Das eigentliche Ereignis: ein Kaminbrand. Routine für die Feuerwehr. Das Gebäude aber, zu dem die Einsatzkräfte am Montagabend gerufen wurden, betrachten einige von ihnen mit Sorge.
Das Gebäude steht in Neufra, ist älteren Datums, mehrstöckig und von einer offenbar bemerkenswerten Anzahl an Menschen bewohnt. Es sei in viele kleine Wohneinheiten eingeteilt, entsprechend verschachtelt, erfuhr die NRWZ vor Ort. Dies bereitet den Einsatzkräften der Feuerwehr, insbesondere den Mitgliedern der Einsatzabteilung Neufra, Sorgen. „Wenn es da drin mal richtig brennt, dann haben wir ein Riesenproblem“, sagte einer von ihnen, während er nachdenklich auf das Gebäude blickte. Es stehe nicht fest, wie viele Menschen tatsächlich darin wohnten, 20, 25, 30 oder mehr. Im Ernstfall ein ernstes Problem, offenbar.
An diesem Montagabend war der Einsatz aber weit weniger dramatisch. Zu einem Kaminbrand wurden die Kräfte aus Neufra und der Kernstadt gerufen, die mit 31 Kräften unter dem Kommando von Stadtbrandmeister Frank Müller anrückten. Stockwerk und Stockwerk wurde überprüft, früh war klar, dass im Heizungskeller keine besondere Hitze vorhanden ist. Allerdings haben die Einsatzkräfte an einem der Türchen des Kamins im obersten Stockwerk festgestellt, dass dieses so heiß ist, dass man es nicht anfassen kann. Der Kamin selbst schlug unterdessen Funken.
Vorsichtshalber bauten die Einsatzkräfte eine Wasserversorgung auf, richteten die Drehleiter ein. Einsatzkräfte der Feuerwehr unter Atemschutz werden zum Dach hinaufgehoben. Dann ließ sich der Kaminfeger, selbst ein Feuerwehrmann aus der Kernstadt, über die Drehleiter zum Kamin hochfahren. Und dabei hat er eine Stahlkugel samt Bürste, die er immer wieder schwungvoll an einer Kette in den Kamin ablassen wird, um den Schmutz zu beseitigen. Glanzruß hat sich darin vermutlich verklumpt und dann zu brennen begonnen. Der Kamin spuckt deshalb Rauch und Funken. Bewohnerinnen und Bewohner haben das Haus verlassen, Nachbarn beobachten das Geschehen mit Sorge. Die Ortsdurchfahrt wurde für den Einsatz gesperrt. Eine Streife der Polizei war vorübergehend vor Ort.
Das Brandgut aus dem Kamin fingen Feuerwehrleute im Keller auf und brachten es nach draußen. Dies geschah unter Atemschutz. Im Haus selbst aber war laut Einsatzleiter Müller glücklicherweise keine Verrauchung feststellbar.
Der Korb der Drehleiter wird bei solchen Aktionen an einem Funken und dichten Rauch sprühenden Kamin übrigens erheblich verdreckt. In diesem Fall haben sich die Feuerwehrleute dafür entschieden, ihn noch vor Ort abzuspritzen, um ihn so wenigstens ein wenig zu säubern.
Das war derweil der zweite von bislang drei Einsätzen an diesem Montagabend für die Rottweiler Feuerwehr. Zunächst kam es zu einem Brandmelderalarm in der Innenstadt. Dort hatte die Zubereitung eines italienischen Gerichts in einem Restaurant den Brandmelder ausgelöst. Für die Feuerwehr ein vermeidbarer sogenannter Täuschungsalarm – der dem Hauseigentümer in Rechnung gestellt werde, hieß es. Und von dem Kaminbrand ging es direkt in ein Rottweiler Wohngebiet, wo schon eine Streife der Polizei wartete, samt einem Besitzer eines Wagens – der aus bislang unbekannter Ursache eine große Menge Benzin verlor.












