„Unfallträchtige Strecke“ – Feuerwehrsprecher appelliert an Verkehrsteilnehmer: „Denken Sie an den Nächsten“

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Nach dem schweren Unfall mit zwei Todesopfern und zwei weiteren Verletzten bei Dunningen fordert ein Feuerwehrsprecher die Verkehrsteilnehmer auf, „an den Nächsten zu denken“. Der schreckliche Unfall war am Freitagabend gegen 18.30 Uhr passiert.

Am Freitag kurz vor 18.30 Uhr ereignete sich auf der B 462 zwischen Dunningen und Zimmern ob Rottweil ein schwerer Verkehrsunfall mit Beteiligung von vier Fahrzeugen, bei welchem zwei Personen tödlich verletzt wurden und ein Sachschaden in Höhe von etwa 65.000 Euro entstand. „Der genaue Unfallhergang ist bisher unklar und ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Das teilte die Polizei in der Nacht auf Samstag mit. Bei den Getöteten handelt es sich um eine 21-jährige Beifahrerin eines BMW mit Anhänger und den 37-jährigen Fahrer eines beim Zusammenprall mit wenigstens zwei weiteren Fahrzeugen völlig deformierten Renault Clio.  

Die Polizei sucht Zeugen, die nähere Angaben zum Unfallhergang machen können. Zeugenhinweise werden an den Verkehrsdienst Zimmern ob Rottweil unter Tel. 0741/34879-0 erbeten.

Sven Haberer, Sprecher der Feuerwehr im Kreis Rottweil, bezeichnet die B 462 bei Dunningen als „unfallträchtige Strecke“. Dies erklärte er noch am Unfallort gegenüber Journalisten. Haberer hatte die vor allem für die beteiligten Einsatzkräfte belastenden Bilder im Kopf. Die besondere Dramatik an diesem Unfall: nicht nur, dass zwei Menschen gestorben sind und zwei weitere verletzt wurden, einer davon schwer. Nicht nur, dass sich die Rettungsarbeiten für die Feuerwehr und den Rettungsdienst wegen der stark deformierten Wagen hinzogen. Darüber hinaus kamen Angehörige der getöteten 21-jährigen Beifahrerin an die Einsatzstelle. Sie wurden vorgelassen zu den Unfallfahrzeugen – und zum Leichnam.

Der Zusammenbruch einer Verwandten fand daher vor Augen der Einsatzkräfte mit ihren vielen Ehrenamtlichen statt.

Nach Informationen der NRWZ nutzte die Polizei die Anwesenheit der Angehörigen, das junge Todesopfer vor Ort identifizieren zu lassen. „Kann man machen, kann man auch lassen“, kommentierte dies eine leitende Einsatzkraft. Aufseiten des DRK rief es Unverständnis hervor. So etwas habe er noch nie erlebt, sagte ein Rettungsdienstmitarbeiter der NRWZ. Aufseiten der Feuerwehr dagegen Verständnis: Es sei auf diese Weise möglicherweise leichter, die Todesnachricht zu verstehen.

Haberer, dem Kreis-Feuerwehrsprecher, stand die Nähe zu den trauernden Angehörigen und die Dramatik der schwierigen Rettungsarbeiten ins Gesicht geschrieben, als er vor die Reporter-Kameras trat. Der Wagen des Bestattungsunternehmens hatte die Einsatzstelle gerade verlassen, die Journalisten konnten sie betreten.

Haberer sagte: „Wir können hier auf der B 462 schon von einer unfallträchtigen Strecke sprechen.“ Viele an der Einsatzstelle anwesende, mit denen die NRWZ sprach, bestätigten diese Sicht. Es gebe offenbar rücksichtslose Menschen, die ihr Glück herausforderten – und andere mit waghalsigen Überholmanövern in Gefahr bringen. Oder gedankenverloren am Handy spielen und auf die Gegenfahrbahn geraten. Es gibt etwa einen Feuerwehrmann und Familienvater, der seine Frau längst gebeten hat, auf dem Arbeitsweg die Umfahrung nicht zu nutzen, sondern durch Dunningen zu fahren.

Bei den auf der Strecke gefahrenen Geschwindigkeiten könne die Handynutzung rasch ein tödlicher Fehler sein, sagte etwa der Einsatzleiter, Dunningens Gesamtkommandant Volker Hils, zur NRWZ. Er ist jeweils einer der Ersten an einem Einsatzort auf dem Gebiet seiner Gemeinde. Und seit es die Umgehung gibt, muss seine Feuerwehr wiederholt zu schweren, zu tödlichen Unfällen ausrücken. Mit stark belastenden Bildern.

Während Dunningens Feuerwehrkommandsant Hils erklärte, er könne einem Überholverbot, etwa durch eine bauliche Trennung nicht viel abgewinnen – „dann verlagert sich die Raserei nur“ -, legte sich Haberer fest. „Wir appellieren an die Verkehrsteilnehmer, sich doch an die Geschwindigkeiten zu halten“, sagte er im Namen der Feuerwehr, „nicht zu überholen und auch an den Nächsten zu denken.“

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

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