Nach der Kündigung von Jan-Piet Knijff in der Probezeit meldet sich ein Leser zu Wort: Helmut Kraus bedauert den Schritt, berichtet von einer spürbaren Qualitätssteigerung der Kantorei – und warnt vor Folgen für die Evangelische Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach. Auch mit Blick auf die seit Mai 2025 vakante Pfarrstelle sieht er die Gemeinde in einer schwierigen Lage und appelliert an die Verantwortlichen in Schramberg, den Beschluss noch einmal zu überdenken.
Völlig überrascht habe ich heute gelesen, dass dem neuen Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach, Dr. Jan-Piet Knijff, noch während der Probezeit gekündigt wurde. Als Kündigungsgrund waren „persönliche Differenzen“ genannt.
Als Gemeindemitglied ohne Funktion empfinde ich diesen Schritt als außerordentlich bedauerlich, zumal ich seit der Kantorei-Leitung durch Dr. Knijff eine deutliche Qualitätszunahme des Chors – des musikalischen Kerns einer jeden Kantorei – festgestellt habe.
In Ermangelung einer hauptamtlichen Pfarrerin beziehungsweise eines Pfarrers seit Mai 2025 befindet sich die Kirchengemeinde ohnehin in existenzieller Not. Und wenn diese Kantorei, die sich aufgrund ihres umfangreichen und hochkarätigen Konzertprogramms von einem üblichen Kirchenchor abhebt, mangels qualitativer Leitung auflösen sollte – Sängerinnen und Sänger sind ohnehin kaum mehr zu gewinnen – wäre das auch für die Gesamt-Kirchengemeinde ein großer Schaden. Bewerber*innen für die vakante Pfarrer-Stelle dürften dann noch schwerer zu finden sein.
Wenn es nicht einmal unter Christen möglich sein sollte, „persönliche Differenzen“ kompromissbereit und tolerant zum Wohle aller Gemeindemitglieder zu bewältigen, wo denn sonst? Setzt euch also zusammen und überdenkt nochmals den meines Erachtens falschen Beschluss.
Helmut Kraus, Schramberg.


