Im Januar waren 14.028 Personen arbeitslos gemeldet, 814 Personen mehr (6,2 Prozent) als im Dezember und 601 Personen (4,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg laut Agentur für Arbeit um 0,3 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.
Region. Im Januar sind deutlich mehr Männer und Frauen arbeitslos geworden als im Vormonat (insgesamt 3177); gleichzeitig konnten weniger Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden (insgesamt 2363). Gründe für den jährlich wiederkehrenden Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar sind unter anderem witterungsbedingter Arbeitsausfall, auslaufende befristete Verträge zum Quartalsende und Kündigungen zum Jahreswechsel.
Unterschiedliche Risiken nach Altersgruppen
Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist statistisch gesehen nicht für alle Personengruppen gleich hoch: In einer bundesweiten Betrachtung zeigt sich, dass jüngere Menschen eine überdurchschnittlich gute Chance haben, ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Im Gegensatz dazu fällt das Risiko, überhaupt erst arbeitslos zu werden, für ältere Beschäftigte prinzipiell geringer aus. Für diese Gruppe jedoch gestaltet sich der Wiedereintritt in den Beruf schwieriger.
So fällt auch im Agenturbezirk der Anstieg der Älteren in der Gruppe der Arbeitslosen auf: In der Region gibt es aktuell 4693 Arbeitslose über 50 Jahre, das sind 368 Personen oder 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der positive Einfluss einer Berufsausbildung hat über alle Personengruppen hinweg nach wie vor Gültigkeit: „Menschen mit Berufsausbildung oder einem akademischen Abschluss haben deutlich bessere Voraussetzungen, um wieder in den Arbeitsmarkt einmünden“, betont Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen.
Lage bleibt angespannt
„Insbesondere, wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, wird die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften anziehen.“ Bei Betrachtung der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen der letzten Monate zeigt sich, dass sich die Abwärtsdynamik abschwächt: „Rückblickend gesehen, mussten wir schon Steigerungsraten von über 20 Prozent bei der Arbeitslosigkeit verzeichnen – zumindest diese steilen Anstiege scheinen in unserer Region überwunden zu sein“, deutet Scholz an.
Weitere Frühindikatoren, wie die Inanspruchnahme des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes, sind im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig. Die Lage bleibt trotzdem angespannt: Durch den Einsatz von Kurzarbeit konnten zwar höhere Arbeitsplatzverluste bisher vermieden werden. Das Warten auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung dauert jedoch an.
Entwicklung in den Rechtskreisen
Bei der Agentur für Arbeit waren im Januar 7040 Personen arbeitslos gemeldet (601 Personen mehr als im Vormonat). Bei den Jobcentern waren 6.988 Arbeitslose registriert (213 Personen mehr als im Vormonat).
Stellenmarkt
Unternehmen aus der Region meldeten im Januar 573 Stellen zur Besetzung (39 weniger als im Vormonat). Aktuell befanden sich damit insgesamt 2977 Angebote im Bestand der der Agentur für Arbeit.
Kurzarbeit
Im Januar gingen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 25 Anzeigen für Kurzarbeit für insgesamt 209 Beschäftigte ein (vorläufige Daten, 01.01.2026 bis 26.01.2026). Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 93 Anzeigen für 1353 Beschäftigte. Laut aktueller Hochrechnung wurde im September 2025 für 5804 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Kurzarbeiterquote lag im Agenturbezirk im September bei 2,7 Prozent.
Die Regionen im Überblick
Kreis Rottweil: Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Rottweil im Januar gestiegen. 2893 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 200 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember, aber 167 Personen bzw. 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent.
Schwarzwald-Baar-Kreis: Die Arbeitslosigkeit im Schwarzwald-Baar-Kreis ist im Januar gestiegen. 6520 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 480 Personen mehr (8 Prozent) als im Dezember und 267 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,3 Prozent.
Kreis Tuttlingen: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tuttlingen ist im Januar gestiegen. 4615 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 134 Personen mehr (3 Prozent) als im Dezember und 501 Personen bzw. 12 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent.



