SBG-Bus auf dem Sulgen. Foto: him

Schram­berg. Die Beschäf­tig­ten der Stadt­ver­wal­tung Schram­berg bekom­men ab 1. Janu­ar 2020 einen Zuschuss für Jah­res­kar­ten oder bis zu sechs Monats­kar­ten für Fahr­ten im öffent­li­chen Lini­en­ver­kehr zwi­schen ihrer Woh­nung und ihrem Arbeits­platz. Die­se Rege­lung gilt auch für Mit­ar­bei­ter der Eigen­be­trie­be Wirt­schafts­för­de­rung und Spit­tel-Senio­ren­zen­trum sowie Stadt­wer­ke Schram­berg e.K. – Abtei­lung Bäder/Parken und Abwas­ser­be­hand­lung. Die Höhe beträgt 50 Pro­zent, maxi­mal aber 400 Euro im Jahr. Der Beschluss des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses fiel ein­stim­mig bei einer Ent­hal­tung. Das grund­sätz­li­che Go gibt es aber erst, wenn der Haus­halt 2020 in Kraft ist.

Bei dem Job-Ticket han­delt es sich um einen außer­ta­rif­li­chen Zuschuss des Arbeit­ge­bers. Ande­re Ver­güns­ti­gun­gen, wie zum Bei­spiel das Ange­bot des Fahr­rad­lea­sings, auch als Job-Rad bekannt, sind, wie es in der Vor­la­ge heißt, aus tarif­li­chen aber auch aus finan­zi­el­len Grün­den nicht mög­lich. Aus Sicht der Ver­wal­tung ist die För­de­rung durch das „Job-Ticket“ ein Aspekt der Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Gleich­zei­tig soll so die Nut­zung des ÖPNV ange­regt wer­den, die auch als posi­ti­ver Effekt für die Umwelt gese­hen wird. Wei­ter heißt es: „Als Mehr­wert erhof­fen wir uns zudem eine Ent­span­nung der ange­spann­ten Park­si­tua­ti­on in Schram­berg und gege­be­nen­falls sogar einen posi­ti­ven gesund­heit­li­chen Effekt für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter.“ Dabei wird auf den Fuß­weg zur Hal­te­stel­le und das stress­freie Mit­fah­ren ver­wie­sen.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog sieht in der Unter­stüt­zung des ÖPNV eine gute Sache. Deut­lich mach­te er aber auch, dass es sich in Schram­berg eher um eine gefühl­te Park­platz­not han­delt.

Udo Neu­deck, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Frei­en Lis­te, begrüß­te die Idee als „prin­zi­pi­ell gute Sache“. Um von vorn­her­ein spä­te­re Pro­ble­me aus­zu­schlie­ßen frag­te er nach, ob es sich dabei um einen geld­wer­ten Vor­teil han­delt. Ute Vogel, Lei­te­rin der Abtei­lung Per­so­nal und Orga­ni­sa­ti­on, infor­mier­te, dass es seit dem 1. Janu­ar 2019 eine neue Rege­lung gebe, die besagt, dass es sich bei einem Job-Ticket nicht mehr um einen geld­wer­ten Vor­teil han­delt.

Tan­ja Wit­kow­ski, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de von SPD/Buntspecht, sah in dem Job-Ticket einen ers­ten Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Sie woll­te wis­sen, wie vie­le Mit­ar­bei­ter den ÖPNV bis­her nut­zen. Sie reg­te an, wei­te­re Ver­güns­ti­gun­gen für die städ­ti­schen Mit­ar­bei­ter zu prü­fen. Laut Ute Vogel sind es bis­her nicht mehr als zehn Leu­te. OB Her­zog ergänz­te, dass dies auch mit dem Takt des ÖPNV zu tun habe oder es „ist bis­her zu teu­er“. Uwe Weis­ser, Fach­be­reichs­lei­ter Zen­tra­le Ver­wal­tung und Finan­zen, sicher­te zu: „Das bleibt ein The­ma bei uns. Es ist nur so, dass viel tarif­lich nicht geht.“ Er hofft, dass der eine oder ande­re umsteigt.

Ralf Rück­ert for­der­te gleich zu ver­fah­ren, wie das Land: „Wenn das Job-Rad fürs Land geht, muss es für die Kom­mu­ne auch gehen.“ OB Her­zog ent­geg­ne­te: „Das Job-Rad ist kom­mu­nal­recht­lich nicht zuläs­sig.“ Er räum­te ein, dass es bei Beam­ten viel­leicht geht, aber bei Ange­stell­ten nicht.

Jür­gen Win­ter (CDU) bedau­er­te, dass die Finan­zie­rung des ÖPNV nur auf öko­no­mi­schen Inter­es­sen beruht. So wer­den nach sei­nen Wor­ten auch die Fahr­zei­ten öko­no­misch bestimmt.
Wäh­rend die Ver­tre­ter von CDU, SPD/Buntspecht, Freie Lis­te und ÖDP sowie OB Her­zog zustimm­ten, ent­hielt sich der Ver­tre­ter der Akti­ven Bür­ger.