Durch ihren tollen achten Platz im Einzelwettbewerb bei Olympia in Antholz konnte sich Janina Hettich-Walz, obwohl sie im Sprint und Verfolger nicht starten konnte, für das Massenstartrennen zum Abschluss der olympischen Wettbewerbe qualifizieren.
Antholz – Dass sich die Lauterbacher Biathletin etwas vorgenommen hatte, war von Anfang an zu sehen. Zunächst „schwamm“ sie im großen Feld mit. Sie konnte sich nach dem ersten perfekten Liegendschießen bereits auf Platz sieben mit lediglich zehn Sekunden Rückstand positionieren.
Bis zur zweiten Schießeinlage holte sie den kleinen Rückstand auf. Mit weiteren fünf Treffern nahm sie mit einer Gruppe der weltbesten Biathletinnen die dritte Laufrunde in Angriff. Mehrfach zeigte sie sich sogar in Führung liegend oder unmittelbar dahinter.
Knackpunkt in diesem Massenstartwettbewerb war ihre schwächere Disziplin, das Stehendschießen. Zwei Schießfehler verbunden mit zwei Strafrunden warfen Hettich-Walz im Kampf um eine Medaille mit einem Rückstand von 53 Sekunden auf Rang 18 aussichtslos zurück.
Mit unbändigem Willem versuchte sie trotzdem nochmals zu kontern. Mit der drittbesten Laufzeit in Laufrunde vier holte sie in der Loipe bis zum abschließenden Stehendschießen acht Sekunden auf. Sie erreichte auf Platz 16 liegend (+ 0:45 Minute) zum letzten Mal den Schießstand.
Risiko nicht belohnt
Um doch noch einen Top 10-Platz zu erreichen, musste sie riskieren, was leider nicht belohnt wurde. Weitere zwei Schießfehler warfen Janina Hettich-Walz auf den 19. Rang zurück. Auf der Schlussrunde konnte sie zwar mit Olympiasiegerin Lisa Vittozzi und Suvi Minkkinnen noch zwei absolute Weltklasseathletinnen überholen. Mehr als der 17. Rang im Schlussklassement war jedoch nicht machbar. Der Rückstand beim Überqueren der Ziellinie betrug 1:42 Minute und damit genau die Zeit, die sie in der Strafrunde verbringen musste.
Erneut war deutlich zu sehen, dass Janina Hettich-Walz läuferisch mit der absoluten Spitze mithalten kann. Sowohl bei der reinen Laufzeit als auch bei der Gesamtschießzeit war sie wieder in den Top 10 zu finden.
Auch wenn sich Janina Hettich-Walz über den letzten Teil des Massenstarts mächtig ärgerte, darf sie doch richtig stolz auf ihre Gesamtleistung sein.
Sich nach der Babypause mit sehr guten Leistungen zunächst für den Weltcup und dann für Olympia zu qualifizieren ist keinesfalls selbstverständlich. Mit Platz acht im Einzel, dem undankbaren vierten Rang in der Staffel und mit dem couragierten Auftritt im Massenstart hat sie gezeigt, dass sie zur erweiterten Weltklasse zu zählen ist.
Aus dem deutschen Team überzeugte einmal mehr Vanessa Voigt. Nach 19 Treffern fand ausgerechnet der letzte Schuss sein Ziel nicht. Dadurch verpasste sie als Siebte (+ 0:36 Minute) leider eine Medaille.
Die besondere Aufmerksamkeit galt jedoch Franziska Preuß in ihrem allerletzten Biathlonrennen. Die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters versuchte alles, um doch noch die ersehnte Einzelmedaille zu gewinnen. Insgesamt sieben Schießfehler warfen Franziska Preuß jedoch aussichtslos zurück, sodass sie den letzten Teil unter dem Beifall der zahlreichen Fans ohne Druck genoss und den Massenstart als 28. beendete.
Den letzten Olympiasieg holte sich Oceane Michelon, eine weitere Französin. Sie siegte knapp vor ihrer Landsfrau Julia Simon (+ 0:07 Minute) und der überraschend starken Tschechin Tereza Vobornikova (+ 0:07 Minute).
Für Janina Hettich-Walz gilt es nun, die sehr gute Form zu konservieren, um bei den letzten drei Weltcupstationen dieses Winters nochmals angreifen zu können. Bei etwas mehr Schießglück kann sie dort durchaus die eine oder andere Topplatzierung erreichen.


