Zweiter der Rottweiler OB-Wahl: Simon Busch heuert bei Trend Factory an

Seit 13. November 2023 ist er Projektmanager bei der Veranstaltungsagentur

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Der Zweitplatzierte bei der jüngsten Rottweiler Wahl zum Oberbürgermeister hat einen neuen Job. Simon Busch hat bei der Trend Factory angeheuert. Er bleibt also der Stadt und seinen Fixpunkten, der Kultur und der Musik, treu.

(Rottweil). Der bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister von Rottweil gegen den heutigen Amtsinhaber Dr. Christian Ruf unterlegene Kandidat Simon Busch ist nun Mitarbeiter der Trend Factory Marketing und Veranstaltungs GmbH. Das hat sein neuer Arbeitgeber am heutigen Donnerstag bekannt gegeben. Auf der Facebook Seite der Agentur heißt es: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Momente. Herzlich willkommen, Simon!“ Weiterhin sucht das Unternehmen übrigens Leute im Bereich Projektmanagement, vom Trainee über den Junior bis zum Leiter.

Neuer Arbeitsort für den ehemaligen OB-Kandidaten ist damit das Rottweiler Neckartal, genauer: das Kraftwerk.

Zuletzt hatte Busch angegeben, als Verwaltungsleiter in der Praxis Dr. Nikola Busch zu arbeiten. Diese ist Zahnärztin, praktiziert in Rottweil und ist Simon Buschs Frau.

„Dies kann sehr gut passen“

Busch erklärt auf Nachfrage der NRWZ dazu, ob er einen neuen Job habe: „Ja, es ist richtig. Ich habe am 13. November bei der Trend Factory als Projektleiter angefangen.“ Und weiter führt er aus: „Für mich lag es nahe, mit der tf ins Gespräch zu kommen, da die tf – genau wie ich – heimatverbunden ist und ich empfinde es besonders spannend, aus dem Kraftwerk Ideen, Projekte und Visionen für Rottweil, die Region und darüber hinaus zu entwickeln.“ In seinen ersten Tagen habe er bereits intensiven Einblick gewonnen in die Zusammenarbeit mit großen Kunden der tf wie Carl Zeiss, Daimler Truck und Telefónica O2 sowie mit vielen mittelständischen Partnern der Region. „Ich freue mich sehr über die verantwortungsvolle Aufgabe, das neue Kapitel und bin den beiden Geschäftsführern Mike und Thomas dankbar für das Vetrauen!“

Und sein neuer Boss, Trend Factory-Geschäftsführer Mike Wutta: „Simon Busch hat bei uns angeklopft – wir hatten dann gleich sehr gute Gespräche, haben die vertieft und waren beidseitig überzeugt, dass dies sehr gut passen kann. Er hat dann sehr schnell am 13. November angefangen und ist schon voll involviert.“

„Großartiges Engagement“

Busch war vor der Wahl Geschäftsführer der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen. Er hatte diesen Job vor dem zweiten Wahlgang, vor gut einem Jahr aus heutiger Sicht, selbst gekündigt, wie er seinerzeit auf Nachfrage der NRWZ erklärte.

Damals ging Busch ganz offensichtlich nicht im Unfrieden. Auf der Seite der Bundesakademie wird ein Foto einer Abschiedsfeier gezeigt, die im Dezember vergangenen Jahres stattfand. Dazu heißt es: „Wer am letzten Arbeitstag immer noch vom Wir statt vom Ihr spricht, zeigt seine tiefe Verbundenheit und Identifikation mit der Bundesakademie Trossingen. Wir danken Simon Busch für sein großartiges Engagement als Geschäftsführer der Bundesakademie. Seine Verabschiedung haben wir auf seine Einladung hin im Rottweiler Russ-Stüble gefeiert – mit Wehmut auf beiden Seiten. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute!“

Die sieht Busch bei der Trend Factory, die nach eigenen Angaben mehr als 180 Veranstaltungen im Jahr umsetzt. Namhafte Kunden aus der Industrie werden von der Agentur im Rottweiler Neckartal betreut – sodass mitunter auch mal Bryan Adams auftritt -, zudem setzt sie etwa den Ferienzauber und große Veranstaltungen im Kraftwerk um. Insofern gab es immer auch Berührungspunkte mit Busch, der als früheres Mitglied des Kulturdachverbands „kulturottweil“ und als Vorsitzender des Jazzfest-Vereins in der Szene unterwegs war und ist.

Vorstellung auf der Firmenseite

Der neue Trend Factory-Mitarbeiter wird – wie es in dem Betrieb üblich ist – auf der Facebook-Seite mit einem kleinen Interview vorgestellt. Darin kommt seine enge Verbindung zu der Eventagentur zum Ausdruck:

Buschs Werdegang

Nach einem Studium in Kulturwissenschaften und -Management mit Masterabschluss in Ludwigsburg war Busch ab 2015 und bis 2022 Geschäftsführer der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen, verantwortlich für die Verwaltung der Bundesakademie mit ihren mehr als 30 Beschäftigten, wie er in seiner Bewerbung um den Posten des OBs damals erklärte. Zuvor war er nach eigenen Angaben bei der Stadtverwaltung Biberach und machte beruflich bei ARTE in Straßburg und im Wissenschaftsministerium von Baden-Württemberg Station.

Verlierer der Stichwahl

Das von den beiden aussichtsreichsten Kandidaten leidenschaftlich geführte Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters von Rottweil verlor Busch im Oktober 2022 äußerst knapp. Ruf (CDU) holte mit 50,05 Prozent im zweiten Wahlgang  die Mehrheit der Stimmen, Busch erreichte 47,10 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,36 Prozent.

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.