Ziele von BDEW und grüner Politik weitgehend konträr

Leserbrief zu: Andreae wird neue Hauptgeschäftsführerin des BDEW

Die prominente langjährige Bundestagsabgeordnete Kerstin Andrea ist also jetzt, wie bereits angekündigt, an die „Spitze des Energieverbandes BDEW berufen worden“

Der BDEW ist die Vertretung von rund 1900 Unternehmen in der Energiewirtschaft, sie „formulieren die Anliegen unserer kommunalen und privaten Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik, Fachwelt, Medien und Öffentlichkeit.“ Zu den Mitgliedern des BDEW gehören neben vielen kleineren privaten und kommunalen Unternehmen die Energieriesen RWE, Vattenfall, EnBW und Eon, die weitgehend den Energiemarkt beherrschen. Das Unternehmensziel dieser, wie anderer Unternehmen im Kapitalismus, ist primär die Maximierung ihrer Gewinne, diesem Ziel haben sich alle anderen Ziele unterzuordnen.

Frau Andreae wurde vor zwei Jahren erneut in den Bundestag gewählt. Was waren wohl die Ziele der grünen Politikerin Kerstin Andreae?  Ich nehme doch an, es waren überwiegend nicht dieselben Ziele wie die des BDEW! Ein großer Teil der Ziele von grünen Politikern ist doch sicher ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen, mit den Energieträgern und Rohstoffen, ein entschlossener Kampf gegen die drohende Erderwärmung und viele andere für die Erhaltung eines lebenswerten Lebens auf der Erde notwendigen Maßnahmen! (Ich teile diese Ziele weitgehend!)

Es ist festzustellen, dass die Ziele von BDEW und grüner Politik weitgehend konträr sind!

Wie Frau Andreae wohl mit diesem Interessensunterschied umgeht? Ich weiß nicht, wie das gehen soll, oder kann man als ehrlicher Mensch heute das Gegenteil von gestern vertreten und sich selber noch ernst nehmen??  Aber vielleicht werden die Pfunde bei Frau Andreae zukünftig kleiner. Wie sagt sie doch am 12. Juni 2019 im Interview im Freiburger-Wochenbericht: „Unser größtes Pfund ist die Glaubwürdigkeit. Man glaubt uns, wenn wir sagen, wir wollen etwas ändern“

Nachtrag: Ich nehme natürlich an, dass Frau Andreae allein wegen ihrer Sachkunde als Energiepolitikerin und nicht wegen ihrer Verbindungen zu den Schaltstellen der Politik den Job beim BDEW bekommen hat!

Werner Klank, Schramberg

 

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