Mittwoch, 17. April 2024

Schwerer Verkehrsunfall mit Rettungswagen

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Zu einem heftigen Zusammenprall zwischen einem Rettungswagen und einem Auto kam es am Samstagmittag in Rottweil. Der Rettungswagen war auf dem Weg zu einer Einsatzstelle, als es passierte. Vier Menschen sind zum Teil schwer verletzt worden. Die Polizei sucht Zeugen.

Update, die Polizei berichtet wie folgt: Zu einem folgenschweren Verkehrsunfall zwischen einem Rettungswagen und einem Pkw ist es am Samstagmittag an der Kreuzung der Heerstraße zur Kaiserstraße gekommen. „Ein Rettungswagen befand sich gegen 12:38 Uhr mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn auf Einsatzfahrt und befuhr die Heerstraße in Richtung Schulzentrum“, heißt es im Polizeibericht. An der Kreuzung zur Kaiserstraße habe ein 85-jähriger VW-Fahrer die dortige Stoppstelle missachtet, bog nach links in die Heerstraße ein und kollidierte in Kreuzungsmitte mit dem vorfahrtsberechtigten Rettungswagen. Durch die Kollision wurden die Fahrzeuge abgewiesen und kamen jeweils auf dem angrenzenden Gehweg zum Stehen.

Die beiden im Rettungswagen befindlichen 28- und 31-jährigen Rettungssanitäter zogen sich schwere Verletzungen zu und wurden mit dem Rettungshubschrauber sowie einem
Rettungswagen in Kliniken eingeliefert.

Der Fahrer des VW sowie dessen 83-jährige Beifahrerin wurden leicht verletzt und ebenfalls durch den Rettungsdienst in eine örtliche Klinik gebracht. Die Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten durch Abschleppdienste geborgen werden. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 110.000 Euro.

Unser Erstbericht

(Rottweil). Der Unfall ereignete sich an der Kreuzung der Heer- mit der Körnerstraße  Kaiserstraße. Ein Rettungswagen des DRK Tuttlingen, unterwegs zu einem Einsatz, prallte wuchtig in einen von rechts aus der Körnerstraße Kaiserstraße einbiegenden VW Golf. Der Golf hatte dem Rettungswagen offenbar die Vorfahrt genommen. Laut einem mit der Unfallaufnahme beschäftigten Polizisten war der Wagen des DRK mit Sondersignal unterwegs – Blaulicht und „Martinshorn“ (beziehungsweise Martin-Horn) waren demnach eingeschaltet.

Bei dem Zusammenprall sind die beiden Fahrzeuge meterweit von ihrer Strecke abgewiesen worden. Die beiden Insassen des Rettungswagens wurden schwer verletzt. Vor allem der Fahrer – er kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Der Hubschrauber landete auf dem Parkplatz an der Stadthalle, nur wenige hundert Meter entfernt von der Unfallstelle.

Die beiden Insassen des VWs wurden ebenfalls verletzt, nach ersten Erkenntnissen der Polizei leicht.

Der entstandene Schaden ist enorm. Allein am Rettungswagen soll er rund 100.000 Euro betragen, zumal diese Fahrzeuge dringend gebraucht werden und das verunfallte nun ausgefallen ist. Am Golf ist ein Schaden von etwa 10.000 Euro entstanden, so die Polizei. In beiden Fällen also Totalschaden.

Glück im Unglück: Der Rettungswagen war nicht mit einem Patienten belegt. Er war auf dem Weg zu einem Notfalleinsatz. Es ist üblich, dass das DRK über Kreisgrenzen hinweg zusammenarbeitet und hier etwa ein Wagen des DRK Tuttlingen anfährt. Für die Ziel-Einsatzstelle dieses Rettungswagens allerdings musste die Leitstelle umdisponieren. Ob es hier zu Komplikationen kam, ist noch unklar.

In der Heerstraße gelten derzeit 30 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit. Wie schnell der Rettungswagen unterwegs war, konnte die Polizei bisher nicht sagen. Die Fahrzeuge verfügten allerdings über einen Fahrtenschreiber, der noch ausgewertet werden soll. Klar sei, dass Rettungsmittel, die mit Sondersignal unterwegs sind, auch gewisse Sonderrechte haben. So wird man dem Fahrer des Rettungswagens eine gewisse Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zubilligen. Aber eben nur eine gewisse. Dies ist eine Einzelfallentscheidung.

Die Polizei sucht nun Zeugen des Verkehrsunfalls. Es gebe welche, hieß es, die dann aber die Einsatzstelle verlassen hätten. Sie können sich unter der Telefonnummer 0741 477 0 melden.

Die Einsatzstelle ist auch aus der Luft fotografiert worden, mittels einer Drohne. Dies erleichtere die spätere Unfallermittlung erheblich, erklärte ein Beamter der NRWZ. Hierfür gebe es seitens der Polizei speziell ausgebildete Teams, die im Streifenwagen eine Drohne mitführen.

Um die beiden total beschädigten Fahrzeuge kümmerte sich der Abschleppdienst.

Die Heerstraße war für die Dauer der Rettungsarbeiten und der Unfallaufnahme teilweise gesperrt.

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

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