SCHRAMBERG –  Die Ver­kehrs­si­tua­ti­on in Sul­gen ist am Nach­mit­tag extrem ange­spannt. Das haben Ver­kehrs­fach­leu­te, Poli­zei­be­am­te und städ­ti­sche Mit­ar­bei­ter am Mon­tag­nach­mit­tag vor Ort beob­ach­tet. Auf Ein­la­dung von Fach­be­reichs­lei­ter Mat­thi­as Reh­fuß waren sie zu einer vor­ge­zo­ge­nen Ver­kehrs­schau gekom­men und haben die neur­al­gi­schen Punk­te näher ange­schaut.

Ich habe in der ver­gan­ge­nen Woche eini­ge böse Anru­fe bekom­men“, so Reh­fuß. Des­halb wol­le er jetzt schon nach bes­se­ren Lösun­gen schau­en und nicht erst nach Schul­jah­res­be­ginn. Die Grup­pe nahm sich zunächst die Hasen­kreu­zung vor.  Pro­ble­ma­tisch ist das Abbie­gen sowohl für die Auto­fah­rer, die von Schram­berg her kom­men, als auch für die­je­ni­gen, die von Hardt her unter­wegs sind. Der­zeit ist die Ampel hier außer Betrieb. „Mit Ampel waren die Staus noch län­ger“, erklärt Sig­mund Vil­ling von der Stra­ßen­meis­te­rei.


Dis­ku­tier­ten vor Ort, wel­che Ver­bes­se­run­gen  an der B 462-Umlei­tung mög­lich wären( von links): Fach­be­reichs­lei­ter Mat­thi­as Reh­fuß, Poli­zei­ober­kom­mis­sar Wer­ner Kauf­mann, der Lei­ter der Stra­ßen­meis­te­rei Sul­gen, Sig­mund Vil­ling, Madi­ta Roos, Stra­ßen­ver­kehrs­amt Rott­weil, Man­fred Schwanz, Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen, der stell­ver­tre­ten­de Bau­hof­lei­ter Karl­heinz Mauch und Die­ter Gras­z­at von der Abtei­lung Tief­bau.
Foto: him


Am „Hasen” deutlichere Beschilderung

Nach Schul­be­ginn wer­de man tes­ten, ob die Ampel wie­der ein­ge­schal­tet wer­den soll. Da nicht allen klar ist, wer hier Vor­fahrt hat und wie man abbie­gen soll, sol­len zusätz­li­che Mar­kie­run­gen auf der Fahr­bahn und wei­te­re Schil­der für mehr Klar­heit sor­gen. Eigent­lich sei für Autos der Bereich gut zu befah­ren, wenn jeder in sei­ner Spur bleibt und erst nach der Kur­ve sich gege­be­nen­falls auf die ande­re Spur ein­fä­delt. Pro­ble­ma­tisch sind aller­dings gro­ße Last­zü­ge, die auch die zwei­te Spur befah­ren.

Dass man­che Auto­fah­rer an die­ser Stel­le über­for­dert sind, konn­ten die Teil­neh­mer live erle­ben. Trotz aller Ein­bahn­stra­ßen­schil­der fuhr ein Auto­fah­rer gegen die erlaub­te Fahrt­rich­tung  Rich­tung Bären­platz und ver­ur­sach­te in Sekun­den ein mitt­le­res Ver­kehrs­cha­os. Nur der zufäl­lig anwe­sen­de Poli­zei­be­am­te Man­fred Schwanz schaff­te es schließ­lich, den übri­gen Ver­kehr anzu­hal­ten und dem offen­bar über­for­der­ten Auto­fah­rer das Wen­den zu ermög­li­chen.

Ups, wo fährt der denn?
Sofort blo­ckiert der Falsch­fah­rer den Ver­kehr…
.. und erst dem Poli­zei­be­am­ten Man­fred Schwanz gelingt es, den Falsch­fah­rer uf die rich­ti­ge Spur zurück­zu­brin­gen. Fotos: him

Fuß­gän­ger­über­gang beim Ede­ka: Auf wel­che Wei­se Fuß­gän­gern ein Über­que­ren beim Super­markt erleich­tert wer­den kann, ist noch nicht klar. Vil­ling erklär­te, man kön­ne schon über die Stra­ße gelan­gen, wenn man eine Lücke im Ver­kehr abwar­te. Ande­rer­seits staut sich häu­fig der Ver­kehr, der links abbiegt und die Auto­fah­rer Rich­tung Rott­weil fah­ren recht schnell vor­bei.

Zebrastreifen, Ampel oder…?

Ein Zebra­strei­fen könn­te dazu füh­ren, dass ein­zel­ne Schü­ler den Ver­kehr kom­plett zum erlie­gen brin­gen, so die Befürch­tung. Aber auch eine Bedarfs­am­pel könn­te den­sel­ben Effekt haben. Nun soll das Stra­ßen­bau­amt vom Ver­kehrs­gut­ach­ter bis zur nächs­ten Ver­kehrs­schau eine Pro­gno­se erfra­gen, wel­che Lösung den Ver­kehrs­fluss weni­ger  hemmt.

An der Abfahrt Rich­tung Wald­mös­sin­gen an der Vier­häu­ser Stra­ße soll ein zusätz­li­ches Schild Rich­tung Schram­berg wei­sen. Der Hin­weis zum Hal­den­hof dage­gen soll weg­fal­len, weil er Auto­fah­rer eher ver­wirrt.

Auf der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße möch­te Reh­fuß die bis­he­ri­ge Lösung ändern. Statt die rech­te Spur nur nach Aich­hal­den abbie­gen zu las­sen und den gesam­ten übri­gen Ver­kehr über die lin­ke Spur wei­ter zu lei­ten, soll künf­tig in zwei Spu­ren an der Abzwei­gung nach Aich­hal­den vor­bei gefah­ren wer­den.

Heiligenbronner Straße: durchgängig zwei Spuren bis zum Bären

Wer nach Schram­berg  oder Aich­hal­den will, ord­net sich rechts ein, alle ande­ren links. Bis­her muss­ten  die Auto­fah­rer mit­un­ter zwei­mal den Fahr­strei­fen wech­seln. Nach­teil für Auto­fah­rer aus Rich­tung Aich­hal­den: Sie kön­nen nicht mehr ein­fach ein­bie­gen, son­dern müs­sen sich ein­fä­deln. Für Reh­fuß ist ent­schei­dend, dass der „inne­re Ring fließt, sonst stockt alles“.

Da will Fach­be­reichs­lei­ter Reh­fuß eine Ände­rung: Zwei­spu­ring soll es auf der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße gen Bären gehen.

Bären­sied­lung: Etli­che Auto­fah­rer nut­zen die schma­len Sträß­le in der Bären­sied­lung als Schleich­we­ge. Weil es dort  oft kei­ne Geh­we­ge gibt, kommt es häu­fig zu gefähr­li­chen Situa­tio­nen. Auch meh­re­re Unfäl­le hat es gege­ben, weil Auto­fah­rer zu schnell waren und sich nicht an die Regel „rechts vor links“ gehal­ten haben.

Tempo 10 und Tempo 30 in der Bärensiedlung

Hier will Reh­fuß mit einer Tem­po­be­gren­zung auf zehn Stun­den­ki­lo­me­ter in den Stra­ßen im Gehrn und  im Schef­fel­weg und Tem­po 30 in der Rech­berg­stra­ße die Gefah­ren­la­ge sen­ken. Auch wer­de der Bereich Bären­sied­lung „nur für Anlie­ger“ frei gege­ben. Mit  wei­ßen Lini­en an den Ein­fahr­ten will Reh­fuß auch auf die Vor­fahrts­re­geln hin­wei­sen.

Hier wirds eng: Bären­sied­lung

Rücksichtnahme wäre gefragt

Vil­ling stellt für die Stra­ßen­bau­be­hör­de klar, dass von Anfang an klar war, dass die Bau­stel­le und die Umlei­tung kein Zucker­schle­cken wird. „Wir haben das nie beschö­nigt oder behaup­tet, dass das ein­fach wird.“ Dass nun auch die Brü­cken­bau­ar­bei­ten zwi­schen Hardt und Schram­berg län­ger als geplant dau­ern, kom­me erschwe­rend hin­zu. Vie­le Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen ver­ur­sa­chen aber die Auto­fah­rer selbst, weil sie ent­we­der drän­geln oder zu zöger­lich unter­wegs sind.

Unge­dul­dig: Ein nie­der­län­di­sches Cabrio rauscht an der Schlan­ge vor­bei.

Gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me ist hier gefragt“, so Wer­ner Kauf­mann vom Schram­ber­ger Poli­zei­re­vier. Ein Appell, der eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit aus­drückt. Doch wenn man dann einen Cabrio­fah­rer erlebt, der auf der Schram­ber­ger Stra­ße meint, die War­te-Schlan­ge auf der Gegen­spur über­ho­len zu müs­sen, da kom­men einem die Zwei­fel, ob sol­che Appel­le etwas fruch­ten.