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Donnerstag, 13. August 2020
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    Zimmern: Widerstand gegen höhere Hundesteuer

    Bisher ist Zimmern eine der günstigeren Gemeinden für Hundehalter im Landkreis Rottweil. Das soll sich bald ändern, der Gemeinderat soll am heutigen Dienstagabend über eine Erhöhung beschließen. Dagegen regt sich Widerstand, eine Aktionsgruppe ruft zum Protest auf.

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    Wie das Rathaus mitteilt, kostet das Halten eines Hundes in Zimmern derzeit jährlich 84 Euro. Für den zweiten und jeden weiteren Hund werden 168 Euro fällig. Sogenannte Kampfhunde werden mit 600 Euro berechnet. Und die Zwingersteuer, die Züchtern auferlegt wird, kostet wie ein Zweithund 168 Euro.

    Derzeit sind laut Gemeindeverwaltung 255 Erst- und 27 Zweithunde in der Gemeinde angemeldet. Zudem sind zwei sogenannte Kampfhunde und acht steuerfreie Hunde registriert – dies können etwa Blindenhunde sein.

    Die Gemeinde hat nun einen Vergleich mit anderen angestellt – und herausgefunden, dass die Hundehaltung anderswo teurer ist. Beispielsweise kostet das Halten eines Hunds in Villingendorf ab 2020 102 Euro, eines Zweithunds 204. Dieselben Summen nimmt Deißlingen seit 2017. Dietingen liegt ein paar Euro darüber, und das seit 2015, Dunningen ein paar darunter. Einen sogenannten Kampfhund zu halten, ist überall vergleichsweise teuer, wenn auch unterschiedlich. So beträgt der fällige Betrag in in Dunningen 400 Euro und in Deißlingen 456. In Villingendorf ab 2020 800 Euro und in Dietingen bereits heute 840. Einen Hund in Rottweil zu halten, ist derzeit mit 120 Euro pro Jahr am Teuersten.

    Zimmern will sich laut Gemeinde dort einpendeln. Das Rathaus wird dem Gemeinderat am Dienstagabend vorschlagen, den Ersthund mit 102 Euro, den Zweit- und jeden weiteren Hund mit 204 Euro zu berechnen. Listenhunde sollen 720 Euro kosten, die Zwingersteuer bei 204 Euro liegen. Für den zweiten und jeden weiteren Hund sollen jährlich mehr als 1400 Euro fällig werden. Diese Hunde beschreibt die Zimmerner Satzung so:

    Kampfhunde sind solche Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens die Annahme rechtfertigen, dass durch sie eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren besteht.

    Künftige Satzung über die Erhebung der Hundesteuer in Zimmern ob Rottweil, gültig ab 2020.

    Die Hundesteuererhöhung bedeutete für die Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von jährlich 5800 Euro, rechnet das Rathaus vor.

    Von der Steuer befreit werden sollen solche Hunde, die ausschließlich dem Schutz von Epileptikern oder Diabetiker dienen, wenn nachgewiesen wird, dass sie hierzu geeignet sind.

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    Aufruf zum Widerstand

    Über den Plan der Gemeinde hatte die NRWZ am Montag berichtet – und offenbar Gegner der Erhöhung auf den Plan gerufen. So haben Aktivisten unter dem Motto „Gemeinsam stark für unsere Hunde“ – das auch schon der Slogan des Tags des Rottweilers gewesen ist – einen Protestaufruf gestartet.

    In einem Flugblatt, das in Zimmern etwa vor einem Tier-Einkaufsmarkt verteilt wird, rufen sie dazu auf, „mit oder ohne Hund“ die Gemeinderatssitzung zu besuchen und sich zu wehren. Die Erhöhung der Steuer „werden wir uns nicht gefallen lassen“, heißt es weiter. Abgebildet ist eine blonde Frau – ob der Bezug zur Bürgermeisterin Zimmerns, Carmen Merz, da ist, ist unklar -, die mit einem sich wegduckenden Hund schimpft: „Wir wollen euch hier nicht.“

     

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    2 Kommentare

    1. Immer wieder eine Erhöhung der Hundesteuer. Als Argument immer wieder „woanders kostet es mehr“. Die Hundesteuer ist ja auch optimal dafür geeignet, weil es ja nur ein paar einzelne gibt und die sich kaum wehren können. Aber es gibt auch Gemeinden in Deutschland, da ist die Hundesteuer abgeschafft worden. An diesen Beispielen orientiert man sich nicht. Ich finde die Erhöhung ungerecht, weil es nur einige wenige trifft und für die Steuer keine oder kaum Leistungen gibt. Also eine Abzocksteuer. Womit ist die Steuer noch gerechtfertigt. Wegen Luxus? Dann müssten Pferde genauso besteuert werden…

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