Özdemir-Auftritt in Rottweil: Harsche Kritik dominiert auf Social Media

Über 1700 Kommentare zur Veranstaltung – Amtszeit als Landwirtschaftsminister im Fokus

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Cem Özdemir in Rottweil. Foto: Peter Arnegger

Rottweil. Der Auftritt des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir in der Rottweiler Stadthalle hat auf der Facebook-Seite der NRWZ eine Flut von Reaktionen ausgelöst. Mit 1.719 Kommentaren zum Hauptbeitrag über seine Rede fällt die Resonanz deutlich kritischer aus als beim späteren Auftritt seines CDU-Konkurrenten Manuel Hagel.

Die Reaktionsverteilung lässt keine Zweifel zu: 1.092 „Haha“-Reaktionen stehen 817 „Gefällt mir“ und 414 „Wütend“-Reaktionen gegenüber. Die Kommentarspalten werden von scharfer Kritik dominiert, die sich vor allem auf Özdemirs Zeit als Bundeslandwirtschaftsminister konzentriert.

„Er war als Minister in Berlin schon ein Versager nein Danke“ – dieser Kommentar erhielt mit 1.254 Reaktionen die meiste Zustimmung. Die Kritik zieht sich wie ein roter Faden durch die Diskussion: „Er hat als Landwirtschaftsminister die Bauern verkauft. Er wird auch den Rest des Volkes verkaufen“, schreibt ein Nutzer, dessen Kommentar 780 Reaktionen erhielt.

Besonders bissig formuliert ein weiterer Kommentator: „Wenn Özdemir anpackt ist das so wie wenn 5 loslassen“. Ein anderer fragt rhetorisch: „Wie lange waren sie Landwirtschaftsminister und was haben sie alles angepackt, mir fällt gerade nichts ein“ – dieser Kommentar fand 359 Mal Zustimmung.

Die grundsätzliche Ablehnung der Grünen kommt deutlich zum Ausdruck. „Die Grünen dürfen nicht mehr regieren!“, fordert ein Nutzer, dessen Aussage 643 Reaktionen erhielt. Die Kritik richtet sich auch gegen die bisherige grün-schwarze Koalition: „Ihr hattet eure Chance, und habt versagt auf der ganzen Linie“.

Konkrete Sachkritik äußert ein Kommentator zur Wirtschaftspolitik: „Ihr habt den Arbeitsmarkt kaputt gemacht !Alle Firmen wandern ab,stellen nicht mehr ein !Wo sollen die,die wollen ,noch anpacken?“. Ein anderer schreibt: „Wir haben gesehen wie er angepackt hat als er Landwirtschaftminister war. Eine Niete braucht unser Land nicht“.

Selbst bei wohlwollenden Ansätzen schwingt Skepsis mit: „Klar ,muss Er ja sagen. Aber dann soll Er auch anpacken“, kommentiert eine Nutzerin zurückhaltend. Ein weiterer Kommentar bringt die Enttäuschung auf den Punkt: „Der war schon oft in Verantwortung und hat es nicht gepackt. Das sollten die Wähler nicht vergessen. Ausser schlauen Reden kann er nichts“.

Die massive negative Reaktion auf Social Media steht im deutlichen Kontrast zur Veranstaltung selbst, bei der Özdemir laut NRWZ-Bericht vor rund 650 Besuchern „sehr viel Zustimmung“ erntete und eine „Wohlfühlstimmung“ herrschte. Die Online-Diskussion zeigt jedoch, dass außerhalb des Saals die Skepsis gegenüber dem Grünen-Kandidaten groß ist.

Im Vergleich zum späteren Auftritt Manuel Hagels, der 33 Kommentare und eine polarisierte, aber weniger einseitig negative Resonanz erhielt, fällt die Reaktion auf Özdemir deutlich kritischer aus. Die Kommentarspalten spiegeln wider, dass seine Amtszeit als Bundesminister für viele Nutzer zum Hauptargument gegen seine Kandidatur geworden ist.

Die Online-Reaktionen verdeutlichen die Herausforderung für den Grünen-Spitzenkandidaten: Während er vor Ort überzeugen kann, muss er in der breiten Öffentlichkeit noch erhebliche Vorbehalte überwinden – insbesondere bei jenen, die seine Arbeit in Berlin kritisch bewerten.

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