Tohuwabohu beim Testturm

Turmmanager: "Es gab keinerlei Probleme"

Besucher strömen zum Aufzugstestturm in Rottweil. Foto: Peter Arnegger

Der Auf­zugs­test­turm von Thys­sen-Krupp tut etwas, was den Ver­ant­wort­li­chen vor Ort nicht recht ist: Er macht Schlag­zei­len. Am heu­ti­gen Sonn­tag soll erneut der Besu­cher­auf­zug ste­hen geblie­ben sein. Und es gab einen Ein­satz für den Ret­tungs­dienst. Test­turm-Chef Micha­el Klein möch­te dazu am Liebs­ten kei­nen Kom­men­tar abge­ben.

Ver­gan­ge­ne Woche streik­te der Besu­cher­auf­zug im Thys­sen-Krupp-Test­turm erst­mals. Die NRWZ berich­te­te zuerst. Damals wur­den wir von einem Besu­cher unter­rich­tet. Heu­te wie­der, erneut von einem Besu­cher. 

Schlan­ge vor dem Ein­gang zum Turm. Foto: Peter Arn­eg­ger

Das berichtet der Beobachter:

Um 13.55 Uhr sei es auf der Besu­cher­platt­form durch die Rei­hen gegan­gen: Der Auf­zug ste­he. Zehn Minu­ten lang habe ange­spann­te Unru­he geherrscht. Dann, um 14.05 Uhr, habe ein Mit­ar­bei­ter des Test­turm-Teams die etwa 120 Besu­cher beru­higt und erklärt, dass das Auf­zugs­sys­tem einen Neu­start machen müs­se.

Um 14.15 sei eine Roll­stuhl­fah­re­rin kol­la­biert. Dass der Ret­tungs­dienst am Test­turm im Ein­satz gewe­sen sei, wird der NRWZ vor Ort von wei­te­ren Zeu­gen bestä­tigt. Bald sei der Auf­zug wie­der gefah­ren.

Drau­ßen haben unter­des­sen ‚zig Men­schen in einer lan­gen Schlan­ge auf Ein­lass gewar­tet. Bus­se karr­ten stän­dig neue an, auf dem Ber­ner Feld herrsch­te ein Aus­nah­me­zu­stand, ein Tohu­wa­bo­hu. Fuß­gän­ger nutz­ten dort die Stra­ßen in vol­ler Brei­te, lie­fen auch abseits der Wege Rich­tung Innen­stadt.

Ein­satz­kräf­te der Feu­er­wehr Vil­lin­gen­dorf regel­ten ein­gangs des Indus­trie­ge­biets Ber­ner Feld den Ver­kehr. Wie die NRWZ erfuhr, mach­ten sie das im Auf­trag des Rei­se­un­ter­neh­mens Hau­ser Tou­ris­tik. Sie ver­die­nen sich mit die­sen Hilfs­ein­sät­zen die jähr­li­che Aus­flugs­fahrt mit einem der moder­nen Hau­ser-Bus­se.

Die Poli­zei war der­weil auch im Ein­satz – nicht wegen des Fal­les der kol­la­bier­ten Besu­che­rin, son­dern wegen einer Ord­nungs­wid­rig­keit. Ein Falsch­par­ker hat­te einen Bus am Wei­ter­kom­men gehin­dert, eine Strei­fe der Rott­wei­ler Poli­zei küm­mer­te sich dar­um. Das berich­te­te am Sonn­tag nach­mit­tag ein Spre­cher des Poli­zei­prä­si­di­ums auf Nach­fra­ge der NRWZ. 

Turm­chef Micha­el Klein ist an die­sem Mit­tag ein gefrag­ter Mann. Er ist meist hin­ter den Kulis­sen unter­wegs, im für Besu­cher nicht erreich­ba­ren und für die Pres­se nur über Anbet­teln der Secu­ri­ty zugäng­li­chen Teil des Turms. Dem eigent­li­chen Auf­zugs­test-Bereich. Klein sieht nach dem Rech­ten, schließt sich kurz mit den Vil­lin­gen­dor­fer Feu­er­wehr­leu­ten, will in deren Ver­kehrs­re­ge­lung ein­grei­fen, bei­spiels­wei­se. Was sich die­se nicht gefal­len las­sen: Ihm geht es ja um den Ver­kehr am Test­turm, den Feu­er­wehr­män­nern um den nahe dem Hau­ser-Fir­men­bau. Zwei Paar Stie­fel, so die Feu­er­wehr­leu­te, aber das ist eine ande­re Geschich­te

Turm­chef Klein nimmt sich ein wenig unwil­lig Zeit für die Pres­se. Will zunächst los­wer­den, dass die Dis­kus­si­on der ver­gan­ge­nen Woche über den Auf­zugs­aus­fall im Auf­zugs­test­turm nicht gut gewe­sen sei und – zu sei­nem Bedau­ern – teils emo­tio­nal und per­sön­lich geführt wor­den sei. Man möge sich doch an die Pres­se­stel­le wen­den, wird der NRWZ-Repor­ter beschie­den. Dass es jetzt Sonn­tag sei, gibt die­ser zurück und Klein lässt sich zu einem kur­zen State­ment erwei­chen.

Es habe kei­ner­lei Vor­komm­nis­se gege­ben, sagt der Turm­chef. Die NRWZ hat­te zuvor erfah­ren – von einem ande­ren Mit­ar­bei­ter des Turm-Teams – dass der Auf­zug kurz­zei­tig ein Falsch­si­gnal ange­zeigt habe. Klein weist das strikt von sich. Das sei  nicht kor­rekt.

Auch, dass er sich um den Wei­ter­be­trieb des Auf­zugs per­sön­lich geküm­mert habe, weist Klein als unrich­tig zurück. Er habe nur genau eine Auf­zugs­fahrt mit­ge­macht, bei der alles in Ord­nung gewe­sen sei. „Es gab kei­ner­lei Pro­ble­me”, so der Turm­ma­na­ger. Nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ hat er den Auf­zug qua­si von Hand von der Aus­sichts­platt­form auf Ebe­ne zwei gesteu­ert, von dort hät­ten etwa zehn Per­so­nen die Trep­pen neh­men müs­sen.

UPDATE, 13.03.2018: Die­se Dar­stel­lung weist die Pres­se­stel­le von thyssenkrupp Eel­va­tor als „schlicht falsch” zurück. Die Stel­lung­nah­me im Wort­laut: „Der Auf­zug hat eine Jus­tier­fahrt durch­ge­führt, damit die Tech­nik sich neu sor­tiert, alle Sen­so­ren und Pro­gram­me rich­tig kon­fi­gu­riert sind – und vie­les mehr. Das ist Stan­dard für eine Anla­ge die­ser Art, kein Pro­blem. Die­se Jus­tier­fahrt führt der Auf­zug allein und auto­ma­tisch durch; eine Auf­zugs­füh­re­rin hat die zehn Gäs­te von der zwei­ten Eta­ge ins Erd­ge­schoss beglei­tet. Herr Klein befand sich zu die­sem Zeit­punkt eben­falls im Erd­ge­schoss; er ist schließ­lich mit dem Feu­er­wehr­auf­zug zurück auf die Aus­sichts­platt­form gefah­ren. Durch simp­les Betä­ti­gen des Tür-Zu-Knop­fes hat eine Sicher­heits­kraft den Pan­ora­ma­auf­zug nach erfolg­ter Jus­tie­rung wie­der zurück in den Betriebs­mo­dus ver­setzt. Die nächs­te Fahrt von Herrn Klein war eine Kon­troll­fahrt im Pan­ora­ma­auf­zug, bevor er eine Roll­stuhl­fah­re­rin von oben nach unten zum Aus­gang beglei­tet hat. Es gibt für ihn kei­ne tech­ni­sche Mög­lich­keit, den Pan­ora­ma­auf­zug hän­disch zu steu­ern, wie die NRWZ schreibt. Herr Klein hat die zehn Gäs­te auch nicht auf Ebe­ne 2 beglei­tet.”

Klei­ne Anek­do­te am Ran­de: Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß soll gegen 14 Uhr auf der Besu­cher­platt­form gewe­sen sein, als der Auf­zug ins Sto­cken gera­ten sei und Unru­he sich aus­ge­brei­tet habe. Wir haben ihn aller­dings tele­fo­nisch nicht erreicht.

Nach­trag: Omni­bus-Hau­ser hat an die­sem Tag auch sein „Fest der Rei­sen” gefei­ert. Daher ein gro­ßer Teil des Auf­triebs auf dem Ber­ner Feld.