Um dieses Gelände geht es: Leeres Autohaus in der Tuttlinger Straße, Foto: gg

Die Stadt will ein Vor­kaufs­recht auf das ehe­ma­li­ge VW-Mül­ler-Auto­haus in der Tutt­lin­ger Stra­ße – und der Rott­wei­ler Gemein­de­rat hat das am Mitt­woch geneh­migt. Doch: Ist das alles nur eine Luft­num­mer?

Die NRWZ hat dar­über berich­tet. „Kommt die ENRW in die Tutt­lin­ger Stra­ße?”, frag­ten wir und erklär­ten: Die Stadt­ver­wal­tung sucht eine Flä­che für die Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil (ENRW). Denn deren Betriebs­stät­ten sol­len aus der Au weg­zie­hen, der Lan­des­gar­ten­schau 2028 Platz machen. In der Tutt­lin­ger Stra­ße hat die Stadt ein geeig­ne­tes Gelän­de gefun­den, dort steht das ehe­ma­li­ge VW-Auto­haus Mül­ler leer.

Die Stadt­ver­wal­tung bat nun den Gemein­de­rat, ihr ein Vor­kaufs­recht ein­zu­räu­men – indem er eine Sat­zung erlässt, die die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung auf dem Auto­h­aus­ge­län­de ermög­licht. Die Ansied­lung der ENRW. 

Nun ziert sich das Unter­neh­men aller­dings ein wenig (wir haben berich­tet). Der Umzug aus der Au an die Sali­ne wur­de gegen­über der NRWZ als eine von meh­re­ren Optio­nen bezeich­net. Zu den Alter­na­ti­ven möch­te sich das Unter­neh­men aller­dings noch nicht äußern. Hier lie­fen die Gesprä­che der­zeit auf der Ebe­ne der Geschäfts­lei­tung. Die NRWZ wur­de auf­ge­for­dert, ent­spre­chen­de Fra­gen schrift­lich ein­zu­rei­chen, dem sind wir noch nicht nach­ge­kom­men. Bis­her lief das The­ma tele­fo­nisch.

Am Mitt­woch hat sich nun her­aus­ge­stellt: Die Stadt­ver­wal­tung könn­te längst zu spät dran sein. Das Gelän­de ist offen­bar erst vor kur­zem ver­kauft wor­den. Der Name des Käu­fers fiel am Mitt­woch im Rah­men der Gemein­de­rats­sit­zung nicht. Eben­so unklar sind sei­ne Absich­ten. 

Nur, wenn er wei­ter­ver­kau­fen will, wür­de die am Mitt­woch beschlos­se­ne Sat­zung grei­fen, die mit dem Tag ihrer öffent­li­chen Bekannt­ma­chung Gül­tig­keit erlan­gen wird. Denn dann will sich die Stadt ein­klin­ken, den mit einem poten­zi­el­len Käu­fer ver­ein­bar­ten Ver­trag über­neh­men und das Gelän­de kau­fen. 

Rück­wir­kend geht das nicht. Das hat Stadt­bau­chef Peter Hau­ser am Mitt­woch bekräf­tigt. Eine Ent­eig­nung sei zudem nicht beab­sich­tigt. Allen­falls, als äußers­ter Schritt, der Erwerb zum Ver­kehrs­wert. Das aber auch nur, wenn der neue, unbe­kann­te Eigen­tü­mer das Gelän­de über­haupt ver­äu­ßern will. 

Das Grund­stück wür­de pas­sen. Die ENRW benö­tigt für einen Neu­bau etwa 9000 Qua­drat­me­ter, an der Tutt­lin­ger Stra­ße sind 11.000 ver­füg­bar. Die Lage und die Infra­struk­tur bezeich­ne­te Stadt­bau­chef Hau­ser als bes­tens geeig­net. 

Den­noch könn­te das eine Luft­num­mer sein, der Gemein­de­rats­be­schluss über die Vor­kaufs­rechts­sat­zung. „Das soll nur vor­beu­gen­den Cha­rak­ter haben”, schränk­te Hau­ser ein, „wir wol­len einen Fuß in der Tür haben.” Doch müss­te die Tür, um im Bild zu blei­ben, ein Stück­weit offen ste­hen, damit die Stadt ihren Fuß hin­ein bekommt. Im Moment ist die Tür aber zu. 

Übri­gens auch sei­tens der Stadt­ver­wal­tung: In direk­te Ver­hand­lun­gen ein­tre­ten mit dem aktu­el­len Eigen­tü­mer des Gelän­des, das wol­le man nicht, beschied Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Nähe­re Anga­ben mach­te er dazu nicht.