Tiefsinniges neben Party-Spaß

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Der Gößlinger Pop-Newcomer Jens Heinzelman und der Rapper Edu Swarley (alias Eduard Walter) aus Rottweil bringen am 10. September die dritte Musikproduktion binnen weniger Monate an den Start: Eine „Extended Play“ – eine CD mit einer Spielzeit zwischen Single und Album – mit dem Titel „Offline“. Im Gespräch mit der NRWZ erzählen sie, was es damit auf sich hat.

NRWZ: Jens Heinzelmann, Edu Swarley, im März 2020 haben Sie die Produktion „Aufbruch“ vorgestellt und im Dezember mit „Erinnerung“ einen weiteren Jens Heinzelmann-Song veröffentlicht. Nun kommt diesen Freitag schon wieder ein Album heraus – haben Sie gerade einen kreativen Lauf?
 
Edu Swarley: Bei der Single „Erinnerung“ von Jens Heinzelmann durfte ich das Video drehen. Die Produktion zum Song kam von Felix Riede und Jens. Das Konzept für das Video kam von uns beiden.
Da ich schon seit knapp 15 Jahren ständig Musik mache, hat sich bei mir der „kreative Flow“ irgendwie etabliert. Ich glaube, dass es bei mir immer noch der gewisse Hunger ist, mehr zu erreichen. Leidenschaft halt (lacht)!

Jens Heinzelmann: Die Idee für das neue Album war, etwas Chilligeres, Entspannteres zu machen und in die Songs das zu packen, was gerade so passiert, was man nicht hat oder gerade mehr vermisst …

NRWZ: … Also was wegen der Corona-Pandemie wegfällt? Daher auch der Titel „Offline“?

Jens Heinzelmann: Ja, genau. Aus diesem Gedanken heraus haben wir uns zusammengesetzt und losgetextet. Beim Titelsong „Innigkeit“ geht es zum Beispiel um alles, was man gerade wegen der Pandemie verpasst und nie wieder aufholen kann. Uns ist es wichtig, dass bei jedem Song eine Message, eine Botschaft dahintersteckt. Nur so bleibt man sich selbst treu und kann hinter der Musik stehen.

Das gilt auch für die Produktion „So weit“, die am 10. September zusammen mit der Extended Play (EP) herauskommt. Hier geht es um den musikalischen Weg, darum in Bewegung zu bleiben. Zu „So weit“ wird es auch ein Musikvideo auf meinem YouTube-Kanal geben.

NRWZ: Die Corona-Pandemie hat viele Künstler regelrecht gelähmt – Sie beide aber offenbar nicht, oder?

Edu Swarley: Anfangs war ich schon sehr traurig, dass viele Live-Auftritte weggefallen sind und auch keine Nachhol-Termine machbar waren. Wie denn auch, die Veranstalter wussten ja selbst nicht mehr, wann es wieder richtig losgehen kann. Aber das hat mich zu dem Punkt gebracht neue Songarten und Styles auszuprobieren. So kam ich auch auf die Idee, Jens Heinzelmann zu fragen ob er Lust hätte auf ein gemeinsames Projekt. Daraus entstand dann die „Offline“-EP.
 
Jens Heinzelmann: Ja, der Vorschlag von Edu Swarley war ein toller Anstoß, etwas zu machen. Insgesamt empfand ich die Corona-Zeit schon als Stillstand und als Belastung. Aber da ist Musik das perfekte Mittel, um Dinge zu verarbeiten.

NRWZ: „Erinnerung“ haben Sie einem Freund gewidmet, der einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Im neuen Album hört man Nachdenkliches, aber auch die Aufforderung, Party zu machen – gibt es eine übergreifende Idee in der Produktion, oder ist es ein bunter Strauß von Themen?

Jens Heinzelmann: Ein bunter Strauß – ich finde, das trifft es gut.  

Edu Swarley: Da kann ich nur zustimmen. Meine Songs waren in den letzten Jahren immer eher eine bunte Mischung. Bei der Produktion von „Offline“ war uns beiden aber direkt klar, dass Jens Heinzelmann die Refrains und Gesangspart übernimmt, in seinem Stil und ich die Rapparts in meinem Stil. Auch waren wir einig, dass nicht alle fünf Songs dasselbe Thema haben sollten, weil sonst nur eine Zielgruppe angesprochen wird. Wir wollten aber nicht nur Hörer ansprechen, die auf Tiefsinniges abfahren, sondern auch Leuten etwas bieten, die nur mal sommerliches Partyzeugs hören wollen. Ich denke, da ist uns eine gute Mischung gelungen.

NRWZ. Die Videos und die Sounds sind mit Leidenschaft und professionell gemacht – wie lange arbeiten Sie an so einer Produktion?
 
Edu Swarley: Da steckt schon viel Zeit drin und es lässt sich schlecht ausrechnen, wie viel. Mal ist ein Songtext halb fertig und die zweite Hälfte kommt eine Woche später. Bei Videoclips kann der Dreh schon mal zwei, drei Tage am Stück gehen und hinterher kommt noch eine Woche für Schnitt und Postproduktion.

NRWZ: Was macht da am meisten Spaß – und worauf könnten Sie verzichten? 

Jens Heinzelmann: Am meisten Spaß macht mir das Schreiben, vor allem, wenn man gemeinsam schreibt und auf dem gleichen Level ist. Es gibt immer witzige Situationen, in denen Reime entstehen, die man so niemals schreiben würde (lacht).

Edu Swarley: Mir gefällt am meisten, mich im Studio kreativ mit Künstlern auszutauschen – sei es an derer Vision oder nur an Ideen oder Skizzen – und daraus dann ein fertiges gemeinsames Produkt zu machen. Leider spielt Geld bei Produktionen immer eine Rolle, darauf würde ich gerne verzichten (lacht).

NRWZ: Haben Sie schon weitere Projekte in Planung?

Jens Heinzelmann: Ich habe noch einen ,,Beat“, ein, Instrumentalstück in Arbeit – das wird mein nächstes Projekt.

Edu Swarley: Wahrscheinlich werden danach von mir ein paar Solosongs erscheinen.
Und ich hoffe, dass es endlich wieder möglich sein wird, rumzukommen und wieder mehr Live zu spielen.

Die Fragen stellte NRWZ-Redakteur Andreas Linsenmann.

Info: Videos zum Titel „Innigkeit” der neuen EP findet man hier: https://youtu.be/rHU_lySHUy0, und zum Titel
„Komm schon“ hier: https://youtu.be/B_N7OYpuKb8.