Nachdem sich die Lauterbacher Biathletin Janina Hettich-Walz erst kurz vor den olympischen Spielen noch teamintern durchsetzen musste, gelang ihr bei ihrem ersten Einsatz bei einer Olympiade überhaupt ein herausragendes Ergebnis: Platz acht über 15 Kilometer.
Hintergrund war, dass bei den Spielen lediglich vier Starterinnen pro Nation antreten dürfen. Im Team Deutschland hatten jedoch sechs Biathletinnen die Norm gfeschafft. So erfüllte sich für die Lauterbacher Biathletin gleich im ersten Einzelwettkampf der Traum von einer Teilnahme an olympischen Spielen.
Janina Hettich-Walz begann das Rennen äußerst couragiert. Auf der ersten Laufrunde lag sie beständig im Bereich der Top 10. Einen ersten Dämpfer bekamen ihre hohen Erwartungen beim ersten Schießen, bei dem sie leider eine Strafminute einstecken musste. Dadurch wurde sie bis auf Rang 46 (+ 1:10 Minute) durchgereicht. Auch bei ihrer zweiten Schießeinlage blieb eine Scheibe schwarz, sodass sie sich nicht entscheidend verbessern konnte und der Rückstand zur Spitze auf 2:05 Minuten anwuchs.
Bemerkenswerte Nervenstärke
Während sie im Weltcup in der zweiten Rennhälfte des Öfteren Federn lassen musste, drehte sie dieses Mal mit einer bemerkenswerten Nervenstärke den Spieß um. Bis zum dritten Schießen holte sie gegenüber der Spitze sogar auf. Durch eine perfekte Einlage am Schießstand katapultierte sie sich auf den 25. Zwischenrang nach vorne (+ 1:57 Minute).
Dass sie in Topform war, zeigte die 29-jährige Olympiadebütantin auf der Strecke. Erneut hielt sie mit der absoluten Weltspitze mit. Herausragend meisterte sie dann das letzte Stehendschießen ohne Fehler. Damit verbesserte sie sich bis auf den tollen achten Rang (+2:00 Minuten).
Diese Platzierung konnte ihr dann, dank einer wieder starken Schlussrunde, niemand mehr streitig machen. Letztlich krönte sie mit dem achten Schlussrang (2 Fehler + 2:03 Minuten) eine hervorragende Aufholjagd im ersten Einzelwettkampf der Spiele. Damit rechtfertigte Janina Hettich-Walz in vollem Umfang ihre Nominierung, konnte sie doch zahlreiche Weltklassebiathletinnen hinter sich lassen. Auch die reine Laufleistung war sehr gut, fand sie sich dort ebenfalls in den Top 10 und war damit mit Abstand schnellste Biathletin aus dem deutschen Team. Zudem konnte sie trotz zweier Fehlschüsse mit der Leistung am Schießstand sehr zufrieden sein, wenngleich ein Schießfehler weniger, verbunden mit einer eine Minute besseren Zeit, bereits die Bronzemedaille bedeutet hätte.
Bei ihrem ersten Olympiastart konnte Janina Hettich-Walz ein überaus positives Resümee ziehen. Nun hofft sie, bei den weiteren Wettbewerben berücksichtigt zu werden. Sofern sie Einsatzchancen im Sprint und damit auch im Verfolger erhält und dort gut abschneidet, wäre ein Staffeleinsatz in Reichweite. Auch der Massenstart der besten 30 zum Ende der Spiele könnte dann eine Option sein.
Frankreich dominiert
Wenig überraschend dominierten die Französinnen das Rennen. Julia Simon (1 Fehler) siegte vor ihrer Landsfrau Lou Jeanmonot (2 Fehler + 0:53 Minute) und der überraschend starken Bulgarin Lora Hristova (0 Fehler + 1:05 Minute).Vom deutschen Team überzeugte vor allem Vanessa Voigt mit einer Klasseleistung als Vierte ohne Fehlschuss (+ 1:17 Minute). Franziska Preuß, die lange auf Medaillenkurs lag, wurde noch hinter Janina Hettich-Walz Zehnte (2 Fehler + 2:20 Minute). Nicht zurecht kam Selina Grotian, die als 55. (4 Fehler + 5:24 Minuten) die Ziellinie überquerte.



