Knijff-Kündigung: Kantorei wirft Kirchenleitung schwere Verfahrensfehler vor

Leserbrief der Kantorei zur Entlassung von Kantor Knijff

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Er sei "In erster Linie Musiker" versicherte Jan-Piet Knijff bei seiner Einsetzung im Herbst 2025. Foto: him
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Die Empörung über die Entlassung des Kantors der evangelischen Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach bleibt erheblich. Nun haben sich etliche Sängerinnen und Sänger der von Jan-Piet Knijff geleiteten Kantorei zu Wort gemeldet. Sie werfen der Kirchenleitung massive Fehler im Umgang mit dem Kantor vor. So bemängeln sie etwa fehlende Gespräche im Vorfeld, heben Knijffs musikalisches Engagement und seine Bedeutung für Gemeinde und Stadt hervor und fordern, die Entscheidung zu überdenken und Wege für eine gemeinsame Zukunft zu suchen.

Der Brief im Wortlaut

Wir melden uns als Mitglieder der Kantorei und der evangelischen Kirchengemeinde Schramberg-Lauterbach zu Wort. Unsere Kirchengemeindeleitung hat bei der Kündigung unseres Kantors Jan-Piet Knijff offensichtlich die davor nötigen Schritte nicht eingehalten.

Wir haben das Glück, in der aktuellen Phase der Vakatur einen Kantor zu haben, der äußerst engagiert und mit hohem musikalischen Niveau seinen Dienst versieht. Er hat in seiner kurzen Zeit in Schramberg neue musikalische Formate eingeführt, wie den „Service of Nine Lessons and Carols“ oder die Aufführungen von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums im Gottesdienst mit unterschiedlichen Instrumenten. Diese Beispiele zeigen, wie Herr Knijff unsere Gemeinde und auch die Stadt bereichert.

Der Verein Schramberger Orgelkonzerte hat ihn ausdrücklich eingeladen, im Jahresprogramm 2026 zu konzertieren, auch um ihn für die Stadtkirche als Kantor zu gewinnen. Herr Knijff ist jetzt Mitglied in diesem Verein und engagiert sich dort. Darüber hinaus hat er für uns sogar zwei Flügel organisiert. Der erste steht schon leihweise in der Stadtkirche, der zweite wird nach abgeschlossener Sanierung folgen.

Es gab keine Gespräche

Bevor ein Dienstgeber kündigt, sollte er zumindest direkt mit dem Betroffenen alle Möglichkeiten genutzt haben, um die Unstimmigkeiten oder Konflikte zu klären. Damit kann der Weg für eine gelingende Zukunft geebnet werden. Falls das im direkten Gespräch nicht gelingen sollte, gibt es professionelle Unterstützer, die hinzugezogen werden können. Dies ist auch in der evangelischen Kirche ausdrücklich so vorgesehen.

Leider haben hier weder mit noch ohne Begleitung Gespräche stattgefunden. Das ist extrem verwunderlich und auch ein Armutszeugnis. Vor allem, wenn dann behauptet wird, alles getan zu haben.

Großer Verlust

Die Kantorei verliert durch diese Entscheidung ihren Dirigenten, die Gemeinde verliert neben zusätzlicher Musik im Gottesdienst auch einen hervorragenden Organisten, die Stadt Schramberg einen aktiven Künstler, die VHS einen Kursleiter und die Chancen, die Pfarrstelle neu zu besetzen, sinken ebenfalls. Es bleibt die Frage, was sich das Leitungsgremium bei dieser Entscheidung wohl gedacht haben mag. Von Weitsicht, Verantwortung für die eigenen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen oder Zukunftsorientierung spüren wir jedenfalls wenig.

Wir möchten unseren Kantor behalten. Nicht nur wegen des hohen musikalischen Niveaus und dem Spaß in den Proben mit ihm, sondern auch aus Gründen der Fairness und der Identifikation mit unserer Kirchengemeinde. Wir erwarten zu Recht, dass die fehlenden Gespräche mit ihm zeitnah nachgeholt werden, die Konflikte beigelegt werden und für ihn und uns eine gemeinsame Zukunftsperspektive entsteht.

Klaus Andreae, Susanne Andreae, Elke Brezger, Karl-Heinz Dieterle, Beate Distler, Katrin Harttung, Karin Hettich, Gerda Inderfurth, Raphaele Jusufi-Girodet, Johannes Schubert, Viola Storz, Margit Wagner, Elli Werkmeister und Cornelia Wittwer.

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