Ursache für tödlichen Autobahnunfall steht fest – Beifahrerin geht es besser

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Großflächig hat sich die Laufffläche von diesem Hinterreifen gelöst - Ursache eines tödlichen Unfalls, so die Polizei. Der Reifen war laut einem Sachverständigen bereits 14 Jahre alt. Foto: Peter Arnegger

Zunächst hat­te die Poli­zei noch von einer „unbe­kann­ten Ursa­che” berich­tet – bei ihrer Mel­dung von einem töd­li­chen Unfall, der ver­gan­ge­nen Sonn­tag auf der Auto­bahn 81 bei Obern­dorf geschah. Ein Sach­ver­stän­di­ger soll­te den Her­gang klä­ren. Er hat sich nun auf eine Ursa­che fest­ge­legt. Die gute Nach­richt: Der beim Unfall lebens­ge­fähr­lich Ver­letz­ten geht es bes­ser.

Der Unfall geschah kurz nach der Auf­fahrt Obern­dorf in Fahrt­rich­tung Sin­gen. Dort war ein SUV mit zwei Insas­sen von der Fahr­bahn abge­kom­men. Einer der bei­den Insas­sen, ein 53-jäh­ri­ger Mann, ver­starb noch an der Unfall­stel­le. Die Poli­zei geht mitt­ler­wei­le davon aus, dass er den Wagen gesteu­ert hat­te. Sei­ne eben­falls 53-jäh­ri­ge Frau, die auch im Wagen saß, wur­de lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Ein Ret­tungs­hub­schrau­ber brach­te sie in eine Kli­nik.

Dort ist sie inzwi­schen auf eine nor­ma­le Kran­ken­sta­ti­on ver­legt wor­den. Lebens­ge­fahr besteht nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ nicht mehr. Ein Spre­cher des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen bestä­tig­te das auf Nach­fra­ge der NRWZ.

Der Wagen, ein Ford XLT, war am Sonn­tag gegen 12 Uhr ohne Betei­li­gung eines zwei­ten Fahr­zeugs von der Fahr­bahn abge­kom­men. Laut Poli­zei war der Fah­rer gera­de dabei, ein ande­res Auto zu über­ho­len.

Dann muss, die NRWZ hat­te das schon am Unfall­tag berich­tet, ein Hin­ter­rei­fen gewis­ser­ma­ßen geplatzt sein. Des­sen Lauf­flä­che hat­te sich groß­flä­chig abge­löst, sie lag in der Nähe des Unfall­wa­gens noch auf der Fahr­bahn.

Die­se Unfall­ur­sa­che sieht die Poli­zei nun nach dem Bericht des Sach­ver­stän­di­gen als bestä­tigt an. Die­ser hat­te her­aus­ge­fun­den: Der betrof­fe­ne Rei­fen war alt. 14 Jah­re. Dies sag­te ein Spre­cher des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen der NRWZ.

Update – am Abend berich­tet die Poli­zei: 

An dem 14 Jah­re alten Win­ter­rei­fen hat­te sich die Lauf­flä­che kom­plett gelöst. Es han­del­te sich ein­deu­tig um alters­be­ding­ten Ver­schleiß. Die Über­prü­fung ergab, dass die ande­ren Rei­fen das glei­che Alter auf­wie­sen. Ein Fremd­ver­schul­den kann aus­ge­schlos­sen wer­den.

Die Bekannt­ga­be die­ses Details erfol­ge aus Prä­ven­ti­ons­grün­den. Der TÜV bean­stan­de alte Rei­fen nicht, gebe nur einen Hin­weis dar­auf, dass sie aus Alters­grün­den zu wech­seln sei­en. Vie­le Auto­fah­rer wür­den des­halb etwa auch das jah­re­lang im Kof­fer­raum trans­por­tier­te Ersatz­rad mon­tie­ren, da die­ser ja noch eine aus­rei­chen­de Pro­fil­tie­fe auf­weist. Dann lei­der rasch kön­ne es zu schwe­ren Unfäl­len kom­men. Gefähr­det sei­en zudem Wohn­mo­bi­le oder ‑anhän­ger, die sel­ten bewegt und deren Rei­fen daher über Jah­re hin­weg kaum abge­nutzt wür­den.

Das schwe­re Ford-SUV hat­te sich bei dem Unfall bei Obern­dorf mehr­fach über­schla­gen und kam auf dem Dach zum Lie­gen. Das Dach des Fahr­zeugs wur­de dabei stark ein­ge­drückt. Der Not­arzt konn­te an der Unfall­stel­le nur noch den Tod des 53-Jäh­ri­gen mut­maß­li­chen Fah­rers fest­stel­len. Sei­ne eben­falls 53-jäh­ri­ge Ehe­frau wur­de mit lebens­be­droh­li­chen Ver­let­zun­gen mit­tels eines Ret­tungs­hub­schrau­bers in ein Kli­ni­kum ein­ge­lie­fert.

Die A 81 war nach dem Unfall gesperrt wor­den, der Ver­kehr ist bei Obern­dorf auf die B 14 aus­ge­lei­tet wor­den. Es kam zu einem lan­gen Stau.

Die Ver­kehrs­teil­neh­mer hat­ten eine vor­bild­li­che Ret­tungs­gas­se gebil­det. Nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ war es den Ein­satz­kräf­ten pro­blem­los mög­lich, zur Unfall­stel­le vor­zu­drin­gen. 

 

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