Klaus Dezember (ganz rechts) zeigt die Skizze mit den Maßnahmen die Landesgeologe Ruch am Tösberg vorgeschlagen hat. In die roten Bereiche soll kein Wasser einlaufen, gelb und grün ist weniger problematisch. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Der Erd­rutsch vom 14. Janu­ar wird die Stadt noch auf Jah­re beschäf­ti­gen. Die Ursa­chen­for­schung hat begon­nen, wie der Hang beim Schilteck­hof gesi­chert wer­den kann, ist noch offen und, wer letzt­end­lich für den Scha­den auf­kom­men wird, eben­falls.

Doch Schram­bergs Lage mit den stei­len Hän­gen und dem „Rot­lie­gen­den“  wird dafür sor­gen, dass der „Tho­mas-Phil­ipps- Rutsch“  nicht der letz­te war. Auch in der Ver­gan­gen­heit hat­te der Schloss­berg böse Über­ra­schun­gen bereit: Im ver­gan­ge­nen Jahr am Burg­weg, vor gut vier Jah­ren bei der „Schö­nen Aus­sicht” und  im Win­ter 2012 beim Ber­neck­sport­platz.  In ihrer Haus­halts­re­de hat­te Tan­ja Wit­kow­ski (SPD-Bunt­specht) gefragt, was denn aus den damals vom Lan­des­geo­lo­gen Cle­mens Ruch vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men gewor­den sei.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog beton­te im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik, es gehe nicht um die aktu­el­le Lage am Tho­mas-Phil­ipps-Markt son­dern um die Umset­zung der Ruch-Vor­schlä­ge. Nach dem ers­ten gro­ßen Rutsch im Jahr 2012 habe Ruch alle Rin­nen am Schloss und am Tös­berg began­gen, berich­te­te Tief­bau­chef Klaus Dezem­ber.

Der Erd­rutsch ober­halb des Ber­neck­sport­plat­zes Ende Dezem­ber 2012. Archiv­fo­to: him

Nach den bei­den Rut­schun­gen auch spä­ter nach der „Schö­nen Aus­sicht” habe der Eigen­tü­mer des Gelän­des  Bau­un­ter­neh­men beauf­tragt, die abge­rutsch­ten Wege wie­der her zustel­len. Ruch hat­te zuvor fest­ge­legt, in wel­chen Rin­nen kein Was­ser mehr abflie­ßen soll­te, um künf­ti­ge Rut­schun­gen zu ver­hin­dern.

Im Zuge des Wege­baus sei­en die Was­ser­füh­run­gen so gelegt wor­den, dass das Was­ser in den weni­ger gefähr­de­ten Rin­nen abflie­ßen kann, so Dezem­ber. Bei der „Schö­nen Aus­sicht“ wird es nach wie vor durch das damals ver­leg­te grü­ne Plas­tik­rohr gelei­tet. „Alle Maß­nah­men, die damals von Dr. Ruch vor­ge­schla­gen wur­den, hat der Grund­ei­gen­tü­mer am Schloss­berg umge­setzt.“

Die Rin­nen am Schloss­berg.

Am Tös­berg  sei­en die Arbei­ten teil­wei­se fer­tig­ge­stellt. „Die aku­te Gefahr ist gebannt.“ Der nächs­te Schritt sei, dass man noch ein­mal mit dem Geo­lo­gen die Hän­ge abge­he und nach mög­li­chen Gefah­ren­stel­len schaue. Es freue ihn, dass Ruch sich die Zeit für Schram­berg neh­me, obwohl dies nicht sei­ne eigent­li­che Auf­ga­be sei.

Eine laten­te Gefahr, dass  beim „Rot­lie­gen­den“ eine Rut­schung gesche­he, bestehe immer. „Eine 100-pro­zen­ti­ge Sicher­heit gibt es nicht“, betont Dezem­ber und fügt hin­zu: „Wäre die Bebau­ung nicht da, gäbe es kein Pro­blem.“