Donnerstag, 18. April 2024

Stadtwerke müssen Car-Sharing beenden

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Schramberg. Es hatte so hoffnungsvoll begonnen: Das Car-Sharing-Projekt der Stadtwerke Schramberg. Im Sommer 2020 kündigten die Stadtwerke an, sie wollten an jeder der vier städtichen Stromzapfsäulen je ein  E-Mobil stellen, das über ein Car-Sharing-Modell allen zur Verfügung stehen sollte. Doch jetzt müssen die Stadwerke Ende des Monats das Experiment abbrechen. Der Anbieter  zieht sich aus dem Deutschland-Geschäft zurück.

Damals hatten alle Fraktionen den Vorstoß begrüßt. Lediglich um einzelne Parkplätze gab es Diskussionen. Im Februar 2021 kamen dann die vier Renault ZEO, die in der Folgezeit auch mehr und mehr genutzt wurden.

Zunächst hatten die Stadtwerke einen Vertrag mit dem Anbieter Twist Mobility geschlossen, erinnern die Stadtwerke in einer Pressmeitteilung. Die EnBW hatte zusammen mit der Berliner Firma Bridgemaker das Startup Twist Mobility im Jahr 2020 gegründet.

EnBW hat Anbieter verkauft

Dabei handelte es sich um einen Anbieter für E-Fahrzeug-Sharing, der sich speziell an den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Städte und Gemeinden orientierte. EnBW und der Company Builder Bridgemaker hätten ihr gemeinsames Start-up Twist Mobility schließlich Mitte 2021 an den dänischen E-Carsharing-Anbieter GreenMobility verkauft, der bis heute Vertragspartner der Stadtwerke sei, heißt es weiter.

Jetzt habe GreenMobility kurzfristig angekündigt, dass sie den Betrieb in Deutschland per 31. Januar 2023 einstellen. „Das bedeutet, dass die Stadtwerke das E-Carsharing- Angebot nicht mehr weiterführen kann.“ Ausschlaggebend dafür, dass das Deutschlandgeschäft von GreenMobility aufgegeben wurde, war offensichtlich die mangelnde Wirtschaftlichkeit.

Stadtwerke sauer

Vertriebsleiter Christian Blessing: „Wir sind über das Vorgehen sehr überrascht und verärgert, weil wir jetzt kurzfristig das Angebot für unsere Kunden zurücknehmen müssen. Wir haben von der Geschäftsaufgabe über die Presse erfahren und können auf die Schnelle kein Ersatzangebot machen. Wir werden jetzt den Markt der Anbieter ausloten und dann entscheiden, ob und wie es weitergehen kann.“

Damit endet – zumindest vorerst – ein Versuch, den Blessing einst als „einen Beitrag zur verbesserten Mobilität“  bezeichnet hatte. Ziel sei auch gewesen, etwas zum Klimaschuttzbeizutragen und „Autofahrer für den Umstieg auf ein Elektroauto interessieren“.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.