Voll des Lobes waren die Mitglieder des Verwaltungsausschusses für den Bürgerbus: Das Engagement sei „klasse“, lobte CDU-Rat Thomas Brantner. Eine „tolle Geschichte“ sei der Bürgerbus, fand Freie-Liste-Sprecher Udo Neudeck. Der Bürgerbus mache „die Stadt lebenswerter“, war Mirko Witkowski (SPD-Buntspecht) überzeugt und Bernd Richter (ÖDP) freut sich schon „auf den Tag, an dem wir zwei Busse brauchen.“

Das wird noch eine Weile dauern, auch wenn die Fahrgastzahlen steigen, wie der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Matthias Kohlhase  zum Abschluss der zweijährigen Pilotphase berichtete. Oberbürgermeister Thomas Herzog hatte daran  erinnert, dass der Rat diese zwei Jahre Probephase beschlossen hatte, um danach über eine Fortführung des Bürgerbusses zu beschließen.

Fachbereichsleiter Berthold Kammerer berichtete, dass der Verein im vergangenen Jahr exakt 2037 Euro Verlust gemacht habe. Dank der Anschubfinanzierung der Stadt aus den Jahren 2015 und 16 aber keinen Zuschuss brauche. In diesem Jahr laufe die Konzession aus. „Bei Zustimmung zur Fortführung müssen wir zum 1. Juli eine neue Konzession beantragen.“

Matthias Kohlhase bei seinem Bericht.

In seinem Bericht erzählte Kohlhase, dass man die „vor zwei Jahren geplante Schallmauer von 500 Fahrgästen pro Monat seit über einem Jahr deutlich überschritten“ habe. Er sprach von „circa 8000 Fahrgästen“ pro Jahr. Auch das Ziel „keine Fahrt ohne Fahrgast ist fast erreicht.“  Auch stellte er fest, dass der Bus „im gesamtheitlichen Schnitt der Stadt“ inzwischen „mit fast vier Fahrgästen pro Tour“ unterwegs sei.

Der Verein habe seine Fahrgäste befragt und deren Anregungen aufgenommen, um den Bürgerbus noch attraktiver zu machen. Vor einem Jahr habe man die Taktzeiten verkürzt, die Routen zusammengefasst und optimiert und weniger frequentierte Bereiche abgespeckt und einzelne Gebiete gestärkt.

Bürgerbus als Kommunikationszentrum

Kohlhase hofft, dass der Bürgerbus „noch mehr zu einem Kommunikationszentrum wird. Viele nutzen ihn schon jetzt als Ausflugsgefährt, zu Kaffeefahrten oder einfach nur zur Stadtrundfahrt mit Gästen. Bürgerbusfahren macht einfach viel Spaß.“

Zuhörer: Bürgerbus-Fahrer und –Mitglieder verfolgen die Diskussion.

Bei Einnahmen aus Sponsoring, Werbung Fahrkartenverkauf und Zuschüssen vom Land in Höhe von 18.400 Euro und Ausgaben von 20.500 Euro betrage das Defizit etwas mehr als 2000 Euro. Dank des Startzuschusses der Stadt habe der Verein weiter „etwa 26.000 Euro auf der hohen Kante“.

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Die Mitgliederzahl sei von 100 im Jahr 2015 auf jetzt 132 Personen gestiegen. Die Zahl der Fahrer betrage 35 von denen etwa 25 aktiv seien. Kohlhase erinnerte an die verschiedenen Aktionen des Vereins und dankte allen Förderern. Er appellierte an die Schramberger, den Bus auch zu nutzen.

Ersatz nach fünf Jahren?

Der Ausschuss stimmt für die Fortsetzung des Bürgerbusprojekts. Fotos: him

OB Herzog betonte, die Begrenzung, den Bürgerbus zunächst drei Jahre fortzuführen sei auch deshalb sinnvoll, „weil wir dann gegebenenfalls über eine Ersatzbeschaffung nachdenken müssen“. Die Stadt hatte den Bürgerbus für knapp 134.000 Euro im Jahr 2016 gekauft und damals vom Land einen Zuschuss von 22.000 Euro erhalten. Der Verein erhielt einen Startzuschuss in Höhe von 22.000 Euro. Der Verwaltungsausschuss stimmte einstimmig für die Verlängerung um drei Jahre.

 

 

 

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