Nur ein alltäglicher Unfall? Oder ein Verbrechen? An dieser Kreuzung sind ein Smart und ein Fahrradfahrer zusammen gestoßen. Die Kriminalpolizei ermittelte. Jetzt kommt der Fall vor Gericht Foto: Peter Arnegger

Es geschah am 13. August ver­gan­ge­nen Jah­res mit­ten in Rott­weil: Ein Smart und ein Fahr­rad prall­ten auf Höhe der Kreu­zung an der Vil­la Dut­ten­ho­fer zusam­men. Ein schein­bar nur all­täg­li­cher Unfall – bei dem dann plötz­lich die Kri­po ermit­tel­te, wie die NRWZ damals früh mel­de­te. Und zwar wegen ver­such­ter Tötung. Jetzt wird dem Smart­fah­rer der Pro­zess gemacht.

Das war offen­bar kein Klein­st­un­fall aus Unacht­sam­ket – der Zusam­men­prall eines Smarts und eines Fahr­rads an der Kreu­zung Bahn­hof-, König- und Stadt­gra­ben­stra­ße in Rott­weil. Jeden­falls ver­letz­te sich der ange­fah­re­ne Rad­ler nur leicht, nur am Dau­men. Und der Sach­scha­den: gering, so die Poli­zei. Doch steck­te mehr dahin­ter. Absicht, ver­mu­ten die Ermitt­ler. Jeden­falls soll direkt nach dem Zusam­men­prall mit dem Klein­wa­gen der Fahr­rad­fah­rer vor des­sen Fah­rer geflüch­tet sein. Das berich­te­te eine Augen­zeu­gin der NRWZ damals. Die Frau mein­te auch: „Wann flüch­tet schon mal ein Unfall­op­fer?” Sie hat­te den Not­ruf abge­setzt. 

Zudem sol­len Wor­te gefal­len sein, direkt an der Unfall­stel­le, die die ange­rück­ten Ver­kehrs­po­li­zis­ten auf­hor­chen und die Kol­le­gen von der Kri­po alar­mie­ren lie­ßen. Das bestä­tig­te damals ein Spre­cher des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen auf Nach­fra­ge der NRWZ.

Jetzt kommt die Sache vor Gericht. Die Ers­te Gro­ße Straf­kam­mer des Rott­wei­ler Land­ge­richts ver­han­delt ab Mon­tag, 9 Uhr ein Ver­fah­ren gegen einen zur Tat­zeit 41-jäh­ri­gen Deut­schen wegen ver­such­ten Tot­schlags, in Tat­ein­heit mit gefähr­li­chen Ein­griffs in den Stra­ßen­ver­kehr und in Tat­ein­heit mit gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung.

Dem Ange­klag­ten wird vor­ge­wor­fen, an jenem 13. August gegen 9.30 Uhr in Rott­weil mit sei­nem Wagen sein auf einem Fahr­rad fah­ren­des Opfer absicht­lich ange­fah­ren zu haben, um es zu töten. Der Ange­klag­te sei davon aus­ge­gan­gen, dass der 42-jäh­ri­ge Fahr­rad­fah­rer sei­ne Toch­ter ver­ge­wal­tigt und geschwän­gert habe. Der Vater habe sich rächen wol­len.

Die­se Toch­ter soll wäh­rend des Angriffs im Smart geses­sen haben, als Bei­fah­re­rin. Sie war schwan­ger.

Das Opfer, das der 41-Jäh­ri­ge zufäl­lig getrof­fen hat­te und das bei dem Angriff vom Fahr­rad stürz­te, erlitt ledig­lich Prel­lun­gen und Abschür­fun­gen. Das Fahr­rad wur­de beschä­digt.

Die Ver­hand­lung ist auf drei Tage ange­setzt. Es sind ein Neben­klä­ger, drei Sach­ver­stän­di­ge und acht Zeu­gen gela­den.