Symbol-Foto: privat

In rund einem drei­vier­tel Jahr soll es soweit sein: Nach der Som­mer­pau­se 2020 soll die Gemein­de­rä­te in Rott­weil ihre Unter­la­gen für die Sit­zun­gen nicht mehr per Post erhal­ten, son­dern elek­tro­nisch. 28 neue iPads will die Stadt dafür beschaf­fen. Kom­men­den Mitt­woch wird erst­mals dar­über bera­ten.

50.000 Euro – so viel sol­len die neu­en Gerä­te, iPads in der Grö­ße 12,9 Zoll samt Tas­ta­tur und Ein­ga­be­stift, kos­ten. Der Ober‑, der Bür­ger­meis­ter und alle Stadt­rä­te sol­len sie bekom­men, macht 28 Stück.

Der Grund: Für den Gemein­de­rat soll ab 1. Sep­tem­ber 2020 auf den elek­tro­ni­schen Sit­zungs­dienst umge­stellt wer­den. Ab dann sol­len Ein­la­dung und Sit­zungs­un­ter­la­gen nur noch elek­tro­nisch über eine App zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Dadurch will die Stadt­ver­wal­tung Kos­ten spa­ren: Laut ihren Berech­nun­gen könn­ten Druck­kos­ten inklu­si­ve Kos­ten des Papiers (ohne Per­so­nal­an­teil) in Höhe von 7000 Euro gespart wer­den – bei rund 300.000 Druck­sei­ten pro Jahr. Dazu kom­men noch Post-Ver­sand­kos­ten von rund 4000 Euro.

Der digi­ta­le Sit­zungs­dienst über die App soll über die Fir­ma Soma­cos abge­wi­ckelt wer­den, mit der die Stadt­ver­wal­tung nach eige­nen Anga­ben seit 2010 zusam­men­ar­bei­tet. Die­se stellt das soge­nann­te Rats­in­fo­sys­tem zur Ver­fü­gung, über das die Stadt­rä­te jetzt schon die Sit­zungs­un­ter­la­gen als PDF abru­fen kön­nen. Man­che tun dies, brin­gen eige­ne Tablets in die Gemein­de­rats­sit­zun­gen mit.

Als Vor­tei­le lis­tet die Stadt­ver­wal­tung auf:

  • Gemein­de­rats­bü­ro ist über­all
  • Zugriff auf alle Unter­la­gen in der Sit­zung, zum Bei­spiel auf Vor­la­gen und Pro­to­kol­le ver­gan­ge­ner Sit­zun­gen
  • Zugriff auf wei­te­re Infor­ma­tio­nen in der Sit­zung wie etwa Sat­zun­gen, Geset­ze, Pres­se­be­rich­te …
  • Such­funk­ti­on, auch in den Sit­zun­gen
  • Ein­däm­mung der Papier­flut und der Papier­sta­pel
  • Umwelt­as­pekt
  • nach­hal­ti­ge Res­sour­cen­ein­spa­rung
  • Schnel­le Reak­ti­ons­zeit bei Ände­run­gen von Vor­la­gen oder Ergän­zun­gen
  • Mög­lich­keit der Kom­men­tie­rung der Sit­zungs­un­ter­la­gen und Tei­lung der kom­men­tier­ten Unter­la­gen mit der Frak­ti­on
  • Ver­bes­se­rung der Team­ar­beit
  • Off­line-Fähig­keit, Ein­sicht und Bear­bei­tung unab­hän­gig vom Inter­net­zu­gang

Natür­lich ver­ur­sacht auch der digi­ta­le Sit­zungs­dienst Kos­ten. Fol­gen­de lis­tet die Stadt­ver­wal­tung als jähr­li­che Aus­ga­ben auf: War­tung des Ser­vers etwa 900 Euro, War­tung der iPad-App etwa 450 Euro, Reparatur/Ersatz der iPads etwa 2500 Euro. Und an ein­ma­li­gen Aus­ga­ben zusätz­lich zum Preis der iPads 1000 Euro für die Schu­lung der Stadt­rä­te, 3000 Euro für die Ser­ver­soft­ware und 1500 für die App.

Die Stadt­rä­te sol­len ihre iPads übri­gens auch pri­vat nut­zen kön­nen dür­fen. „Daten­schutz und Daten­si­cher­heit wer­den durch meh­re­re Sicher­heits­richt­li­ni­en (Ver­schlüs­se­lung durch Soma­cos mit Pin oder Fin­ger­ab­druck, Token Gene­rie­rung als Zwei-Fak­to­ren-Authen­ti­fi­zie­rung, Zugangs­da­ten für das Rats­in­fo­por­tal) gewähr­leis­tet“, so die Stadt­ver­wal­tung.

Kom­men­den Mitt­woch soll der Kultur‑, Sozi­al- und Ver­wal­tungs­aus­schuss des Gemein­de­rats erst­mals dar­über bera­ten und den ent­spre­chen­den Beschluss fas­sen. Der Gemein­de­rat soll die­sen dann in sei­ner Sit­zung in 14 Tagen bestä­ti­gen.