Die schönste Fasnet als gemeinsames Ziel

Abstauben der Narrenzunft

Autor / Quelle: Martin Himmelheber (him)
Lesezeit 5 Min.
Elferräte, Obernarren und eine Oberbürgermeisterin: Foto: him

Kalt wars am Dreikönigsmorgen, als sich die Elfer und Obernarren der Narrenzunft Schramberg bei Tobse Dold und seiner Familie einfanden. Der erste wichtige Termin im neuen Jahr stand an: das traditionelle Abstauben am Dreikönigstag.

Schramberg. Auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und der scheidende Chef der Da-Bach-Na-Fahrer Tobias Wernz waren in die „Gute Stube“ der Familie Dold gekommen. Mit einem Sekt begrüßte Cathrine Dold die durchgefrorenen Narren.

Die große und die kleine Politik

Bei aller Fröhlichkeit standen doch alle unter dem Eindruck der Ereignisse auf der anderen Seite des Atlantiks und in den Schweizer Alpen.

Zunftmeister Dold begrüßte die Abstauber und hoffte, alle seien fit für die anstrengende Aufgabe heute. Er wünschte allen ein gutes neues Jahr und vor allem Zufriedenheit. Die Welt-Politik griff er an diesem Punkt kurz auf und meinte, im Wort Zufriedenheit stecke das Wort Frieden. „Wenn wir alle zufrieden sind, dann herrscht bei uns in Schramberg doch wenigstens Frieden.“  Das wär jetzt aber auch das „einzig Hochgestochene“, was er heute sagen wolle, kündigte er zur Zufriedenheit seiner Gäste an.

Tobias Dold bei seiner Rede. Foto: him

Der Stadt, dem Gemeinderat und Oberbürgermeisterin Eisenlohr dankte er für die Unterstützung der Stadt für die Fasnet.

Die Gäste beruhigte er, die Schadstoffmessungen in seinem Haus seien alle unter den Grenzen geblieben,die 2038 in Kraft treten werden. Auch der Brandschutz sei gewährleistet „durch ein Loch in der Wand, das der Maurer gelassen hat“. Zwei Themen, die wir während der Fasnet wohl noch öfter zu hören bekommen werden.

Tobse Dold mit Hightech. Foto: him

Zwei Jubiläen

Zwei Jubiläen werde die Zunft dieses Jahr begehen: 90 Jahre Da-Bach-na-Fahrt, „ein einmaliges Gaudium im schwäbisch- alemannischen Raum. Die Hoorig Katz, „eines der ältesten Narrenblättle“, werde 150 Jahre alt. Da solle sich die Presse doch bitte ein Beispiel nehmen, bat er. Die Hoorig Katz sei „die beste Zeitung“, die in Schramberg erscheine, “jahresaktuell, tiefgründig und investigativ recherchiert“.

Zu Ehren der Hoorig Katz verlas Dold eine Reihe von Geschichten von Elfern und Obernarren, ohne die Namen der Betroffenen zu nennen. Die anderen mussten erraten, zum wem die Geschichte gehörte. Etwa die vom Wurstsalat und den vergessenen Essiggurken. Nach Jahrzehnten Eheleben stellte sich schließlich raus, dass sowohl Maggy als auch Udo liebend gern auf die Gürkle im Salat verzichtet hätten – aber halt nie drüber gschwätzt haben.

Weil die Hoorig Katz hungrig sei, beauftragte der Zunftmeister die Abstaubergruppen, am Abend eine Geschichte für sie mitzubringen. Schließlich freute sich Dold auf die Zeit, in der Schramberg wieder auf ein Ziel hin fiebere “aktiv, kreativ und gesellschaftlich geschlossen gemeinsam die schönste Fasnet zu feiern“.

Abstauben

Dann hieß es wieder: „Sei mir gegrüßt, du edles Kleid der Narren…“ Ehrenzunftmeister Hubert Dold wedelte Larven und Häs den Staub weg. Schon zum 45. Mal, wie er betonte.

Ehrenzunftmeister Hubert Dold beim Abstauben ein. Foto: him

Ihm folgten die Elfer und Obernarren, gelegentlich auch das Gschell erklingen lassend. Im Hintergrund ertönte erstmals in der Saison 2026 auch der Narrenmarsch.

Foto: him

Verkündigung des Mottos

Achim Schaub hatte es sich dieses Mal nicht leicht gemacht, um das passende Motto zu finden und zu erklären. In einem langen Gedicht zitiert er Daniel Kehlmann und Tyll Eulenspiegel: „Tanzt die Wahrheit auf dem Seil, und dabei die Lüge sucht ihr Heil.“ Auch Schaub macht das aktuelle Weltgeschehen Sorgen: „Was gestern fest, ist heute flüchtig, was krank erschien, gilt nun als richtig.“ Die Erkenntnis folgt: „Ohne uns Narren wäre die Welt verloren.“

Achim Schaub verkündet das diesjährige Motto. Foto: him

Er kommt zum Schluss und dem diesjährigen Motto: „Sch…-egal wie verrückt die Welt sich dreht, d’ Schramberger Fasnet, die besteht.“

Das Gedicht zum Motto. Foto: him

Aussenden der Abstauber

Bei belegten Brötchen und Getränken wartete die Narrenschar, bis Udo Neudeck die Gruppen eingeteilt und auf die verschiedenen Abstaubhäuser verteilt hatte. „Benehmt Euch bloß“, mahnte Neudeck die Gruppe, die eine besondere Aufgabe bekommen hatte: Beim Treff der Elferfrauen abzustauben.

Und hinaus ging’s wieder in die Kälte.

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