Hunderte Einsätze pro Jahr – und eine Flut von E-Mails

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Rottweil. Die Feuerwehr Rottweil ist ein fester Bestandteil der Sicherheitsarchitektur der Stadt Rottweil mit ihren mehr als 25.000 Einwohnern. Neben den klassischen Aufgaben der Brandbekämpfung und des Brandschutzes leisten die 250 Einsatzkräfte der Feuerwehr Rottweil auch bei Verkehrsunfällen, Unglücken, Notfällen oder Umweltschäden technische Hilfe und damit einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen, Bürger und Gäste in unserer Stadt. In den vergangenen Jahren bei mehr 400 Einsätzen pro Jahr.

Das geht aus einer Infomappe hervor, mit der die Rottweiler Wehr ihre Hauptversammlung am Samstag begleitet hat. Der zufolge stehen die Mitglieder der Feuerwehr Rottweil auch bei sogenannten Flächenlagen wie Hochwassern und Sturmereignissen 24/7 an 365 Tagen im Jahr – also wirklich rund um die Uhr – bereit. Dies mit sieben Einsatzabteilungen. Um schnell am jeweiligen Einsatzort in Rottweil sein zu können – und darüber hinaus bei der Überlandhilfe in anderen Gemeinden sowie auf Abschnitten der Autobahn A 81 und der Bundesstraßen im Landkreis – ist die Feuerwehr Rottweil flächendeckend mit neun Standorten im gesamten Stadtgebiet und allen Teilorten präsent. „Auch für die Bürgerinnen und Bürger der Teilorte ist somit der Grundschutz rund um die Uhr gewährleistet“, erklärt der Pressesprecher der Wehr, Rüdiger Mack. So verfüge jede Abteilung über mindestens ein Löschfahrzeug mit Atemschutzgeräten, um etwa bei Bränden sofort mit der Menschenrettung beginnen zu können.

Sicherheit auf Straßen und in Schulen

Neben der urbanen Bebauung mit der besonders wertvollen historischen Bausubstanz Rottweils stellen dabei laut Mack die Bundesautobahn A 81, die Bundesstraßen B 27, B 14 und B 462 besondere Einsatzschwerpunkte dar. Ebenso sei für die Sicherheit der stetig wachsenden Anzahl von (pendelnden) Schülerinnen und Schülern an den Rottweiler Schulen zu sorgen.

Die Feuerwehr Rottweil als Stützpunktfeuerwehr leiste mit ihren Spezialfähigkeiten aber auch Überlandhilfe in allen umliegenden Gemeinden, im ganzen Landkreis Rottweil und bei Bedarf, bei sogenannten Großlagen oder dem Ausfall technischen Geräts anderswo, sogar darüber hinaus. Zuletzt etwa bis nach Tuttlingen, wo die Drehleiter der Rottweiler Wehr mehrfach angefordert worden ist. Jeweils samt Besatzung, natürlich.

Die notwendigen Spezialfahrzeuge wie Drehleiter oder Hubarbeitsbühne, Wechsellader mit den Abrollbehältern Gefahrgut und Logistik, Rüst- und Vorausrüstwagen oder Tanklöschfahrzeug TLF 4000 werden in der Kernstadt bereitgehalten, um diese Sonderaufgaben jederzeit bewältigen zu können, heißt es in dem Papier der Rottweiler Feuerwehr weiter.

„Die Kinder- und Jugendgruppen der Jugendfeuerwehr sind mit 107 Kindern und Jugendlichen elementarer Bestandteil der Nachwuchsarbeit in der Feuerwehr Rottweil. Dabei leistet die Feuerwehr auch einen erheblichen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt“, fasst Mack diesen Bereich zusammen. Da der Einsatzdienst für alle aktiven Feuerwehrangehörigen mit der Vollendung des 65. Lebensjahres endet, seien die älteren Kameradinnen und Kameraden in der Altersabteilung organisiert und würden sich dort regelmäßig zur Kameradschaftspflege treffen.

Stadtbrandmeister Frank Müller und Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf mit einer der drei städtischen Sirenen, die am bundesweiten Warntag auf Feuerwehrfahrzeuge montiert zum Einsatz kommen (Foto: Stadt Rottweil / Heß).

Bericht des Kommandanten

In seinem Bericht im Rahmen der Hauptversammlung lenkte Stadtbrandmeister Frank Müller, der Gesamtkommandant der Wehr ist, den Blick auf interne Entwicklungen, die abseits der Einsätze seinen Alltag und den seiner Kameradinnen und Kameraden prägen.

So hätten infolge der Pandemie Versammlungen und kameradschaftliche Aktivitäten aller Art erst zögerlich ab dem zweiten Quartal 2022 wieder stattfinden können. Trotz einzelner Covid-19-Erkrankungen in den Reihen der Kameraden habe die Einsatzbereitschaft „24 Stunden, sieben Tage die Woche aufrechterhalten“ werden können, so Müller. „Meine Termine mit den Kollegen der Baurechtsbehörde, in der Regel Bauabnahmen und Brandverhütungsschauen, fanden das ganze Jahr über in gewohnter Manier statt“, berichtete er weiter. Mittlerweile gebe es im gesamten Stadtgebiet mehr als 150 sogenannte brandverhütungsschaupflichtige Objekte, die im regelmäßigen Abstand von höchstens fünf Jahren in Augenschein genommen werden müssen. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen des Fachbereichs 4 (der Stadtverwalting, Anm. der Red.) ist hierbei stets reibungslos und vorbildlich“, lobte Müller.

Auch die umfangreichen Unterlagen des Bauantrags zum Neubau der JVA habe die Feuerwehr zum Jahresende gemeinsam mit der Verwaltung durcharbeiten und prüfen müssen. Die Begleitung von Räumungsübungen an Schulen, Kindergärten und diversen Betrieben, Aufschaltungen und Abnahmen von Brandmeldeanlagen sowie Brandschutzberatungen in Betrieben und Einrichtungen hätten ebenfalls wieder ohne Corona-Einschränkungen stattfinden können. „Auch die Gremienarbeit lief ganz normal weiter“, so der Stadtbrandmeister. „Wir hatten zwei Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft der Leiter von Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften in Baden-Württemberg, kurz AGHF genannt, in Präsenz im Feuerwehrhotel Titisee sowie in der neuen Feuerwache in Bruchsal.“ Ebenso habe eine Sitzung des Arbeitskreises Fahrzeuge, Technik und Ausrüstung des Landesverbands in Karlsruhe stattgefunden. „Der Austausch mit den Kollegen auch in diesen Gremien ist immens wichtig, um über diverse Themenfelder, die alle mal mehr, mal weniger betreffen, zu diskutieren“, sagte Müller. Als kleines Beispiel würden hierbei auch Eingriffe in das hohe Gut der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinden angesprochen. Müller: „Auch wir müssen hierbei wachsam sein und den Anfängen wehren.“

Im vergangenen Jahr konnte die Wehr zwei sogenannte Mittlere Löschfahrzeuge (MLF), die nun der Einsatzabteilung Neukirch und als Kompontente des Löschzugs Bühlingen zur Verfügung stehen, mit einem schönen Fest einweihen. „Hierbei konnte man sich tatsächlich mal wieder etwas zwangloser treffen, die Kameradschaft pflegen und sich einfach über die beiden gelungenen neuen Fahrzeuge freuen“, sagte Müller.

Nicht vergessen dürf man den täglichen Ablauf sowie den „normalen Wahnsinn, mit dem wir es in der Feuerwache zu tun haben“, erklärte der Stadtbrandmeister. Dieser beginne mit der Ausgabe oder dem Umtausch diverser Ausrüstung der Kleiderkammer, Wäsche und Pflege der Einsatzkleidung, gehe über kleinere Reparaturen bis zum Zerlegen einer kompletten Fahrzeugpumpe. Prüftätigkeiten aller Art würden gewissenhaft vorgenommen, Vertreter und Handwerker aller Art müssten betreut werden, Verwaltungstätigkeiten vom Überwachen des Haushalts bis zum Erlass von Kostenbescheiden würden erledigt. „Nicht zu vergessen, die immer mehr zunehmende Flut von E-Mails, die alle zumindest gelesen werden müssen“, sagte der Stadtbrandmeister. Und ganz zuletzt habe die Wehr auch noch ein Zertifikat zum Thema Cyber Defense Awareness ablegen müssen. Zuständig dafür: „Das Team um mich herum, bestehend aus dem Gerätewart Rainer Knoblauch, unserer ‚Buftine‘ Rebecca Deckart und nicht zuletzt aus Dominik Doster, der mich in Sachen Haushalt, Kostenbescheidensowie im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz und Straßenverkehrsbehörde unterstützt“, sagte der Kommandant. Ihnen allen dankte er „ganz herzlich.

Personal der Feuerwehr

Der Personalstand der Freiwilligen Feuerwehr ist laut Kommandant Müller „weiterhin unverändert sehr gut“. Insgesamt hatte die Feuerwehr Rottweil zum Jahresende 439 Mitglieder, also fünf mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl gliedert sich auf in 250 aktive Kameradinnen und Kameraden, 107 Kinder- und Jugendfeuerwehr- und 82 Alterswehrmitglieder.

Vier der Mitglieder seien im vergangenen Jahr für immer von uns gegangen, erinnerte Müller. Dies waren Ehrenmitglied und Alterskamerad Karl Nagel, der aktive Kamerad Matthias Woywod sowie die Alterswehrkameraden Josef Schobel und Lothar Spangenberg. „Besonders der sehr selten vorkommende Verlust eines aktiven Kameraden und dazu noch eines persönlichen Freundes hat nicht nur mich sehr mitgenommen“, zeigte sich der Kommandant emotional.

Am 12. März 2022 fand die Wahl zu den drei Stellvertretern des Stadtbrandmeisters in der Feuerwache statt. „Unter den wachsamen Augen von Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Fachbereichsleiter Bernd Pfaff wurden Markus Württemberger, Joachim Wollstädt und Rainer Knoblauch als die Stellvertreter des Kommandanten gewählt Ende März kam die Zustimmung des Gemeinderats. Einer der bisherigen Stellvertreter, Volkmar Caduff, trat nicht mehr zur Wahl an. „Für die etwas mehr als zwölf Jahre im Amt des Stellvertretenden Kommandanten, davon sieben Jahre in meiner Dienstzeit, möchte ich ihm heute Abend im Namen der Stadt Rottweil ausdrücklich Danke sagen“, sagte Müller im Rahmen der Hauptversammlung am Samstag.

Keine Lehrgangsplätze

Lehrgänge fanden im Jahr 2022 laut dem Kommandanten fast wieder in der Dimension wie vor der Pandemie statt. Allerdings gibt es ein Problem bei Lehrgangsplätzen für Führungspositionen.

Die Einsatztrainings in Kleingruppen hätten sich bei den einzelnen Einsatzabteilungen und Löschzügen bewährt und würden wegen ihrer Effizienz teilweise auch so weitergeführt. An der Landesfeuerwehrschule konnten die Lehrgänge ABC-Einsatz, Ausbilder für Grundausbildung und Truppführer sowie für den Sprechfunk, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Schiedsrichter für Leistungsübungen und Technischer Ausbilder für Absturzsicherung und Einfaches Retten aus Höhen und Tiefen erfolgreich abgelegt werden.

„Leider konnten wir im Jahr 2022 keinen einzigen Gruppenführer-, Zugführer- und Verbandsführerlehrgang belegen, sodass der bisher schon große Bedarf an diesen Lehrgängen durch Personalwechsel nun noch größer wird“, sagte Müller weiter. „Dieser Umstand ist mittlerweile untragbar und ich fordere die Verantwortlichen auf, hier unverzüglich tätig zu werden“, erklärte er. „Unser Bedarf wurde erneut wieder gemeldet, wir warten bislang vergebens auf Lehrgangsplätze, während die Bugwelle immer höher wird und irgendwann über uns zusammenbricht, sodass wir keinen Führungsnachwuchs mehr haben werden“, warnte der Kommandant.

An der Akademie für Gefahrenabwehr seien wie im Vorjahr die unterschiedlichsten Webinare erfolgreich abgelegt worden. Diese Ausbildungsform habe sich sehr gut etabliert und werde von den Führungskräften sehr geschätzt.

Das Presse- und Medienteam der Rottweiler Wehr, kurz PuMa genannt, habe sich ebenfalls umfassend zu den Themen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Krisenkommunikation und Pressearbeit aus- und weitergebildet. Hier ist die Feuerwehr Rottweil im Landkreis besonders gut aufgestellt, bei Einsätzen ab einer gewissen Größenordnung sind immer speziell geschulte Pressevertreter als Ansprechpartner für die Journalisten vor Ort. Bei größeren Lagen gibt es zudem die Möglichkeit, auf die Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands zurückzugreifen, die landkreisweit die redaktionelle Arbeit der Pressevertreter unterstützen.

Außerdem hat die Feuerwehr Rottweil laut Müller die Einsatzkräfte bei den beiden Seminaren „Technische Unfallrettung“ und „Türöffnungstechniken“ wieder auf den neuesten Wissensstand bringen und ausführlich praktisch trainieren lassen können. „Alle, die daran teilgenommen haben, betonten die Notwendigkeit dieser Fortbildung, sodass wir diese Seminare auch künftig wieder belegen werden“, erklärte Müller.

Hunderte Einsätze jedes Jahr

Die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres seien „unauffällig“ gewesen, so Kommandant Müller in seinem Bericht. 2022 zählte die Feuerwehr Rottweil insgesamt 430 Einsätzen, im Vorjahr waren es acht mehr. Sie werden unterteilt in 104 Brandeinsätze, 140 Technische Hilfeleistungen, sechs Insekten- und Tiereinsätze, 141 sonstige Einsätze und Amtshilfen sowie 39 Fehlalarme.

„Zu betonen ist, dass wir kein Flächen- und Unwetterereignis zu bewältigen hatten, sonst wären die Einsatzzahlen deutlich höher“, erklärte der Stadtbrandmeister. Die Anzahl der Überlandhilfeeinsätze ist laut ihm von 29 auf 21 gesunken. Bei den Brandeinsätzen wurden 10 Menschen und bei den Hilfeleistungseinsätzen 33 Personen gerettet. Todesopfer gab es zehn zu beklagen – „teilweise waren diese Einsätze wie Leichenbergungen, Türöffnungen und Verkehrsunfälle für die eingesetzten Einsatzkräfte wieder sehr belastend“, so Müller.

Im Feuerwehrdienst habe sich im vergangenen Jahr ein Kamerad verletzt, zum Glück nicht schwer und ohne bleibende Schäden. „Ich bedanke mich bei allen Einsatzkräften der Feuerwehr Rottweil von Feckenhausen bis Zepfenhan für die große ehrenamtliche Einsatzbereitschaft und die professionelle Verlässlichkeit auch in Krisenzeiten, 24 Stunden, 7 Tage die Woche“, sagte der Kommandant. Weitere Dankesworte richtete er an die Arbeitgeber der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. „Nur durch die Freistellung der Arbeitnehmer für den Einsatzdienst kann die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Rottweil innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist von zehn Minuten für das erste eintreffende Löschfahrzeug aufrechterhalten werden“, so der Stadtbrandmeister.

Die Finanzen der Feuerwehr

Die im Haushaltsplan genehmigten Neu- und Ersatzbeschaffungen konnten laut Müller im vergangenen Jahr fast alle umgesetzt werden.

„Leider sind die Lieferzeiten bei der Beschaffung von speziellen Pumpen und Stromerzeugern noch recht lang“, sagte er. Eine normale Tauchpumpe, einen Wassersauger sowie LED-Strahler konnten beschafft werden. „Erfreulicherweise konnten wir das schicke Mittlere Löschfahrzeug für den Löschzug Bühlingen in Betrieb nehmen.“ Der gebrauchte Mannschafts-Transportwagen (MTW) für die Einsatzabteilung Rottweil konnte ebenfalls beschafft und foliert werden, „es fehlen nun nur noch die Funkkomponente und der Blaulichtbalken“, sagte der Kommandant. Der Gerätewagen Hygiene habe „in mühevoller Arbeit aufgepeppt“ werden können und stehe jetzt der Gesamtfeuerwehr zur Verfügung.

Mit den genehmigten Haushaltsmitteln im Ergebnishaushalt und im Investitionsbereich habe die Wehr „insgesamt gesehen wieder gut wirtschaften“ können. „Auffallend ist“, so Müller, dass sämtliche Kosten im Bereich Wartung und Unterhaltung stark angestiegen sind“. Leider habe es auch wieder ungeplante Instandhaltungsmaßnahmen an den immer älter werdenden Fahrzeugen gegeben, die oft im Einsatzdienst sind. „Da die betreffenden Fahrzeuge aber noch jahrelang ihren Einsatzdienst versehen müssen, werden wir auch künftig kostenintensive Reparaturen in Kauf nehmen müssen. Ich hoffe hierbei auf das Verständnis unserer Kämmerei, wenn ich mal wieder mit einem Antrag auf überplanmäßige oder ungeplante Ausgaben ums Eck komme“, sagte der Stadtbrandmeister und betonte, dass er in seiner nun fast zehnjährigen Amtszeit „von den Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs 1 noch nie mit so einer Angelegenheit im Regen stehen gelassen“ worden sei. „Wir haben es immer irgendwie hinbekommen. Dafür dankte er Fachbereichsleiter Bernd Pfaff, Kämmerer Herbert Walter und den Damen der Kämmerei ganz herzlich.

„Gespannt sind wir auf die Ergebnisse der anstehenden Diskussion zur Überarbeitung der Z-Feu, also der Richtlinie zur Förderung des Feuerwehrwesens in Baden-Württemberg“, erklärte Müller weiter. Die jetzige Z-Feu sei bis Ende des Jahres 2024 gültig, und das Land wolle die Fördersystematik grundlegend ändern.

Alarmierungsprobleme und Co.: Das Fazit des Kommandanten

„Wir haben die an uns gestellten Aufgaben erneut zur vollsten Zufriedenheit erfüllen können und haben die Kriterien zur Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in Baden-Württemberg mehr als eingehalten.“ Dieses Fazit zog Stadtbrandmeister Müller selbst.

Sein Ausblick: Das Mittlere Löschfahrzeug für die Einsatzabteilung Feckenhausen soll nach jetzigem Stand im Sommer 2023 ausgeliefert werden. „Wir sind schon sehr gespannt darauf.“ Die Ersatzbeschaffung der Drehleiter, die noch Ende des Jahres vom Gemeinderat genehmigt worden ist, werde die Wehr die nächsten Monate weiterhin beschäftigen. Das Fahrzeug soll bereits in KW 24 dieses Jahres in den Produktionsprozess gehen, so dass wir damit rechnen, es im Dezember in den Einsatzdienst übernehmen zu können“, sagte Müller. Es werde eine Ausbildung für Drehleitermaschinisten nach neuen Standards erfolgen.

Die Umrüstung vom bisher analogen Sprechfunk zum Digitalfunk „wird nun hoffentlich im Laufe des Jahres 2023 erfolgen“, so Müller weiter. Ein Angebot einer Firma liege vor und werde noch geprüft. Die Ortstermine dafür hätten bereits am 2. und 3. März 2022 stattgefunden, also vor genau einem Jahr. Der Gemeinderat hatte die beantragten Finanzmittel bereits für 2022 genehmigt, der Landkreis habe die Position ausgeschrieben , sie sei zeitnah vergeben worden. „Es geht nun nur noch um die konkreten Bauteile, Geräte- und Zubehörteile“, so Müller.

In Puncto digitaler Alarmierung sei die Wehr in Kontakt mit dem IuK-Beauftragten des Landkreises – zuständig für die Entwicklung der Informations-​ und Kommunikationstechnologien – und suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. „Seit der Netzhärtung im Bereich Neukirch, wo sich die Erreichbarkeit tatsächlich verbessert hat, treten nun Probleme im Bereich Feckenhausen auf“, berichtete Müller. Auch im innerstädtischen Bereich, hauptsächlich im Bereich der Mittelstadt, Kaiserstraße, Königstraße und Umgebung passiere es immer wieder, dass keine Alarmierung ankomme „oder es kommen wie im Alten Rathaus teilweise nur Hieroglyphen bei einer Alarmierung an“. Es sei „einfach frustrierend, wenn Einsatzkräfte, die verfügbar sind, nicht zum Einsatz kommen, weil sie keinen Alarm auf ihrem Meldeempfänger erhalten haben“, so Müller.

Die Entschädigungssätze für Einsätze und für Aus- und Fortbildungen würden wir in naher Zukunft nach oben anpassen. Entsprechend hätten sich Wehr und Verwaltung mit den umliegenden Gemeinden abgestimmt. „Natürlich muss dann auch die Kostenersatzsatzung angepasst werden, da diese Beträge ein Bestandteil des Kostenersatzes für die Leistungen der Feuerwehr sind“, sagte Müller.

Alle Ortsteilfeuerwehrhäuser würden nach einem Beschluss des Gemeinderats bis zum kommenden Winter notstromeinspeisefähig ertüchtigt und mit einem entsprechenden Stromerzeuger ausgestattet. Wo die Aggregate unterjährig gelagert werden können, sei noch nicht klar, da in manchen Gerätehäusern schlichtweg der Platz dazu fehle.

In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt will die Feuerwehr Rottweil laut Müller die Führungsgruppe sowie das sogenannte Führungshaus mit einer Führungsunterstützungssoftware ausstatten. „Wir erhoffen uns dadurch einen Mehrwert bei der Abarbeitung von Flächenereignissen“, sagte der Kommandant.

Das für die Presse zuständige PuMa-Team werde im Laufe des Jahres nach zeitintensiver Vorarbeit auf der Website der Wehr eine weitere Plattform als internen Bereich freigeben, über den dann auf Bekanntgaben und bisher vorhandene Formulare, Leitfäden und Arbeitshilfen zugegriffen werden kann.

Müllers Dank

Seinen Dank richtete der Kommandant an die gesamte Verwaltung mit OB Dr. Ruf an der Spitze, an „jeden einzelnen Gemeinderat und die sechs Ortsvorsteher“. Aus den Reihen der Feuerwehr bedanke er sich bei seinen drei Stellvertretern, dem hauptamtlichen Gerätewart, den Abteilungskommandanten, den ehrenamtlichen Gerätewarten, dem Presse- und Medienteam, der Führungsgruppe, den Unterstützern des Gerätewarts, den Fachberatern, den Mitgliedern des Fachausschusses Technik, den Atemschutzbeauftragten, der Kassiererin sowie dem Schriftführer, der Jugendfeuerwehr mit allen Gruppierungen, dem Archivar, der Alterswehr „bis zur einzelnen Feuerwehrfrau und dem einzelnen Feuerwehrmann“.

Ehrungen

Im Rahmen der Hauptversammlung der Feuerwehr Rottweil sind einige verdiente Angehörige geehrt worden. So erhielten das

Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Gold für 40 Jahre aktiven Feuerwehreinsatzdienst:

Ingo Huss, und Reiner Müller.

Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehreinsatzdienst:

Michael Bauer, Jens Burkhardt, Manuela Hermann und Jörg Ulrich.

Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Bronze für 15 Jahre aktiven Feuerwehreinsatzdienst:

Marcel Banholzer, Nadine Effinger, Felix Fleig, Moritz Häußler, Tobias Kopf, Stefan Martin, Mario Maute, Timo Sauter, Rainer Ulmschneider und Markus Vogt.

… und wurden Ehrenmitglied der Feuerwehr Rottweil:

Thomas Edel, Harald Grathwohl, Rolf Peterwitz, Anton Ulmschneider und Karl-Heinz Votteler.

Eine Medaille Dank und Anerkennung des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber haben erhalten:

Reinhard Hirt und Bernd Müller.

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