Foto: Peter Arnegger

Der Auf­zugs­test­turm Rott­weil – ein PR-Desas­ter für Thys­sen­krupp?” Das hat­te die NRWZ am Diens­tag gefragt. Zugleich hat­ten da eini­ge Fra­gen von uns der Pres­se­stel­le des Auf­zug­bau­ers vor­ge­le­gen, für deren Beant­wor­tung man sich Zeit aus­be­dun­gen hat. Die Ant­wor­ten lie­gen nun vor, wir brin­gen sie im Wort­laut. Dar­in wer­den Neue­run­gen  ver­spro­chen. So soll ein Tech­ni­ker ab sofort seit März jedes Wochen­en­de im Test­turm bereit ste­hen. Und Thys­sen­krupp will einen zwei­ten Auf­zug für die Besu­cher des Turms öff­nen. Das Unter­neh­men betont aller­dings: Es han­de­le sich beim Test­turm in ers­ter Linie um eine For­schungs­ein­rich­tung.

NRWZ: Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag soll es erneut eini­ge Aus­fäl­le des Pan­ora­ma­auf­zugs gege­ben haben. Deren Zahl soll bereits allein an die­sem Tag im zwei­stel­li­gen Bereich gele­gen haben. Ist das jeweils rich­tig? Falls nicht: Was war ges­tern los?

Thys­sen­krupp: Am Sams­tag gab es einen Aus­fall, der län­ger gedau­ert hat, weil die Tech­ni­ker für die Feh­ler­su­che Tei­le der Ver­klei­dung abbau­en muss­ten. Wir hat­ten Sams­tag und Sonn­tag (5./6. Mai 2018) außer­dem in Sum­me im klei­nen zwei­stel­li­gen Bereich Steh­zei­ten von jeweils 5 bis 15 Minu­ten. Die Ursa­che lag in der Elek­tro­nik und hat zu Pro­ble­men mit den Türen des Pan­ora­ma­auf­zu­ges geführt. Seit Behe­bung die­ses Feh­lers am Mon­tag ist er unun­ter­bro­chen und stö­rungs­frei im Ein­satz.

Ist es eben­falls rich­tig, dass vor­über­ge­hend Pas­sa­gie­re im Auf­zug ein­ge­schlos­sen gewe­sen sind? 

Wäh­rend der Tür­blo­cka­den im Erd­ge­schoss hat es War­te­zei­ten von 5 bis 15 Minu­ten gege­ben – vor der Kabi­ne und in der Kabi­ne. Ein Tech­ni­ker ist wäh­rend der öffent­li­chen Besu­cher­zei­ten immer direkt vor Ort und hat auch die­se Situa­tio­nen rasch gelöst.   

Der Auf­zug ist doch sicher für das Fahr­gast­auf­kom­men zur Platt­form aus­ge­legt. Wo liegt aus Ihrer Sicht das Pro­blem? Bezie­hungs­wei­se  Wie oft fällt ein aktu­el­ler Thys­sen­krupp-Auf­zug aus, wie vie­le Per­so­nen soll­te er zwi­schen zwei Aus­fäl­len durch­schnitt­lich beför­dern?

Unser Auf­zug – und zwar einer allein – beför­dert im Dau­er­be­trieb inner­halb von drei Tagen rund 4000 Per­so­nen. Da fällt jeder Defekt auf, zumal es am Test­turm, anders als in den meis­ten ande­ren „Hoch­häu­sern“,  bis­lang kei­ne wei­te­ren Auf­zü­ge gab, auf die wir bei Aus­fäl­len aus­ge­wi­chen wären. Die Sicht­bar­keit und die Fol­gen eines Defek­tes (= War­te­zei­ten) sind hier also wesent­lich grö­ßer als anders­wo.

Beim Pan­ora­ma­auf­zug hat­ten wir mit ver­schie­de­nen, klei­nen Defek­ten zu tun. Schon ein klei­nes Relais kann dazu füh­ren, dass der Auf­zug ste­hen­bleibt – was er bei einer Stö­rung auch soll – und Hun­der­te Besu­cher war­ten müs­sen.

Bei über 50.000 Ein­zel­tei­len, die in dem Pan­ora­ma­auf­zug ver­baut sind, gibt es auch kei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Garan­tie, dass immer alles funk­tio­niert. Zum Ver­gleich: Ein Auto zählt durch­schnitt­lich nur 10.000 Bau­tei­le. Wich­tig ist, dass wir Pro­ble­me schnell lösen, wenn sie auf­tre­ten. Aus die­sem Grund ist an allen Besu­cher­ta­gen ein Tech­ni­ker direkt in der For­schungs­ein­rich­tung sta­tio­niert. Viel­be­nutz­te Tei­le tau­schen wir vor­zei­tig prä­ven­tiv aus; wich­ti­ge Ersatz­tei­le lagern wir vor Ort.

Der Besu­cher­fluss soll außer­dem an den Wochen­en­den opti­miert wer­den: So könn­ten wir einen zwei­ten Auf­zug, der für Eva­ku­ie­rungs­zwe­cke aus­ge­stat­tet und bis­her dafür reser­viert wur­de, in den Nor­mal­be­trieb inte­grie­ren.

Im Fal­le eines Aus­falls ist der Ser­vice­tech­ni­ker gefragt. Die­ser ist mut­maß­lich wei­ter­hin für ein Gebiet und nicht nur für den Test­turm-Stand­ort zustän­dig. Er befin­det sich also mög­li­cher­wei­se nicht vor Ort. Behal­ten Sie die­ses Vor­ge­hen bei? Wie groß ist der Radi­us des Ser­vice­ge­biets um den Test­turm her­um? 

Es befin­det sich jeden Tag, an dem die Besu­cher­platt­form des Thys­sen­krupp-Auf­zugs­test­turms geöff­net ist, ein Ser­vice­tech­ni­ker für die gesam­te Öff­nungs­zeit direkt vor Ort. Er betreut aus­schließ­lich den Besu­cher­auf­zug.  Für eine Ein­rich­tung mit einem so hohen Besu­cher­auf­kom­men gehö­ren Bereit­schafts­diens­te von Tech­ni­kern zum Stan­dard.

Anm. der Red. Hier änder­te das Unter­neh­men offen­bar sein Vor­ge­hen. „Wenn nachts oder an einem Wochen­en­de Ein­sät­ze für unse­re Ser­vice­tech­ni­ker anste­hen, dann wer­den die­se über unse­re Ruf­be­reit­schafts­zen­tra­le infor­miert. Je nach­dem, wo sich der Ser­vice­tech­ni­ker befin­det, hat er eine Weg­stre­cke zum jewei­li­gen Ein­satz­ort zurück­zu­le­gen. Das benö­tigt Zeit.” So begrün­de­te im Febru­ar eine Thys­sen­krupp-Spre­che­rin gegen­über der NRWZ, war­um der Auf­zug bereits damals für eine vol­le Stun­de aus­ge­fal­len war. Wie die NRWZ erfuhr, ist seit März an allen Wochen­en­den ein Ser­vice­tech­ni­ker direkt vor Ort.

Gerät der Test­turm wegen der Aus­fäl­le des Pan­ora­ma­auf­zugs all­mäh­lich zum PR-Desas­ter für Thys­sen­krupp? 

Für uns bedeu­tet jeder Auf­zug, der nicht hun­dert­pro­zen­tig funk­tio­niert, ein Ärger­nis für den Kun­den und ein Pro­blem für die Bran­che. Obers­te Prio­ri­tät ist es immer, zuerst das Pro­blem zu lösen – und dann Inno­va­tio­nen vor­an­zu­trei­ben, die die der­zei­ti­gen glo­ba­len Stan­dards der Auf­zugs­bran­che ver­bes­sern.

Wir von der NRWZ emp­fin­den die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik Ihres Hau­ses bis­lang als eher restrik­tiv. Die Mit­ar­bei­ter am Test­turm sol­len – bild­lich gespro­chen – einen Maul­korb haben. Stimmt das? Ver­sucht Thys­sen­krupp Ele­va­tor, die Stand­zei­ten des Pan­ora­ma­auf­zugs unter dem Deckel zu hal­ten?

Wir sind immer bemüht um eine offe­ne, trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik.

Stimmt es, dass die Besu­cher ges­tern am ver­gan­ge­nen Sonn­tag Frei­ti­ckets bekom­men haben?

Ja, wir haben etwa 500 Tickets am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de als Ent­schä­di­gung für War­te­zei­ten ver­teilt. Kin­der sind in der Zahl inbe­grif­fen.

Wie man hört, sehen Sie auch kom­mu­na­len Hand­lungs­be­darf, in der Umge­bung des eigent­li­chen Test­turms. kön­nen Sie die­sen bit­te kon­kre­ti­sie­ren? Was wür­den Sie sich vor Ort wün­schen?

Wir kom­men­tie­ren kei­ne Ange­le­gen­hei­ten, die die Stadt Rott­weil betref­fen. Wo Thys­sen­krupp auf eige­nem Grund­stück die Lage rund um den Auf­zugs­test­turm ver­bes­sern kann, machen wir das natür­lich. Ins­ge­samt freu­en wir uns, dass wir mit der Stadt seit vie­len Jah­ren gut und kon­struk­tiv zusam­men­ar­bei­ten. Fra­gen zum Enga­ge­ment der Stadt kann und soll­te nur die Stadt beant­wor­ten.