Mordvorwurf: Anklage gegen 49-Jährigen erhoben

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

ROTTWEIL. Leichenfund auf einem Privatgrundstück in Rottweil: Im Dezember 2022 fanden Ermittler der Polizei den Leichnam einer 57-Jährigen, vergraben in einem Garten. Die Frau war zuvor von ihren Arbeitskollegen als vermisst gemeldet worden. Sie wurde getötet. Tatverdächtig: ihr Mann. Gegen diesen hat die Staatsanwaltschaft Rottweil nun Anklage erhoben. Zugleich wurden weitere Details zum mutmaßlichen Mord bekannt.

Update Freitag, 24. März 2023, 9.30 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat gegen den 49-jährigen Ehemann der Getöteten Anklage zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil erhoben. Am 22.12.2022 wurde auf einem Grundstück in der Tannstraße in Rottweil die Leiche einer 57-jährigen Frau aufgefunden. Aufgrund des bestehenden dringenden Tatverdachts wurde gegen den Ehemann der Getöteten von dem Amtsgericht Rottweil am 23.12.2022 Haftbefehl erlassen. Der Beschuldigte befindet sich seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft.

Frau erst nach Wochen gefunden

„Nach Abschluss der Ermittlungen wurde nunmehr gegen den 49-jährigen Ehemann der getöteten Frau Anklage erhoben“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil, Frank Grundke. Dem Angeschuldigten werde Mord vorgeworfen, wobei die Staatsanwaltschaft von dem Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe ausgehe. „Nach der vorläufigen Einschätzung des von der Staatsanwaltschaft beauftragten forensisch-psychiatrischen Sachverständigen kann eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeschuldigten zum Zeitpunkt der Tat, die sich in der Nacht vom 4. Dezember auf den 5. Dezember 2022 ereignet haben soll, nicht ausgeschlossen werden“, so Grundke. Damit war die Frau bereits zweieinhalb Wochen tot, als sie gefunden wurde.

Update Freitag, 24. Dezember 2022, 14 Uhr: Die durchgeführte Obduktion des am Donnerstag auf einem Privatgrundstück durch die Polizei aufgefundenen weiblichen Leichnams ergab, dass es sich um die als vermisst gemeldete 57-Jährige aus Rottweil handelt, so die Polizei. Zudem starb die Frau durch Gewalteinwirkung. Gegen den Ehemann der 57-Jährigen wurden Ermittlungen wegen eines möglichen Tötungsdeliktes eingeleitet. Dieser wurde am Freitag, am Tag vor Heiligabend, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem befindet sich der Mann in Untersuchungshaft. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen, insbesondere zu den näheren Todesumständen und einer möglichen Motivlage dauern an.

Polizeiabsperrung am Garten des Hauses in der Rottweiler Tannstraße.
Kriminalpolizei vor Ort.
Der Fundort der Leiche soll im Garten der Doppelhaushälfte liegen.
Spurensicherer am mutmaßlichen Tatort. Fotos: gg

Die Ermittlungen haben sich auf ein gehobenes Rottweiler Wohngebiet, auf eine Doppelhaushälfte dort konzentriert. Da ermittelte die Kriminalpolizei „in einem Tötungsdelikt“, wie ein Ermittler der NRWZ am frühen Donnerstagmittag der NRWZ sagte. Details nannte er da noch nicht.

Die Leiche ist nach Informationen der NRWZ im Garten des Hauses gefunden worden. Sie war vergraben. Die Parallelen zu einem aktuellen Fall in Albstadt-Ebingen drängen sich auf. Miteinander zu tun haben die Fälle aber offenkundig nichts.

Seit Dienstagabend sind unter anderem Beamte der Spurensicherung in und an der Doppelhaushälfte in der Tannstraße in Rottweil aktiv. Die vermisste Frau war offenbar verschwunden, ohne ihren Hund mitzunehmen. Für Tierliebhaber unvorstellbar.

Vor Ort waren die Beamtinnen und Beamten in Vollschutzanzügen auf Spurensuche. Zugleich wurde im direkten Umfeld der Verschwundenen ermittelt, erfuhr die NRWZ. Ebenfalls mit Beamten der Spurensicherung. Auch Nachbarn befragten die Polizisten, dies bereits seit Dienstag.

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken
Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.