Schramberger Innenstadt im Wandel: Warum immer mehr Läden schließen

Nach dem Wegzug von Brillenläden wächst die Sorge um die City – was Händler, Stadt und Kunden jetzt fordern

Autor / Quelle:
Lesezeit 3 Min.
Das vor vier Jahren eröffnete Geschäft ist seit Jahresende zu. Foto: him

Da waren‘s nur noch zwei. Im Jahr 2024 hat Brillen Lehmann die Stadt Richtung Hardt verlassen, nun hat „1-2-3-Brille“ seine Filiale im ehemaligen Reisebüro Bühler zum Jahresende geschlossen. Ein Zettel an der Ladentüre verkündet es. So verbleiben in der Talstadt nur die alteingesessene Firma Optik Fischer und der Filialist pro-Optik. Bei Getränken hingegen bekommt die Stadt Zuwachs – und die beiden künftigen Konkurrenten beharken sich schon mächtig.

Schramberg.  Brillen-Lehmann war im Frühjahr 2024 nach Hardt umgezogen, weil der neue Hausbesitzer für den Laden in der Hauptstraße die Miete drastisch erhöht hatte. Seither steht der Laden leer.

Reorganisation

1-2-3-Brille-Geschäftsführer Daniel van der Beesen: „Wir reorganisieren das Ganze und entscheiden dann, wie es weiter geht.“ Wie lange es dauern wird, bis über die Zukunft der Filiale entschieden werde, könne er nicht sagen. Aber der Mietvertrag bestehe fort, wie der Geschäftsführer der Kette auf Nachfrage der NRWZ betont. „Wir haben doch erst vor wenigen Tagen zu gemacht.“ Sein Familienunternehmen existiere seit bald 34 Jahren, es sei doch „nichts Spektakuläres passiert“, so van der Beesen.

Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei die Filialleiterin nach Rottweil in die dortige Filiale gewechselt. Eine andere Mitarbeiterin sei auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Ein weiterer junger Mitarbeiter „steht weiter auf meiner Lohnliste“, versichert van der Beesen.

Für die Kunden betont der Geschäftsführer des Familienunternehmens, ändere sich nur die Filiale. Die Kunden erhielten alle Leistungen in den übrigen sieben Filialen von 1-2-3 Brille. Und dazu einen Willkommens-Rabatt von 15 Prozent.

Rabattkrieg der Getränkemärkte

Rabatt passt. Unterdessen ist an der Bahnhofstraße ein neuer Getränkemarkt in die ehemalige Aldi-Filiale eingezogen. Eröffnet werden soll am Donnerstag. Mit einer Grillaktion, Kinderpunsch und Glühwein soll die Eröffnung gefeiert werden. Außerdem verspricht der neue Markt aus dem Edeka-Bereich in einem Werbeflyer „10 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment“.

Rabattschlacht tobt. Foto: him

Ein paar hundert Meter Richtung Schiltach steht seit Jahren ein anderer Getränkemarkt – und der gibt per Werbeflyer kontra: „Trink gut?“ steht da und die Antwort drunter: „Trink besser“ und es folgt der Marktname. Der bisherige Platzhirsch bietet denn auch „20 Prozent auf alles“ am Freitag und Samstag. Das kann ja heiter werden.