Nach der Trennung der Evangelischen Kirche in Schramberg von Kantor Jan-Piet Knijff in der Probezeit meldet sich Leser Klaus Andreae zu Wort: Er kritisiert das Vorgehen des Kirchengemeinderats deutlich, verweist auf den paulinischen Leitsatz „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ – und fordert eine fairere, einvernehmliche Lösung.
Schön gesagt, aber die unglaublichen Ereignisse um unseren Kantor Jan-Piet Knijff zeigen, dass der Kirchengemeinderat nicht danach handelt. Selbst wenn es in der Zusammenarbeit zwischen dem Gremium und dem Kantor geknirscht hat, darf man in einer christlichen Institution erwarten, dass im Sinne von Paulus, dem Schreiber des Korintherbriefes, gehandelt wird.
Ich hatte in meiner 25-jährigen Tätigkeit als Mitinhaber einer Werbeagentur immer wieder mal Probleme mit Mitarbeitern, immer wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden – nie wurde so agiert, wie jetzt im Fall Kantor Knijff.
Auch kann ich gut beurteilen, wie schwierig die Zeiten ohne Pfarrerin oder Pfarrer für den Kirchengemeinderat sind. In meiner 36-jährigen Zeit als Mitglied dieses Gremiums hatte ich drei Vakaturen zu überstehen. Ganz klar: Eine fehlende Pfarrerin oder ein Pfarrer sind schwierige Zeiten. Umso mehr muss der Kirchengemeinderat froh darüber sein, dass wenigstens für die Kirchenmusik ein hervorragender Musiker gefunden wurde.
Wenn der neue Kantor dann klare Vorstellungen zu seiner Arbeit hat, diese mit Nachdruck vertritt, dabei sicher auch manchmal aneckt, dabei aber unbestreitbar eine fachlich hervorragende Leistung bringt, darf man ihn doch nicht einfach entlassen! Auch während der Probezeit ist das ein No-Go! Wie gesagt: „Alles, was Ihr tut, geschehe in Liebe.“
Klaus Andreae, Schramberg


