Halle Tennenbronn: Gemeinderat beschließt die große Lösung

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Schramberg.  Mit großer Mehrheit hat am Donnerstagabend der Gemeinderat beschlossen, die größere Variante 6 beim Tennenbronner Hallenbau weiter zu verfolgen. Nach ausführlicher Diskussion um die Kosten und neue Zahlen stimmte der Rat mit 19 Stimmen für diese Variante. Zwei Rätinnen enthielten sich.

Wieder waren zahlreiche Gäste aus Tennenbronn in die Aula des Gymnasiums gekommen um die Diskussion und de Entscheidung zu verfolgen. Sie nahmen die Entscheidung für die Halle mit knapp 1000 Besucherplätzen mit Beifall auf.

Am Ende ging es doch ziemlich glatt. Man sei „einen sehr weiten Weg gegangen“, so Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Die Geschichte zum Hallenbau gehe noch in die Zeit ihrer Vorgänger im Amt zurück.  Man habe lange diskutiert und beraten, erst letzte Woche nochmals bei einem Bürgerdialog.

Zwei Möglichkeiten

Andreas Krause, für den Hochbau in der Stadt zuständig, stellte noch einmal die beiden Varianten V 5 mit bis zu 500 Plätzen und V 6 mit knapp 1000 Plätzen vor. Er berichtete vom Bau einer ähnlichen Halle in Villingendorf und den dort zuletzt verzeichneten Preisen. Über alle Kosten käme man dort auf etwa 4343 Euro je Quadratmeter.

Andreas Krause präsentiert die verschiedenen Varianten. Foto: him

Die Halle in Villingendorf werde etwa 8,2 Millionen Euro kosten, die Variante 6 für Tennenbronn liege laut Architekten bei 11,5 Millionen. „Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen“, so Krause. Er wies aber auch auf die unterschiedliche Topografie in Villingendorf und Tennenbronn hin. Auch käme in Tennenbronn noch die PV-Anlage für Dach und Parkplätze hinzu. Und die Zufahrt für 1,6 Millionen ebenfalls.

Die Verwaltung schlage die Variante 6 vor, um die Sondergenehmigungen zu vermeiden. Außerdem wolle man einen Gestaltungsbeirat einsetzen, der das Projekt begleiten soll. Eisenlohr versprach es werde „keine goldenen Wasserhähne“ geben.

Vier Fraktionen nun doch für V6

Für die Fraktionen von CDU, SPD-Buntspecht, Freie Liste und ÖDP erklärte Thomas Brantner, auch diese Fraktionen seien nun für die große Lösung – und bekam dafür viel Beifall von den Zuhörerinnen und Zuhörern. Die Zahlen hätten sich seit der letzten Sitzung geändert.

Als Wermuttropfen kündigte er aber an, man wolle eine Kostendeckel bei 11 Millionen Euro und damit „ein politisches Zeichen setzen“. Brantner verwies darauf, dass die Baukonjunktur nachlasse, die Preise für Holz, Glas und Stahl gesunken seien. Die Fraktionen begrüßten den Gestaltungsbeirat. Er schlage vor auch einen Projektsteuerer zu engagieren, der drauf schaue, dass die Zahlen eingehalten werden.

Thomas Brantner. Foto: him

OB Eisenlohr freute sich über die Zustimmung, das Ringen um die beste Lösung sei gelebte Demokratie.

Für die „Aktiven Bürger“ erklärte Hilmar Bühler, sie seien schon bisher für die Variante 6 gewesen und deshalb bei der gemeinsamen Stellungnahme neulich nicht dabei gewesen.

Die Kosten bisher in den verschiedenen Varianten. Foto: him

Nachrechnen hat sich gelohnt

Udo Neudeck (Freie Liste) sah die Fraktionen bestätigt. Zuletzt sei von 4700 Euro pro Quadratmeter die Rede gewesen. „Damit wäre Variante 6 nicht möglich gewesen.“ Auch Neudeck kann sich einen Projektsteuerer gut vorstellen. Der Preisdeckel sei da, „aber wir werden den Bau nicht einstellen, wenn er nicht eingehalten wird“.

Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) erklärte, ihre Fraktion sei mehrheitlich „im Boot“. Eine Halle, bei der die Ausnahmen zur Regel würden, sei nicht sinnvoll. Sie erinnerte an andere große Projekte in der Stadt. „Wir hoffen dann auf die Solidarität aus dem Stadtteil Tennenbronn.“ Beim Deckel sei sie skeptisch, ob der sinnvoll sei. Beim Beirat schlug sie vor, auch den Ortschaftsrat und den Förderverein mit einzubeziehen. Über die Zusammensetzung des Beirats will der Rat später entscheiden.

Demokratische Kultur bewiesen

Ihr Fraktionskollege Reinhard Günter wurde grundsätzlich. Er habe in seiner Zeit als Gemeinderat drei große Projekte miterlebt. Es zeige von einer „sehr guten demokratischen Kultur, wie diese Projekte entstehen“, so Günter. Es sei völlig in Ordnung, wenn die Beteiligten im Laufe eines Prozesses ihre Meinung änderten. Es habe sich immer wieder gezeigt, dass, wenn man so viel Geld investiere, man keine halben Sachen machen sollte.

Jürgen Kaupp fand, ein Projektsteuerer sollen neben den Kosten auch den Zeitplan im Blick haben. Krause warf ein, ein Projektsteuerer sei „nicht ganz günstig“. Die Aufgabe müsse eventuell europaweit ausgeschrieben werden, was wieder zu Zeitverzögerungen führen könne.

Für die ÖDP kündigte Volker Liebermann an, sie werde für die Variante 6 Stimmen und halte den Deckel von 11 Millionen für wichtig.

In getrennter Abstimmung votierten 17 Rätinnen für den 11-Millionen-Euro-Deckel bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Die Variante 6 erhielt 19 ja Stimmen und zwei Enthaltungen. Einen Planungsbeirat möchten 20 einsetzen bei einer Enthaltung. Den Einsatz eines Projektsteuerers möchten 21 prüfen lassen.

 

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.