Mittwoch, 17. April 2024

Betrunkener fährt in Streifenwagen: Jähes Ende einer Dienstfahrt der Polizei-Hundestaffel

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Crash mit einem Dienstfahrzeug: Ausgerechnet mit einem Wagen der Polizeihundestaffel Rottweil ist in der Nacht auf Sonntag ein Volkswagen Eos in einem Wohngebiet in Deißlingen zusammengeprallt. Und das so heftig, dass ein Polizist verletzt wurde und dienstunfähig ist. Den beteiligten Hunden der Staffel geht es nach ersten Informationen gut. Hintergrund der jäh beendeten Dienstfahrt: eine Vermisstensuche.

Verunfalltes Polizeifahrzeug. Foto: gg

[Update 28.11.2021, 9 Uhr] Die Polizei berichtet wie folgt: Der 19-jähriger Lenker eines VW Eos fuhr Samstagnacht in alkoholisiertem Zustand auf der Julius-Leber-Straße in Deißlingen. Er geriet in einer leichten Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn, wo ihm ein Streifenwagen entgegenkam. Zur Verhinderung einer Frontalkollision wichen die Fahrzeuge jeweils nach links aus. Der VW prallte mit seiner rechten Fahrzeugfront gegen die rechte Front des Dienst-Kfz.

Der Verursacher sowie der Führer des Dienst-Kfz blieben unverletzt. Der Polizeibeamte auf dem Beifahrersitz erlitt leichte Verletzungen, welche ambulant behandelt werden mussten. Er war nicht mehr dienstfähig. Der Sachschaden am Streifenwagen beträgt ca. 25.000 Euro, am VW entstand ein Schaden in Höhe von rund 3000 Euro.

Dem 19-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen, außerdem wurde dessen Führerschein beschlagnahmt.

[Unser ursprünglicher Bericht] Der Unfall geschah gegen 23.45 Uhr in einer Wohnstraße in Deißlingen. Im Begegnungsverkehr sind das VW-Cabrio und der Bus der Polizeihundestaffel zusammengeprallt. Dies seitlich versetzt, weswegen der Unfall für die beteiligten Menschen, in jedem der Wagen zwei, recht glimpflich ausging. Der Beifahrer im Polizeifahrzeug erlitt leichtere Verletzungen und wurde vom DRK in einem Rettungswagen versorgt. Ebenso nach ersten Informationen vor Ort auch die beiden jungen Insassen des Eos. Vor allem das Einsatzfahrzeug der Polizei: stark beschädigt.

Die Begleitumstände des Unfalls machen ihn besonders: So war die Besatzung der Polizeihundestaffel mit zwei Beamten und drei Hunden unterwegs zu einem Sucheinsatz. Dies ohne Sonderrechte, ohne Blaulicht und Martinshorn, wie ein Polizist am Einsatzort der NRWZ berichtete. Der Ermittler erklärte auch: Er und seine Kollegen gingen davon aus, dass das mit den beiden jungen Leuten besetzte Cabrio mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei – und zudem auf der Spur des entgegenkommenden Wagens.

Die Schuldfrage an dem Unfall liege demnach bei dem Fahrer des Zivilfahrzeugs. So jedenfalls die ersten Informationen vor Ort.

Dass ausgerechnet ein Polizeiauto auf Dienstfahrt in den Unfall verwickelt gewesen ist, verursachte ein großes Polizeiaufgebot am Einsatzort. Wie ein Ermittler erklärte, müssten zunächst die betroffenen Hunde aus dem stark demolierten Wagen gerettet und in einen anderen verfrachtet werden. Außerdem habe eine unabhängige Einheit der Polizei Ermittlungen aufgenommen. Das Revier Rottweil habe ebenfalls einen Streifenwagen geschickt und zudem sind die Unfallermittler der Verkehrspolizeiinspektion Zimmern an die Einsatzstelle ausgerückt.

Ergebnis: Es wimmelte vor Ort vor Polizeibeamten.

Ebenfalls am Einsatzort: die Feuerwehr Deißlingen unter dem Kommando von Fabian Frank. Zunächst war gemeldet worden, einer der Insassen sei eingeklemmt worden, weshalb die Feuerwehr in großer Stärke anrückte. „Als wir eintrafen, waren alle Personen bereits aus den Fahrzeugen“, so Frank zur NRWZ.

Er war aus dem Gerätehaus der Feuerwehr Deißlingen alarmiert worden – denn Grund für die Fahrt des Dienstwagens der Hundestaffel war die Suche nach einem vermissten Mädchen. Am späten Abend war hierzu die Feuerwehr alarmiert worden, und zwar hier der Fachbereich Drohne aus Villingendorf. Dieser hatte nach Auskunft von Kreisfeuerwehrsprecher Sven Haberer, der zum Drohnenteam der Villingendorfer Wehr gehört, die eigenen Vorbereitungen für die Vermisstensuche bereits abbrechen können. Das Mädchen sei nach seinen Informationen bereits wieder aufgetaucht gewesen.

Das Rote Kreuz ist mit zwei Rettungswagen, dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und einigen ehrenamtlichen Kräften der Deißlinger Bereitschaft im Einsatz gewesen.

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NRWZ-Redaktion
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