Jährlich sterben rund 300 Menschen in Deutschland bei Bränden. Vor allem nachts werden Brände in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr, denn im Tiefschlaf riecht der Mensch nichts – und schon drei Atemzüge des hochgiftigen Rauchs können tödlich sein. Umso wichtiger, auf die kleinen Lebensretter aufmerksam zu machen, sagt der Landesfeuerwehrverband. Das geschieht jährlich am bundesweiten Rauchmeldertag, der dieses Mal am Freitag, den 13. Februar, sowie am Freitag, den 13. März stattfindet.
Rauchmelder retten in Deutschland durchschnittlich 4,1 Menschen pro Tag vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod, wie eine Auswertung der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ von Dezember 2019 bis Februar 2020 ergab. „Freitag, der 13., kann zu Ihrem Glückstag werden. Der Rauchmeldertag ist ein guter Anlass, um Ihre Rauchmelder zu überprüfen und sich mit dem Thema Rauchmelder zu befassen“, sagt Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.
Rauchmelder nach zehn Jahren austauschen
Die DIN-Norm DIN 14676 (die sogenannte Anwendungsnorm für Rauchmelder) regelt verbindlich, dass nach zehn Jahren und maximal sechs Monaten alle Rauchmelder gegen neue Geräte ausgetauscht werden müssen.
Denn nach mehr als zehn Jahren ist in der Regel nicht mehr gewährleistet, dass die sensible Messtechnik noch einwandfrei funktioniert und Rauchöffnungen frei von Verschmutzungen sind. Wenn Sie den Rauchmelder abnehmen, ist bei vielen Meldern auf der Rückseite das Herstellungsdatum eingedruckt, manchmal sogar, bis wann das Gerät spätestens ausgetauscht werden muss. Vor allem Vermieter beauftragen für die jährliche Wartung und den Austausch der Rauchmelder gerne einen Dienstleister, der diese Tätigkeiten rechtssicher dokumentiert.
Prüfen Sie Ihren Rauchmelder!
Generell gilt: Prüfen Sie Ihre kleinen Lebensretter. Hierfür genügt ein Drücken auf der Prüftaste. Ertönt ein Prüfton, ist der Rauchmelder in Ordnung. Hören Sie keinen Prüfton, tauschen Sie entweder die Batterie aus (nur bei Rauchmeldern mit nicht fest eingebautem Akkumulator) oder ersetzen Sie den Rauchwarnmelder bzw. kontaktieren Sie die Hausverwaltung bzw. Ihren Vermieter und lassen Sie den Rauchwarnmelder austauschen.
„Klein, aber oho“: Die Lebensretter im Haushalt
Solange sie nicht Alarm schlagen, geraten Rauchmelder im Alltag in Vergessenheit. Dabei rettet ein funktionierender Rauchmelder an der Decke im Ernstfall Leben – und verschafft kostbare Zeit, um sich in Sicherheit bringen zu können. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt den nötigen zeitlichen Vorsprung, sich in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.
Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits eine Lungenfüllung mit Brandrauch kann irreversible körperliche Schäden verursachen. Ursache für Brände ist im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit: Regelmäßig lösen auch technische Defekte Brände aus.
In Baden-Württemberg gilt nach der Landesbauordnung seit Juli 2013 für Neubauten und seit Ende 2014 für alle bestehenden Bauten die Rauchwarnmelderpflicht. Die Rauchmelder müssen in Schlafräumen (auch Gäste- und Kinderzimmer) sowie in Fluren und Gängen, die als Rettungswege zu diesen Schlafräumen dienen, angebracht werden. Diese Vorgaben gelten sowohl für Wohnungen als auch für bestimmte andere Gebäude, in denen Menschen schlafen können, wie das Innenministerium Baden-Württemberg beschreibt. Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg empfiehlt, Rauchwarnmelder zum Beispiel auch im Wohnzimmer zu platzieren.
Ein Brandfall kommt unerwartet – Vorbereitung rettet Leben
Die wenigsten Menschen haben einen Plan, wie sie bei einem überraschenden Brand in der Wohnung richtig reagieren sollen. Vor allem nachts, wenn man durch den Alarm des Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen wird, gilt es, schnell zu reagieren.
In der Regel hat man nach Auslösen des Rauchmelders nämlich nur 120 Sekunden Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Hinzu kommt, dass ein Brandfall ein höchst erschreckendes Erlebnis ist und von den Betroffenen mangels Erfahrung auch nicht einzuschätzen ist. Daher wird von der Feuerwehr dringend empfohlen, sich vorher mit der ganzen Familie darüber Gedanken zu machen.
Was tun, wenn’s brennt? Das richtige Verhalten im Brandfall
Im Animationsclip des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg erklären der Feuerwehr-Löwe Badele und sein Freund, der kleine Elefant Württele, wie man sich bei einem Brand richtig verhält und was genau zu tun ist. Diesen Animationsclip findet man auf dem Youtube-Kanal des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg unter https://www.youtube.com/@LFVBW
Weitere begleitende Unterlagen zum Clip sind auf der Internetseite des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg unter https://www.fwvbw.de/materialien-zur-brandschutzerziehung-und-aufklaerung,304.html verfügbar.
Daten und Infos zum Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg
Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg vertritt die Interessen von derzeit rund 200.000 Feuerwehrangehörigen gegenüber der Öffentlichkeit, der Verwaltung und der Politik sowie den Trägern der Feuerwehren. Als Interessenvertretung hat sich der Verband als oberstes Ziel die Förderung des Brand- und Bevölkerungsschutzes gesetzt. Die Aufgaben und Tätigkeiten sind vielschichtig. Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg ist ein eingetragener Verein. Über die 42 Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände gehören alle Feuerwehren einschließlich der Berufs- und Werkfeuerwehren dem Landesfeuerwehrverband an.
Insgesamt vertritt er rund
- 122.000 Feuerwehrangehörige in den Einsatzabteilungen,
- 40.000 Kinder und Jugendliche in den Jugendfeuerwehren,
- 32.000 Angehörige der Alters- und Seniorenabteilungen sowie
- 4.000 Kinder und Erwachsene in der Feuerwehrmusik.
Im Jahr 2024 wurden die Feuerwehren im Land zu 164.000 Einsätzen gerufen, also statistisch gesehen alle rund 3,5 Minuten einmal. Davon entfielen beispielsweise auf Brände und Explosionen 20.000 Einsätze, auf technische Hilfeleistungen 64.000 sowie 30.000 auf Fehlalarme. Die Gemeindefeuerwehren in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr 17.000 Menschen aus höchster Lebensgefahr gerettet sowie Sachwerte in Milliardenhöhe geschützt.



