Tennenbronner Heimathaus blickt auf Rekordjahr zurück

Neuwahlen und neuer Hausverwalter

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Das Leitungsteam des Heimathauses. Von links Dirk Bader für das Museum, Peter Weisser für Finanzen, Alfred Moosmann für Öffentlichkeitsarbeit, Martin Grießhaber für IT und Archivierung und das ausgeschiedene Mitglied Dieter Moosmann. Foto: pm

Zur jährlichen Mitgliederversammlung trafen sich die Angehörigen des Tennenbronner Heimathauses am Mittwoch, 28. Januar im Gasthaus Linde. Vorstandssprecher Alfred Moosmann konnte sich über eine gute Beteiligung freuen und durfte auch die beiden Vorsitzenden des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg Annette Fuchs und Arkas Förstner und Ortsvorsteher Manfred Moosmann begrüßen.

Tennenbronn. Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder Hedwig Weber, Klaus Fichter und Walter Börner erinnerte das Vorstandsgremium an die vielfältigen Aktivitäten im zurückliegenden Jahr 2025. Dass sie wieder „den Nerv trafen“, machten die aufgelaufenen Besucherzahlen deutlich.

Besucherzahlen steigen

Nachdem 2024 erstmals die Marke von 2000 Gästen geknackt wurde, brachte das Jahr 2025 eine erneute Steigerung auf nunmehr 2400 Besucher. Einen weiteren Rekord erreichte auch eine Einzelveranstaltung; die Sonderausstellung der Tennenbronner Künstlerin Monika Flaig zog alleine über 400 Personen an. Summiert seit der Eröffnung des Heimathauses im Oktober 2010 hat die Besucherzahl die Marke von 26.000 überschritten.

Viele Aktionen

Alfred Moosmann erinnerte an den im Heimathaus durchgeführten Thementag zum Handwerk der Korbflechter sowie an die Sonderausstellungen zum 40-jährigen Bestehen der Ichbe-Hexen, dem 100-jährigen Jubiläum des KSV Tennenbronn, den Himmelserscheinungen über Tennenbronn, der Künstlerin Monika Flaig und der Kinderkrippen „Jesses Maria“.  

Cego-Übungsabende und mehrere Führungen mit dem „Martibeck“ Ulrich Grießhaber standen zudem auf dem Programm. Als „Dorfbüttel“ brachte er bei Spaziergängen die Geschichte des Dorfes auch auf die Straße. Im katholischen Pfarrsaal bot das Heimathaus Vorträge zur Geschichte der Firma Schneider-Schreibgeräte, den 100 Jahre alt gewordenen Kraftsportverein, in Dialekt erzählte Erinnerungen „als Oma noch lebte“, über die 1000 Grenzsteine von Tennenbronn mit thematisch anschließendem Wandertag und den Himmel über Tennenbronn. Besondere überregionale Beachtung fand die Gedenkfeier für den in Tennenbronn erhängten Zwangsarbeiter Wladyslaw Repetowski.

Elf Mal traf man sich zu Projektgruppensitzungen, dazu kamen etliche Treffen der Arbeitsgruppen für einzelne Themen. Die Pflege und Erhaltung des Heimathauses, die Erfassung und Archivierung von Inventar und Präsentationen und die Öffentlichkeitsarbeit forderten zusätzliche Einsätze. Im Rathaus wurde mit der Neugestaltung der Trachtenvitrine begonnen, die in diesem Frühjahr abgeschlossen wird.

Der Bericht von Kassiererin Walburga Weisser für das Tennenbronner Heimathaus wies ein Minus von etwa 1500 Euro auf, welches noch durch ältere Steuerberatungen begründet ist. Für den Gedenkstein für Wladyslaw Repetowski konnte ein Zuschuss der Bürgerstiftung Schramberg verbucht werden. Über die Hälfte der Einnahmen des Heimathauses stammen von Spenden und einen gewichtigen Teil bilden die Beiträge der aktuell 68 Mitglieder.

Einstimmige Entlastung

Ortsvorsteher Manfred Moosmann nahm die Entlastung der Vorstandschaft vor, die einstimmig erteilt wurde. Das Heimathaus sei eine besondere Gruppe in Tennenbronn, die jedes Jahr bei der Terminkalenderbesprechung durch eine Vielfalt von Veranstaltungen überrasche.

Dass dabei auch kritische Themen nicht ausgenommen werden, zeige das Erinnern an das Schicksal von Wladyslaw Repetowski und Agnes Kunz. Auch die Vorsitzende des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg Annette Fuchs bedankte sich für das Geleistete und lobte die gute Zusammenarbeit. Das Heimathaus ist bei allen Vorstandssitzungen im Schramberger Schloss vertreten und hat mit der Kassiererin und einem Kassenprüfer wichtige Ämter im Hauptverein inne.

Neuer Hausverwalter

Bei den versetzt durchgeführten Neuwahlen des Vierer-Vorstandsteams standen die Verantwortlichen für Finanzen und für das Museum zur Abstimmung. Schnell erledigt war das für ersteres, da Peter Weisser für weitere drei Jahre kandidierte und einstimmig bestätigt wurde. Der bisherige Hausverwalter Dieter Moosmann und zeitgleich auch sein Mitarbeiter Willi Markgraf stellten sich jedoch nicht mehr zur Wahl und ein Ersatz konnte im Vorfeld nicht gefunden werden.

Ein Glücksfall war, dass an diesem Abend Dirk Bader seine Unterschrift als Neumitglied der Projektgruppe leistete. Er erklärte sich spontan bereit, die vakanten Aufgaben zu übernehmen. Nach seiner Einweisung durch die bisherigen Amtsträger wird die Projektgruppe über die Aufnahme von Dirk Bader in das Vorstandsteam separat abstimmen.

Neues Programm

Den Ausblick auf das neue Jahr 2026 gab ein ausgelegter Flyer. Er enthält eine ausführliche Beschreibung aller Veranstaltungen des Heimathauses und kann von den Interessenten im Rathaus, bei Edeka, in der Volksbank und an der Tankstelle mitgenommen werden. Zum Download ist er zu finden auf https://heimathaus-tennenbronn.de/wp/aktuell/

Zum Abschluss dankte Versammlungsleiter Alfred Moosmann den beiden ausgeschiedenen Amtsträgern für ihre Verdienste um das Tennenbronner Heimathaus. Dieter Moosmann ist ein Mann der ersten Stunde. Schon vor der offiziellen Gründung der Projektgruppe am 6. Mai 2009 gehörte er zum Planungsteam und übernahm dann den Posten des 2. Vorstandes. Nach nunmehr fast 17 Jahren gab es nie mehr eine Diskussion um diesen Posten.

Dank

Seit der Erweiterung des Vorstandsteams auf vier Personen konzentrierte sich seine Verantwortung auf das Gebäude des Heimathauses. Daneben wirkte Dieter bei der Planung und Realisierung von Veranstaltungen mit und war auch selbst Referent von Vorträgen.

Willi Markgraf zeichnete sich als sein zuverlässiger und selbständiger Mitarbeiter aus. Er wirkte im Hintergrund mit putzen, saugen, Rasen mähen, Müll rausbringen, reparieren und zuletzt das Haus schmücken zu besonderen Festtagen. Für beide ausscheidenden Amtsträger hatte der Vorsitzende ein kleines Geschenk parat und freute sich über ihre Zusage, auch zukünftig die Projektgruppe zu unterstützen.

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