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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Schram­berg Kirch­platz­schu­le Sul­gen: Umbau in Kita beschlos­sen

Kirchplatzschule Sulgen: Umbau in Kita beschlossen

Antrag der ”Akti­ven Bür­ger” sei ”wenig sach­ge­recht” und schei­tert

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SCHRAMBERG – Nach einer aus­führ­li­chen Dis­kus­si­on zu den Umbau­kos­ten im Ver­wal­tungs­aus­schuss hat sich nun auch der Gemein­de­rat mit dem geplan­ten Umbau der Kirch­platz­schu­le in eine Kin­der­ta­ges­stät­te befasst. Weil der Kin­der­gar­ten Ecken­hof und die kirch­li­chen Kin­der­gär­ten nicht aus­rei­chen, hat­te der Gemein­de­rat den Umbau vor einem Jahr beschlos­sen.

Zwei Kin­­­der­gar­­­ten- und eine Krippengrup­pe sol­len dort Platz fin­den. Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager hat­te im Ver­wal­tungs­aus­schuss (VA) berich­tet, man sei jetzt bei einer Kos­ten­be­rech­nung  von 1,4 Mil­lio­nen Euro, etwas weni­ger als vor einem Jahr grob geschätzt. Udo Neu­deck (Freie Lis­te) fand im VA zwar, die Pla­nung sei „in Ord­nung“. Er kri­ti­sier­te aber die sei­ner Ansicht nach zu hohen Kos­ten: „Das war eine funk­tio­nie­ren­de Grund­schu­le und der Umbau soll jetzt 1,4 Mil­lio­nen Euro kos­ten?“ Ins­be­son­de­re woll­te Neu­deck wis­sen, wes­halb neue Fens­ter ein­ge­baut wer­den sol­len.

Neue Fenster sparen Wärme

Im Gemein­de­rat hat der Lei­ter der Abtei­lung Hoch­bau Andre­as Krau­se erläu­tert, dass man bis­her die Kos­ten auf Grund­la­ge eines Refe­renz­ge­bäu­des ermit­telt habe. Die Fens­ter an der Kirch­platz­schu­le sei­en in den spä­ten 80er oder frü­hen 90er Jah­ren aus­ge­tauscht wor­den. Sie wei­sen einen Wär­me­dämm­durch­gangs­wert von etwa 2,8 auf. Das sei „recht hoch“, so Krau­se.

Moder­ne drei­fach ver­glas­te Fens­ter hät­ten einen Wert von 0,6. Der Aus­tausch füh­re zu erheb­li­chen Wär­me­ein­spa­run­gen. Die alten Fens­ter strahl­ten auch Käl­te in den Raum ab. Auch sei das Gebäu­de  denk­mal­ge­schützt. Man kön­ne sonst kei­ne Ener­gie­spar­maß­nah­men an der Fas­sa­de vor­neh­men. Krau­se kün­dig­te an, die Ver­wal­tung und der Rat könn­ten wei­ter über Ein­spa­run­gen nach­den­ken, sobald eine Kos­ten­be­rech­nung vor­liegt.

Viel Zustimmung

Für die CDU-Frak­­ti­on erklär­te Cle­mens Mau­rer,  sei­ne Frak­ti­on wer­de zustim­men.  „Wir haben drauf gewar­tet und wol­len mög­lichst  schnell die alte Schu­le als Kita zur Ver­fü­gung haben.“ Neu­deck fand die Plä­ne immer noch zu teu­er. Er hielt es für unsin­nig, die Mau­ern nicht zu däm­men, aber die Fens­ter aus­zu­tau­schen.

Bernd Rich­ter (ÖDP) frag­te, ob ein Auf­zug unbe­dingt sein müs­se. Krau­se erläu­ter­te, dass erst noch geprüft wer­den müs­se, ob über­haupt ein  Auf­zug ein­ge­baut wer­den kann. Tan­ja Wit­kow­ski (SPD/Buntspecht) sprach von einer guten Nach­nut­zung der Schu­le. Der Rat habe sich bewusst für das Pro­jekt ent­schie­den.

Akrtive Bürger: Statt am Kirchplatz auf der Heuwies

Jür­gen Reu­ter (Akti­ver Bür­ger) erläu­ter­te sei­en Antrag, „den Umbau der Kirch­platz­schu­le zu hin­ter­fra­gen und den Bau der Betreu­ungs­ein­rich­tung Heu­wies vor­zu­zie­hen“. Weil das Außen­ge­län­de an der Kirch­platz­schu­le nicht unmit­tel­bar neben dem Gebäu­de lie­ge, müs­se wohl eine wei­te­re Toi­let­te beim Spiel­ge­län­de gebaut wer­den, fürch­te­te er. Abtei­lungs­lei­te­rin Kers­tin Fleig ver­wies auf  eine ähn­li­che Situa­ti­on bei Kin­der­gar­ten Regen­bo­gen in Ten­nen­bronn. Da funk­tio­nie­re es auch ohne zusätz­li­che Toi­let­te.

Fach­be­reichs­lei­ter Mager sprach davon, dass die Nut­zung des denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­des sehr wirt­schaft­lich sei. Ein ver­gleich­ba­rer Kin­der­gar­ten als Neu­bau wür­de 3,5 Mil­lio­nen Euro kos­ten. Einen Kin­der­gar­ten im Gebiet Schieß­acker zu errich­ten sei sicher ver­nünf­tig, „aber erst, wenn wir dort so weit sind“.

Mau­rer nann­te den Antrag der „Akti­ven Bür­ger“ unprä­zi­se: „Was heißt ‚hin­ter­fra­gen‘?“ Er sei wenig sach­ge­recht. Beim Schieß­acker gebe es noch kei­ner­lei Bau­recht. Die Kos­ten betrü­gen das Drei­fa­che „und wir haben ein Gebäu­de, das leer steht.“ Ober­bür­ger­meis­te­rin Doro­thee Eisenlohr ergänz­te: „Wir haben jetzt den Platz­be­darf.“ Die Abstim­mung ende­te denn auch mit drei Ja der „akti­ven Bür­ger“, alle ande­ren Rats­mit­glie­der stimm­ten mit nein.

Mit deut­li­cher Mehr­heit beschloss der Rat schließ­lich, den Plan der Ver­wal­tung umzu­set­zen und die Kirch­platz­schu­le in einen Kin­der­gar­ten umzu­bau­en.

 

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