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Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Schram­berg Kin­der und Jugend­li­che fin­den im Kran­ken­haus ”Platz für Par­ty”

Kinder und Jugendliche finden im Krankenhaus ”Platz für Party”

Par­al­lel Ein­bre­cher am Werk?

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SCHRAMBERG – Anfang Juli sorg­te eine Nach­richt für Auf­re­gung in der Stadt:  Ein­bre­cher hät­ten das ehe­ma­li­ge Kran­ken­haus heim­ge­sucht und  eine „Rie­sen­men­ge“  Sachen abmon­tiert und gestoh­len“, zitier­te die NRWZ einen Poli­zei­spre­cher. Des­halb gehe die Poli­zei davon aus, dass es sich um eine orga­ni­sier­te Ban­de gehan­delt habe. Im Schw­abo war zu lesen, „eine wah­re Bar­ba­rei“ habe sich im ehe­ma­li­gen Kran­ken­haus abge­spielt. 

”Das ist ein Schock fürs Leben, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin so zer­stört”, zitiert das Blatt Anne­lie­se Ben­dig­keit, die seit der Schlie­ßung ehren­amt­lich  im frü­he­ren Kran­ken­haus nach dem Rech­ten schaut.

Nun, drei Wochen spä­ter, die Poli­zei hat die mut­maß­li­chen Täter seit eini­gen Tagen ermit­telt, war wohl alles halb so wild: „Es waren ein paar Jugend­li­che, die da Par­ty gemacht haben“, fasst Revier­lei­ter Jür­gen Lede­rer die Ermitt­lun­gen zusam­men. Aller­dings: Es feh­len zwei Alu­mi­ni­um­tü­ren und  meh­re­re neu­wer­ti­ge Schrän­ke.

Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne sind durch ein klei­nes Fens­ter ins Kran­ken­haus ein­ge­drun­gen.

Durch die­ses schma­le Fens­ter sind die Jugend­li­chen ins­Kran­ken­haus ein­ge­drun­gen. Deut­lich zu sehen: die Spu­ren ihrer Schu­he. Foto: pri­vat

Zwei Jungs und drei Mäd­chen im Alter zwi­schen zwölf und 19 Jah­ren. „Die sind da rein, weil sie einen Platz gesucht haben, wo sie sich unge­stört auf­hal­ten kön­nen“, erzählt Jugend­sach­be­ar­bei­ter Wer­ner Kauf­mann vom Schram­ber­ger Poli­zei­re­vier. Das mit dem Zer­stö­ren von Sachen habe sich im Lauf der Zeit so ent­wi­ckelt. Die Jugend­li­chen könn­ten es eigent­lich nicht erklä­ren. „Das ist zum Selbst­läu­fer gewor­den.“  Die fünf sei­en „gestän­dig und reu­mü­tig“, berich­tet Kauf­mann. Gestoh­len hät­ten sie wohl nichts. Juris­tisch gehe es um Haus­frie­dens­bruch und Sach­be­schä­di­gung.

Zusammengepuzzelt

Auf die Spur der losen Grup­pe aus Schram­berg und dem Umland sei man über Hin­wei­se gekom­men, die die Jugend­li­chen selbst im Kran­ken­haus hin­ter­las­sen hat­ten. „Wir haben gepuz­zelt und sind auf den Namen eines Betei­lig­ten gekom­men“, erzählt Ober­kom­mis­sar Kauf­mann. Die­ser habe gleich gestan­den, und auch die ande­ren Grup­pen­mit­glie­der hät­ten sich gemel­det.

Auch Diebe waren im Gebäude

Bei einer Bege­hung mit Ver­tre­tern der Stadt, der Poli­zei und Anne­lie­se Ben­dig­keit am Mon­tag habe man ver­sucht, fest­zu­stel­len, wel­che Zer­stö­rung auf das Kon­to der Jugend­li­chen geht, was vor­her schon alles kaputt war – und ob etwas gestoh­len wur­de. Dabei habe sich erge­ben, dass zwei hoch­wer­ti­ge Alu­mi­ni­um­tü­ren und meh­re­re neu­wer­ti­ge Schrän­ke ver­schwun­den sind, Din­ge, die die Jugend­li­chen nicht gestoh­len haben kön­nen. „Es muss wohl rein zufäl­lig zur sel­ben Zeit noch jemand ande­res im Haus gewe­sen sein“, so Kauf­mann.

Kein Zwei­fel: Hier drin hat nie­mand was ver­lo­ren. Foto: him

Bis­her habe man nur einen „äußerst vagen Hin­weis auf einen Lie­fer­wa­gen“, der  zum Tat­zeit­punkt in der Nähe gese­hen wor­den sein soll. Die Jugend­li­chen kämen als Die­be nicht in Fra­ge, sie hät­ten weder einen Füh­rer­schein noch ein Fahr­zeug, um die Sachen weg­zu­schaf­fen, so Kauf­mann. Wie hoch der den Scha­den sei, sei noch unklar und schwer zu ermit­teln, meint Kauf­mann: „Wenn das Kran­ken­haus eh abge­ris­sen wird….“

 

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