Mit einer klaren Botschaft und deutlichen wirtschaftspolitischen Forderungen startet der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (wvib) in das Jahr 2026. Unter dem Motto „Deutschland kann mehr“ ruft der Industrieverband zu einem grundlegenden Kurswechsel hin zu mehr Marktwirtschaft, Modernisierung und Optimismus auf.
Hintergrund ist die anhaltend schwierige Lage vieler Industrieunternehmen. Seit 2022 leide die Branche nicht nur unter Nachfrageschwächen, sondern vor allem unter strukturellen Problemen am Standort Deutschland. „Deutschland ist im internationalen Vergleich zu teuer, zu kompliziert und zu schwerfällig geworden“, betonen wvib-Präsident Bert Sutter und Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.
Klare Absage an Subventionspolitik
Der Verband spricht sich gegen punktuelle staatliche Förderprogramme aus. Subventionen wie ein staatlich verbilligter Industriestrompreis, Kaufprämien für E-Autos oder steuerliche Sonderregeln für einzelne Branchen seien „teuer und ineffizient“. Stattdessen fordert der wvib breite und wirksame Entlastungen für Unternehmen und Bürger.
Konkret verlangt der Verband:
- einen spürbaren Bürokratieabbau
- schnellere Genehmigungsverfahren
- mehr Netto vom Brutto
- eine Reform der überkomplexen Sozialsysteme
- eine Vertiefung des europäischen Binnenmarkts
Fortschritt entstehe nicht durch Vorschriften und Verbote, sondern durch Wettbewerbsfähigkeit, heißt es im verabschiedeten Positionspapier. Investitionen in Forschung, Bildung und Infrastruktur müssten steigen, während Belastungen und staatliche Umverteilung sinken sollten.
„Unser Staat kann deutlich mehr“
Der wvib fordert einen schlankeren, digitaleren und effizienteren Staat. Politik müsse führen – auch mit unbequemen Entscheidungen, die fair verteilt seien. „Zukunft kann man nicht herbeibeschließen. Aber man kann die Bedingungen schaffen, unter denen Innovation entsteht“, so die Grundhaltung des Verbands.
Auch gesellschaftlich sieht der wvib Handlungsbedarf. Wohlstand und Freiheit seien keine Selbstläufer. Mehr Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft seien notwendig, um den Standort langfristig zu sichern.
Industrie im Wandel – und voller Zuversicht
Trotz aller Kritik schlägt die Kampagne bewusst einen optimistischen Ton an. Die Industrie habe Strukturwandel schon immer bewältigt. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, veränderte globale Märkte und demografische Entwicklungen stellten Unternehmen vor große Aufgaben – eröffneten aber auch Chancen.
„Wir können und müssen wieder nach vorne. Erfinden, entwickeln, gestalten, leisten, exportieren – preiswerter, schneller. Wenn man uns wieder lässt, werden wir wieder wettbewerbsfähig“, heißt es programmatisch im Positionspapier.
Viele Unternehmen suchten bereits neue Märkte, entwickelten neue Geschäftsmodelle und ließen Überholtes hinter sich. Dabei wolle der wvib sie intensiv begleiten.
Unterstützung für Mitgliedsunternehmen
Die Jahreskampagne richtet sich nicht nur an Politik und Öffentlichkeit, sondern auch nach innen. Unter dem Leitmotiv „Menschen in Industrieunternehmen wirksamer machen“ will der Verband seine Netzwerke, Austauschformate und Weiterbildungsangebote 2026 gezielt ausbauen.
Seit 80 Jahren verstehe sich der wvib als Plattform für praktischen Erfahrungsaustausch zwischen Industrieunternehmen. Gerade in Zeiten großer Umbrüche sei diese Zusammenarbeit entscheidend.
Die zentrale Botschaft der Kampagne fasst der Verband so zusammen: Wenn Unternehmen, Gesellschaft und Staat ihr Potenzial ausschöpfen, kann Deutschland wieder deutlich mehr.



