ri­gem Deutsch. Beispiel:

Mit dem Instrumentarium des Rahmenplans soll eine abge­stimm­te, hin­rei­chend kon­kre­te städ­te­bau­li­che Gesamtkonzeption für die unter­schied­li­chen Bau- und Nutzungsabschnitte defi­niert wer­den, die gleich­zei­tig die not­wen­di­ge Flexibilität für die wei­te­re pla­ne­ri­sche Ausformung in den ver­schie­de­nen Teilbereichen zulässt. 

Der Rahmenplan soll fol­gen­de Bereiche umfas­sen:

  • Das der­zeit gewerb­lich genutz­te städ­ti­sche Areal im Kreuzungsbereich Brugger Straße/Stadionstraße/Heerstraße.
  • Das Betriebsgelände der Firma Hopt mit den zur Stadionstraße angren­zen­den Grundstücken, die teils gewerb­li­che, teils Wohnnutzung auf­wei­sen.
  • Das soge­nann­te Moker-Areal, das durch eine viel­fäl­ti­ge Mischung aus Gewerbe-, Verwaltungs- und Lagernutzung sowie zwi­schen­zeit­lich etli­chen Leerständen geprägt wird.
  • Das Telekom-Areal, in dem sich weit­rei­chen­de struk­tu­rel­le Veränderungen abzeich­nen.
  • Die Wald- und Freiflächen süd­lich der Danziger Straße in Richtung Holdersbach.
  • Das geplan­te Wohngebiet „Engelshalde“ und die geplan­ten Erweiterungsflächen für die Waldorfschule.
  • Den öffent­li­chen Straßenraum der Heerstraße zwi­schen Stadionstraße und Steig, der als zen­tra­ler Stadtplatz die­sem neu­en Quartier eine eige­ne Prägung geben soll.

Der Rahmenplan soll, so die Verwaltung wei­ter, Aussagen zur geplan­ten künf­ti­gen Nutzung machen, zur Verkehrsplanung, zur Freiflächengestaltung und zur Gestaltung des öffent­li­chen Raums. Später sei­en dazu Planungsdaten zum spe­zi­fi­schen Bedarf (Wohnen, Büro, Gewerbe, Dienstleistungen, …) als auch zur künf­ti­gen Versorgungssituation auch im Hinblick auf die sons­ti­ge Entwicklung im Stadtgebiet zu erhe­ben und in der Planung zu berück­sich­ti­gen.

Die Verwaltung hat mit dem Planungsbüro Steffen Duemler bereits ein ers­tes Konzept erar­bei­tet, das in den wesent­li­chen Zielen mit den haupt­säch­lich betrof­fe­nen Eigentümern vor­ab­ge­stimmt wor­den sei, erklärt die Stadtverwaltung, die danach erst in die Öffentlichkeit geht. Der aktu­el­le Planungsstand des Vorentwurfs wird in der Sitzung vor­ge­stellt und die wei­te­ren Arbeitsschritte wer­den erläu­tert.

Die Weiterentwicklung kön­ne sowohl im Rahmen von einem Bebauungsplan als auch über sons­ti­ge städ­te­bau­li­che Entwicklungsinstrumente erfol­gen. Dabei wol­len die Kosten für die wei­te­re Planung über städ­te­bau­li­che Verträge den Projektträgern über­tra­gen wer­den. Deshalb macht die Stadtverwaltung der­zeit kei­ne Angaben zu mög­li­chen Kosten des Verfahrens.

Klar ist, dass die Verwaltung die hete­ro­ge­ne Nutzung homo­ge­ni­sie­ren, ver­ein­heit­li­chen will. Gewerbe und Industrie sol­len sich im Bereich Hopt und Moker kon­zen­trie­ren, wäh­rend das wei­te­re Gebiet Richtung Tuttlinger Straße zu einem nahe­zu rei­nen Wohngebiet wer­den soll – mit einem Verwaltungsgebäude auf dem bis­he­ri­gen Telekomkomplex im Mittelpunkt.  

Soll hier ein Gastrobetrieb ent­ste­hen? Das Farbenhaus Breucha in Rottweil. Archiv-Foto: rottweil.net

Offenbar soll dort, wo der­zeit der Malerbetrieb Breucha ange­sie­delt ist, ein Hotel bezie­hungs­wei­se ein Gastrobetrieb ent­ste­hen. Einen ent­spre­chen­den Eintrag wei­sen ers­te Planungsunterlagen auf. Die bestehen­den Gebäude sind als abzu­rei­ßen mar­kiert. Die benach­bar­te KfZ-Werkstatt und der Getränkemarkt blei­ben. Auch ist nicht vor­ge­se­hen, neben dem bestehen­den Bio-Markt wei­te­ren Lebensmittel-Einzelhandel anzu­sie­deln.

Gebäude im rück­wär­ti­gen Teil des Telekom-Turms sol­len dage­gen abge­ris­sen wer­den. 

Der gesam­te Bereich soll im Endausbau 740 Menschen in 320 Einheiten Wohnfläche auf 31.200 Quadratmetern bie­ten – also rund 100 Quadratmeter pro Wohnung, so eine ers­te Kalkulation. Knapp 800 Autos sol­len unter­kom­men. Und 450 Arbeitsplätze zur Verfügung ste­hen.