Don-Bosco-Kindergarten: Fensterbaufirma ist pleite +++ aktualisiert

Große Schäden und Verzögerung / Fertigstellung frühestens im Spätherbst? / Neuer Fensterbauer solls richten - auch ohne Gewährleistung

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

Seit Monaten scheint es an der Baustelle des Don-Bosco-Kindergartens nicht voran zu gehen. Nun ist klar, warum: Die beauftragte Fensterbaufirma hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Durch verspätete und teilweise mangelhaften Einbau der Fenster hätten sich viele andere Gewerke verzögert, schreibt Abteilungsleiter Andreas Krause in einer Vorlage für den Gemeinderat. Beim Bürgerdialog am vergangenen Mittwoch hatte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr die Verzögerung bereits angedeutet.

Schramberg. Im Laufe des letzten Jahres hätten die Bauleute die Rohbauarbeiten weitgehend fertiggestellt und den Holzbau erstellt, teilt Krause in einer Vorlage für den Gemeinderat mit. Die Dachabdichtung und die Begrünung seien aufgebracht und die PV-Anlage auf dem Dach installiert, so Krause in seinem Sachstandsbericht. „Im Gebäude wurde die Elektroinstallation, die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation vorangetrieben und der Estrich eingebracht.“ Der Aufzug sei eingebaut und Teile der Wandinnenverkleidungen montiert. Das Projekt stand bisher unter keinem guten Stern.

Schwachpunkt Fenster

Bei den Fensterelemente habe die Herstellerfirma diese nur „mit großer Verzögerung geliefert“. Allerdings sei der Einbau „noch unvollständig oder mangelhaft ausgeführt“.

Deshalb gebe es auch bei den Folgegewerken große Probleme. Ohne die Fenster können die Handwerker die Fassadenverkleidung nicht anbringen, die Gerüstbauer das Gerüst nicht abbauen und daher auch die Landschaftsbauer das Umfeld des Kindergartens nicht gestalten.

Weil bis Mitte Dezember die Fenster fehlten, musste frühzeitig eine mobile Bauheizung beschafft werden, um die Installationen weiter führen zu können. „Insbesondere die Elektroinstallation musste teilweise unterbrochen werden, da die Innentemperaturen unter 5 Grad Celsius gefallen waren“, schreibt Krause in seiner Vorlage.

Es kann noch schlimmer kommen: „Durch falsche Ausführung und Mängel bei den Fensterbauarbeiten sind gegebenenfalls auch bereits ausgeführte Gewerke wie der Estrich betroffen.“

Grund der Verzögerung

Seit Kurzem sei bekannt, dass die beauftragte Fensterbaufirma Insolvenz angemeldet hat. Das erkläre die schleppende Bearbeitung in den letzten Monaten.

Die Stadt möchte den Vertrag nun kurzfristig kündigen und hatte aufgrund der Verzögerungen bereits einen Rechtsanwalt hinzugezogen. Dieser werde die Abwicklung des Verfahrens mit begleiten und mögliche Schadensersatzansprüche prüfen.

Neuer Zeitplan

bürgerdialog bärensaal don bosco dk 170424 (54)
Beim Bürgerdialog zeigte Oberbürgermeisterin Eisenlohr diese Grafik. Foto: him

Bisher habe die Verwaltung keinen neuen Terminplan aufstellen können, „da das beauftragte Fensterbauunternehmen – trotz mehrfacher Aufforderung – keinen Fertigstellungsplan für sein Gewerk eingereicht hatte“, bedauert Krause. Für einen Fertigstellungstermin gebe es zu viele offene Fragen und Abhängigkeiten. „Im Idealfall kann mit einem Bezug der Kita im Spätherbst gerechnet werden.“

Beim Bürgerdialog im Bärensaal hatte OB Eisenlohr berichtet, der Don-Bosco-Kindergarten werde erweitert, von 81 auf 107 Kindergarten und Krippenplätzen. Hinzu komme ein Familienzentrum. Die Fertigstellung sei „hoffentlich noch in diesem Jahr“.

Stadt sucht neuen Fensterbauer

Am Donnerstag, 25. April hat der Gemeinderat beschlossen, die Stadt solle einen neuen Fensterbaubetrieb suchen, der die begonnenen Arbeiten fortsetzt. Krause hatte dazu erklärt, ein anderes Unternehmen werde dafür aber keine Gewährleistung übernehmen wollen. Der Rat hat dennoch den Auftrag der Verwaltung erteilt.

Ein kompletter Ausbau und neue Fenster würden den Zeitplan um weitere drei bis fünf Monate nach hinten schieben, hatte Krause gewarnt. Das, fanden die Rätinnen und Räte, sei weder den Eltern, den Kindern noch den Erzieherinnen zuzumuten.

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken
Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.