Park-Streit in Rottweil: Neuer Ratsbeschluss bringt Pendlerticket – Innenstadtbetriebe protestieren

Die Stadtverwaltung soll ein neues Pendlerticket für die Parkhäuser Stadtmitte Nord und Süd ausarbeiten. Der vergünstigte Tarif von 48 Euro pro Monat stößt jedoch auf Widerstand aus Gastronomie und Handel - nicht wegen seiner Kosten, sondern wegen seiner Einschränkungen.

Foto: Peter Arnegger
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Rottweil – Die Parkregelungen in der Rottweiler Innenstadt stehen seit Monaten im Zentrum politischer Debatten. Nach einer umfangreichen Debatte beschloss der Gemeinderat jüngst, die Bewirtschaftungszeiten für öffentliche Parkflächen anzupassen und gleichzeitig ein neues, vergünstigtes Pendlerticket für die Parkhäuser Stadtmitte Nord und Stadtmitte Süd einzuführen. Das Ticket soll 48 Euro pro Monat kosten und montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr gültig sein.

Bereits im Januar hatte der Rat beschlossen, dass Parkplätze künftig nur noch bis 19 Uhr statt bis 20 Uhr bewirtschaftet werden. Dies ist ein Schritt, der auf Vorschlag der Verwaltung erfolgte, um auf Kritik am neuen Parkkonzept zu reagieren. Gleichzeitig wurde die Einführung der Pendler-Monatskarte für die Parkhäuser beschlossen, die in der Diskussion ebenfalls zur Sprache kam.

Doch insbesondere lokale Gewerbetreibende sehen die neue Regelung kritisch. In Reaktionen aus der Innenstadt wird bemängelt, dass das vergünstigte Ticket trotz Samstags- und Sonntagsarbeit vieler Mitarbeiter gerade an diesen Tagen nicht gilt – ein Punkt, der für Unverständnis sorgt. „Das kann ich nicht mehr nachvollziehen“, schrieb ein Betroffener. „Hat unsere Sparte denn keinerlei Stellenwert?“ lautet ein weiterer Kommentar aus der Gastronomen-Szene.

Kritik gibt es auch grundsätzlich an der Pflicht zur Zahlung von Parkgebühren für Gewerbetreibende vor Ort, die als ungerecht gegenüber Kunden und Mitarbeitenden empfunden wird.

Hintergrund der Diskussion sind umfangreiche Änderungen am Parkkonzept, die bereits seit Herbst des Vorjahres umstritten sind: So führte der Gemeinderat im vergangenen Jahr angepasste Bewirtschaftungszeiten ein, ließ Gebühren auch sonntags gelten und strich zusätzliche freie Parkstunden an Straßen – Maßnahmen, die seinerzeit für breiten Unmut sorgten.

Die neue Parkgebührenordnung mit dem Pendlerticket soll am 1. März 2026 in Kraft treten, doch die Diskussion dürfte damit nicht beendet sein: Gewerbetreibende fordern weitere Nachbesserungen, etwa eine Ausweitung der Gültigkeit des Pendlertickets oder zusätzliche Entlastungen für Betriebe in der Innenstadt.

Ausblick: In der kommenden Gemeinderatssitzung steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Dann soll der Gemeinderat die Parkgebührenordnung als Satzung beschließen. Ob und in welcher Form weitere Anpassungen folgen, bleibt eine offene Frage – insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Proteste aus der Innenstadtwirtschaft.

Kontext: Gewerbe- und Handelsverein hat bereits mehrere Vorschläge zur Verbesserung der Parkbedingungen eingebracht, darunter längere kostenlose Parkzeiten und Parkrückvergütungen, die teils jedoch nicht mehrheitsfähig waren.

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