So sah das Protestplakat bis 2016 aus....

SCHRAMBERG/STUTTGART (him) – Die Tal­um­fah­rung Schram­berg hat das Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in sei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te für den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 recht weit vor­ne ein­ge­stuft. Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann hat am Abend die Rei­hen­fol­ge der Ver­kehrs­pro­jek­te bekannt­ge­ge­ben, die in den kom­men­den Jahr­zehn­ten abge­ar­bei­tet wer­den soll.

Laut Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog soll bis spä­tes­tens 2025 mit der Pla­nung für die Tal­um­fah­rung begon­nen wer­den.

So dank­te die Initia­ti­ve nach der Auf­nah­me in den vor­dring­li­chen Bedarf.…
Foto: him

Hier die Pres­se­mit­tei­lung von Ober­bür­ger­meis­ter Her­zog im Wort­laut:

Der baden-würt­tem­ber­gi­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann prä­sen­tier­te bei
der Stra­ßen­bau­kon­fe­renz „Umset­zung des Bedarfs­plans 2016, Stu­fe 2“ am
20.03.2018 die vor­ge­nom­me­nen Prio­ri­sie­run­gen der Pro­jek­te des
Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans 2030. Die Umset­zungs­kon­zep­ti­on des ist zwei­stu­fig
auf­ge­baut. Die ers­te Stu­fe umfasst Pro­jek­te, die im Bau sind oder die sich in einem
lau­fen­den Pla­nungs­pro­zess befin­den. Mit der Wei­ter­füh­rung die­ser Pro­jek­te, die
bereits bei der ers­ten Stra­ßen­bau­kon­fe­renz am 07.03.2017 ver­öf­fent­licht wur­den,
sind die Kapa­zi­tä­ten der Regie­rungs­prä­si­di­en für die Bedarfs­plan­maß­nah­men bis auf
wei­te­res aus­ge­las­tet, so das Minis­te­ri­um für Ver­kehr in Stutt­gart.

Die Pro­jek­te der zwei­ten Stu­fe, also auch die Tal­um­fah­rung Schram­berg, kön­nen
der­zeit nicht aktiv geplant wer­den und wur­den nun auf Basis fach­li­cher, trans­pa­ren­ter
und nach­voll­zieh­ba­rer Kri­te­ri­en durch das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart bewer­tet.
Auf der Grund­la­ge die­ser Ergeb­nis­se wur­de jetzt vom Ver­kehrs­mi­nis­ter ent­schie­den,
mit wel­chen Pla­nun­gen für Pro­jek­te der Umset­zungs­stu­fe 2 unter Berück­sich­ti­gung
der suk­zes­si­ve frei­wer­den­den per­so­nel­len Kapa­zi­tä­ten und der ver­füg­ba­ren
Haus­halts­mit­tel in den nächs­ten Jah­ren neu begon­nen wird.

Dabei wur­de unter ande­rem Ziel­set­zung ver­folgt, zuerst die wirt­schaft­lichs­ten und wirk­sams­ten Pro­jek­te dort umzu­set­zen, wo die Belas­tun­gen heu­te am schlimms­ten sind.
Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog zeig­te sich erfreut über die vom Minis­te­ri­um
vor­ge­nom­me­ne Fest­le­gung und hofft, dass sich freie Kapa­zi­tä­ten für einen bal­di­gen
Beginn der Pla­nun­gen für die Tal­um­fah­rung bei den zustän­di­gen Stel­len auf­tun.
Damit hat sich sein per­sön­li­cher Ein­satz und das Enga­ge­ment von Gemein­de­rat,
Ver­wal­tung, der Indus­trie und des Gewer­bes aus­ge­zahlt.

Er dankt aus­drück­lich allen Unter­stüt­zern und Befür­wor­tern des Pro­jekts, ins­be­son­de­re den Mit­glie­dern desBun­des- und des Land­tags von Baden-Würt­tem­berg, Land­rat Dr. Michel, der IHKSchwarz­wald-Baar-Heu­berg, dem Akti­ons­bünd­nis „für die Tal­um­fah­rung und gegen
die Umwelt­zo­ne“ und der Inter­es­sen­ge­mein­schaft Tal­um­fah­rung für die erfah­re­ne
Unter­stüt­zung. Er wünscht sich, dass die­se kon­zer­tier­te Akti­on bis zum Spa­ten­stich
für die Tal­um­fah­rung Schram­berg fort­ge­setzt wird.

Her­zog wies erneut auf die schon lan­ge erklär­te Bereit­schaft der Stadt Schram­berg
hin, Pla­nungs­leis­tun­gen vor- bzw. mit zu finan­zie­ren, um damit eine Beschleu­ni­gung
der Pla­nungs­pro­zes­se für die drin­gend benö­tig­te Tal­um­fah­rung zu errei­chen. Nach
der nun bekann­ten Prio­ri­sie­rung der Pro­jek­te will Her­zog erneut dar­auf drän­gen,
dass sich die zustän­di­gen Stel­len nun erklä­ren, ob die­se das Ange­bot anneh­men
wer­den.

Her­zog wird nun zeit­nah Gesprä­che mit dem Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg
auf­neh­men, um das wei­te­re Vor­ge­hen zu bespre­chen. Ins­ge­samt sieht Her­zog sich
am Ziel einer wei­te­ren Etap­pe, der Ziel­ein­lauf der letz­ten Etap­pe der Tal­um­fah­rung
Schram­berg ist aber noch nicht in Sicht.

Inzwi­schen hat auf asLan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um eine Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht, die wir im Wort­laut wie­der­ge­ben:

Fahrplan zur Umsetzung der Straßenbauprojekte des BVWP 2030

Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann prä­sen­tiert Umset­zungs­kon­zep­ti­on

Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann, MdL, hat heu­te (20.03.2018) bei einer Stra­ßen­bau­kon­fe­renz in Stutt­gart die Ergeb­nis­se der Umset­zungs­kon­zep­ti­on zum Bedarfs­plan 2016 des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans (BVWP) 2030 vor­ge­stellt. „Jetzt haben wir einen Fahr­plan und eine ehr­li­che Per­spek­ti­ve zur Umset­zung des Bedarfs­plans, dem objek­ti­ve, nach­voll­zieh­ba­re und trans­pa­ren­te Kri­te­ri­en zu Grun­de lie­gen“, fass­te Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann zusam­men. „Man kann nicht alle Pro­jek­te gleich­zei­tig vor­an­trei­ben. Das führt zur Ver­schlep­pung aller Umset­zungs­maß­nah­men. Mit unse­rer Prio­ri­sie­rungs­me­tho­de waren wir in den letz­ten Jah­ren sehr erfolg­reich und fan­den gro­ße Akzep­tanz.“

Umset­zungs­kon­zep­ti­on Stu­fe 1 läuft: Bereits aktiv in Pla­nung 4,2 Mil­li­ar­den

Der­zeit wer­den von der Stra­ßen­bau­ver­wal­tung des Lan­des 47 Neu- und Aus­bau­maß­nah­men an den Bun­des­fern­stra­ßen in einem Gesamt­vo­lu­men von zir­ka 4,2 Mil­li­ar­den Euro aktiv geplant. „Nur so ist es für das Land mög­lich, die Maß­nah­men rasch zur Bau­rei­fe zu füh­ren und vom Inves­ti­ti­ons­hoch­lauf des Bun­des maxi­mal zu pro­fi­tie­ren, der das Geld nach dem soge­nann­ten Wind­hund­prin­zip zutei­len wird“, erläu­ter­te Minis­ter Her­mann.

Umset­zungs­kon­zep­ti­on Stu­fe 2: Grup­pe 1 Pla­nungs­be­ginn bis 2025, Grup­pe 2 Pla­nungs­be­ginn ab 2025

Bei der heu­ti­gen Ver­an­stal­tung ging es nun um die Maß­nah­men, die noch nicht pla­ne­risch begon­nen wur­den. Ins­ge­samt 66 Maß­nah­men mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 2,3 Mil­li­ar­den Euro allein an Bun­des­stra­ßen wur­den anhand ver­schie­de­ner Kri­te­ri­en bewer­tet. Dabei wur­den die Wirt­schaft­lich­keit und die Wirk­sam­keit, aber auch die heu­ti­gen ver­kehr­li­chen Belas­tun­gen in den Gemein­den und Städ­ten beur­teilt.

Im Ergeb­nis wur­den zwei Grup­pen gebil­det. In der ers­ten Grup­pe sind die Maß­nah­men ent­hal­ten, für die der Beginn der Pla­nung bis spä­tes­tens im Jahr 2025 ange­strebt wird. Die zwei­te Grup­pe umfasst die Maß­nah­men, bei denen ein Pla­nungs­be­ginn in den Jah­ren nach 2025 vor­ge­se­hen wird.

„Die Grup­pe und die erreich­ten Punk­te­zah­len geben eine ver­bind­li­che Ori­en­tie­rung, in wel­cher Rei­hen­fol­ge eine Umset­zung der Maß­nah­men ange­gan­gen wer­den soll“, erläu­ter­te Minis­ter Her­mann das Ergeb­nis für die Bun­des­stra­ßen. Gleich­zei­tig beton­te er die Ziel­set­zung des Lan­des, dass sich bis zum Jahr 2030 alle Maß­nah­men, die in der Umset­zungs­kon­zep­ti­on geführt wer­den, in einem geord­ne­ten, mög­lichst fort­ge­schrit­te­nen Pla­nungs­pro­zess befin­den.

Auto­bah­nen: Naht­lo­se Über­ga­be an Infra­struk­tur­ge­sell­schaft vor­be­rei­ten

Auch die Auto­bahn­aus­bau­maß­nah­men wur­den bewer­tet. Hier ver­zich­tet das Minis­te­ri­um aber dar­auf, eine Grup­pen­ein­tei­lung vor­zu­neh­men und einen „Fahr­plan“ zu erstel­len. „Ab 2021 wird die neue Infra­struk­tur­ge­sell­schaft des Bun­des die Auf­ga­be im Bereich der Auto­bah­nen wahr­neh­men“, so Minis­ter Her­mann. Zur Sicher­stel­lung die­ses Ziels sei auch vor­ge­se­hen, die DEGES (Deut­sche Ein­heit Fern­stra­ßen­pla­nungs- und Bau GmbH) mit einem Gesamt­vo­lu­men von 2,6 Mil­li­ar­den Euro aus dem Auto­bahn­be­reich zu beauf­tra­gen. Der Minis­ter führ­te hier­zu wei­ter aus: „Uns gelingt so ein glei­ten­der Über­gang wich­ti­ger Auto­bahn­maß­nah­men an den Bund, und wir set­zen damit auch früh­zei­tig per­so­nel­le Kapa­zi­tä­ten frei, die wir auf unser zukünf­ti­ges Kern­ge­schäft an den Bun­des­stra­ßen kon­zen­trie­ren kön­nen.“

Hintergrund: Finanzierung und Planungskapazitäten

Die Tal­um­fah­rung gehört zur zwei­ten Grup­pe von Stra­ßen­bau­vor­ha­ben im Land: Pro­jek­te, die erst noch geplant wer­den müs­sen. Die ers­te Grup­pe, die als ers­tes abge­ar­bei­tet wird, umfasst alle im Bau befind­li­chen oder bau­rei­fen Vor­ha­ben. Die Pro­jek­te in die­ser Grup­pe haben ein Volu­men von etwa 3,7 Mil­li­ar­den Euro. Die zwei­te Grup­pe, zu der Schram­berg gehört, wird etwa 5,5 Mil­li­ar­den kos­ten – wobei die Prei­se aus der Zeit um 2010  stam­men.

Der Bund hat in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten durch­schnitt­lich 200 bis 250 Mil­lio­nen Euro pro Jahr an Stra­ßen­bau-Pro­jek­te in Baden-Würt­tem­berg über­wie­sen. Bei der Pla­nung eines Pro­jek­tes wie der Tal­um­fah­rung Schram­berg rech­nen Exper­ten mit min­des­tens sie­ben Jah­ren Pla­nungs­zeit. Wenn Kla­gen gegen das Pro­jekt ein­ge­hen, kann dies wei­te­re Jah­re in Anspruch neh­men.

Neben den Pro­ble­men mit den feh­len­den Finan­zen haben die Regie­rungs­prä­si­di­en der­zeit nicht aus­rei­chend Per­so­nal, um die etwa 160 Vor­ha­ben aus dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan zu pla­nen und ihren Bau zu über­wa­chen. Des­halb hat die Lan­des­re­gie­rung die  vom Bund nicht erfolg­te Prio­ri­sie­rung vor­ge­nom­men. Dabei waren laut Minis­ter Win­fried Her­mann wich­ti­ge Kri­te­ri­en die Dring­lich­keit und die Wirt­schaft­lich­keit.

…und jetzt wird dop­pelt ja gesagt. Trans­pa­rent an der B 462 in Schram­berg. Foto: him