Gutes Jahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Volks­bank Schwarz­wald-Baar-Neckar

Die Nied­rig­zins­pha­se wird noch län­ger andau­ern. Davon geht die Volks­bank Schwar­z­­wald-Donau-Neckar jetzt aus, wie deren Vor­stands­vor­sit­zen­der Jür­gen Fin­de­klee beim Pres­se­ge­spräch sag­te. „Wir gehen davon aus, dass die Null-Posi­­ti­on für die nächs­ten fünf bis zehn Jah­re die Nor­ma­li­tät bleibt“, sag­te Fin­de­klee. Was bedeu­tet: Der Zins­über­schuss ist wei­ter rück­läu­fig, im vori­gen Jahr von 36 auf 33 Mil­lio­nen Euro.

War­um er, sein Vor­stands­kol­le­ge Rai­ner Fader und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Dr. Hans-Joa­­chim König den­noch die Bank gut auf­ge­stellt sehen, liegt auch dar­an, dass das Pro­vi­si­ons­ge­schäft ver­stärkt wird – 2018 ist es um eine Mil­li­on Euro gestie­gen. Dazu bei­getra­gen hat auch die Aus­lands­ab­tei­lung, die nicht nur für die eige­nen Kun­den, son­dern auch für meh­re­re Volks­ban­ken im wei­te­ren Umkreis tätig wird – inter­na­tio­nal, „alles außer Nord­ko­rea“ (Fin­de­klee). Zehn Mit­ar­bei­ter hat die Abtei­lung inzwi­schen, an eine Ver­grö­ße­rung ist gedacht, wenn sich geeig­ne­te Mit­ar­bei­ter fin­den. Außer­dem soll mit straf­fem Kos­­ten- und Pro­zess­ma­nage­ment gear­bei­tet wer­den. Wobei er klar stell­te: „Wir brau­chen Per­so­nal, und das müs­sen wir auch anstän­dig zah­len!“

Inge­samt zogen Vor­stand und Auf­sichts­rat eine „rund­um posi­ti­ver Bilanz“. Die Bilanz­sum­me stieg um 6,2 Pro­zent auf erst­mals über zwei Mil­li­ar­den, das Kun­den­kre­dit­ge­schäft stieg um 4,6 Pro­zent – „wir haben einen abso­lu­ten Bau-Boom, der Wunsch nach Eigen­tum ist unge­bremst in der Bevöl­ke­rung“, sag­te Fin­de­klee. Auch das Ein­la­gen­ge­schäft ist gestie­gen – „wir sehen das mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge“, weil die Bank die Nega­tiv­zin­sen, die sie der Zen­tral­bank für dort hin­ter­leg­tes Geld zah­len muss, nicht an die Kun­den wei­ter­gibt.

Das Betriebs­er­geb­nis, also der Gewinn, ist von 16 auf 25 Mil­lio­nen gestie­gen, das sind 1,25 Pro­zent der Bilanz­sum­me – der Durch­schnitt der genos­sen­schaft­li­chen Ban­ken liegt laut Fin­de­klee bei 0,7 Pro­zent. Die Eigen­ka­pi­tal­quo­te liegt bei 16,2 Pro­zent (gefor­dert sind 11,53 Pro­zent), die Kern­ka­pi­tal­quo­te bei 12,8 Pro­zent (8,65). „Wir sind eine der ertrag­reichs­ten Volks­ban­ken in Baden-Wür­t­­te­m­berg“, lob­te König.

Nach dem Rück­tritt von Vor­stands­mit­glied Frank-Kar­s­­ten Wil­ler wird der Vor­stand nun auf zwei Per­so­nen redu­ziert. „Wir kön­nen nicht auf der einen Sei­te sagen, wie sind kos­ten­be­wusst, und auf der ande­ren Sei­te den Vor­stand auf­blä­hen“, erklär­te Findeklee.Für die Zukunft sei die Bank gut auf­ge­stellt.

Die Fusi­on mit Schram­berg hat her­vor­ra­gend geklappt“ und habe das Haus in Schram­berg gut vor­an­ge­bracht, beschei­nig­te der Bank­chef. Was nicht hei­ßen sol­le, dass da vor­her nicht gut gear­bei­tet wor­den sei – aber durch die schie­re Grö­ße der fusio­nier­ten Bank könn­ten nun Kun­den mit grö­ße­rem Bedarf bedient wer­den. Und das sei wich­tig, auch weil sich die Groß­ban­ken aus der Flä­che zurück­zö­gen.

Die Dame am Schal­ter, hier Ste­fa­nie Stau­da­cher, sitzt nicht in der Filia­le, son­dern in Schwen­nin­gen. Oben die Kame­ra.

Vor­ge­stellt wur­de auch das neue Sys­tem „VR-SISy”, das den Schal­ter durch eine Video-Bespre­chung ersetzt. Das wird der­zeit in Tutt­lin­gen erprobt und soll danach in Ein-Per­­so­­nen-Fili­a­­len die per­sön­li­che Bespre­chung am Schal­ter erset­zen. Zehn Filia­len kämen dafür in Fra­ge, sag­te Fin­de­klee, und nann­te als Bei­spiel Her­ren­zim­mern. Ein­ein­halb bis zwei­ein­halb Mil­lio­nen Euro will sich die Bank das kos­ten las­sen. Für die Kun­den vor Ort habe das den Vor­teil, dass sie nicht auf die immer kür­zer wer­den­den Öff­nungs­zei­ten der Filia­le ange­wie­sen sei­en, son­dern den Ser­vice län­ger in Anspruch neh­men könn­ten: „Wir müs­sen fle­xi­bel sein.“ Die Kun­den haben dann nicht mehr den Mit­ar­bei­ter selbst vor sich, son­dern per Video einen Mit­ar­bei­ter, der in Schwen­nin­gen setzt. Es gibt eine eige­ne Kame­ra für Doku­men­te und eine Stel­le für Unter­schrif­ten.