Zahlreiche Gäste (unter ihnen der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel, erste Reihe ganz links) freuten sich über die Eröffnung der neuen Waldakademie im Feriendorf Eckenhof. Fotos: him

SCHRAMBERG  – Eine statt­li­che Schar öko­lo­gisch Inter­es­sier­ter kam am Frei­tag­abend in das Fami­li­en­fe­ri­en­dort Ecken­hof in Sul­gen. Das Fami­li­en­er­ho­lungs­werk der Diö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart (FEW) eröff­ne­te die neue Wald­aka­de­mie.

Die­se neue Ein­rich­tung soll nicht in ers­ter Linie Wis­sen ver­mit­teln, son­dern „Gefüh­le anspre­chen“ und die Men­schen auf die­ser Ebe­ne moti­vie­ren, sich für den Wald ein­zu­set­zen, erläu­ter­te Tho­mas Hase, Vor­stand des Fami­li­en­er­ho­lungs­werks. Ent­ste­hen wird die Aka­de­mie im ehe­ma­li­gen Sau­na­häus­chen, das der Erbau­er der Vil­la, Hel­mut Jung­hans, in den 30er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts am Wald­rand sich bau­en ließ.

Net­tes Geschenk für die Gäs­te: Samen­bäll­chen.

Haus­herr Jas­per Scha­den­dorf und sei­ne Frau Gabi  begrüß­ten die Gäs­te, denen sie auch gleich ein pas­sen­des Geschenk anbo­ten: Klei­ne Samen­bäll­chen, die im Gar­ten zu einem bun­ten Blu­men­farb­klecks füh­ren, wie Scha­den­dorf ver­sprach.

Gabi und Jas­per Scha­den­dorf.

Den Wald ins Zentrum rücken

Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog nann­te das FEW und sein Feri­en­dorf ein „attrak­ti­ves Aus­hän­ge­schild“ für den Tou­ris­mus in Schram­berg. Die Lage direkt am Wald und mit herr­li­chem Blick über den Schwarz­wald sei ide­al, um eine Wald­aka­de­mie  an die­ser Stel­le zu grün­den.

Der Wald hat vie­le Gesich­ter“, so Her­zog. Er sei Natur­raum wie Res­sour­ce, Kli­ma­schüt­zer und Refu­gi­um, bie­te Arbeit und Erho­lung. Die neue Wald­aka­de­mie wer­de den Wald in „sei­ner Bedeu­tung für Mensch, Natur und Umwelt ins Zen­trum der Auf­merk­sam­keit rücken“. Er dank­te dem FEW und der Fami­lie Scha­den­dorf für ihr Enga­ge­ment und wünsch­te  ein „stets gut besuch­tes Haus“.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog

Zur Aus­stel­lung „Wald­grün-Stadt­grün der Umwelt-Initia­ti­ve Zukunft Stadt & Natur erläu­ter­te Ste­fan Mey­er, Bot­schaf­ter der „Town & Coun­try Stif­tung“, die acht Stell­ta­feln böten die Gele­gen­heit, „sich mit die­sem für den Pla­ne­ten und sei­ne Bewoh­ner zen­tra­len Öko­sys­tem zu beschäf­ti­gen“.

Ste­fan Mey­er.

Die Stif­tung habe bereits meh­re­re hun­dert „PflanzenWelten“-Hochbeete und betreu­te Aqua­ri­en für Kitas und Hort­ein­rich­tun­gen über­ge­ben. Inter­es­sier­te Grund­schu­len oder Kitas dürf­ten sich ger­ne bei ihm mel­den. Die Wan­der­aus­stel­lung habe seit 2013 bereits an die  200.000 Besu­cher erreicht.

Sanierung steht noch an

Andre­as Hase, Vor­stand des FEW berich­te­te, dass das Sau­na­häus­chen zwar ent­kernt sei, der Aus­bau aber noch erfol­gen müs­se. Immer­hin 30.000 Euro brau­che man noch. Da das inhalt­li­che Kon­zept ste­he, wol­le man die Aka­de­mie nun schon eröff­nen. Hase erläu­ter­te die erd­ge­schicht­li­chen Grün­de, wes­halb  in Deutsch­land die Buche eigent­lich der bedeut­sams­te Baum wäre, wäre der Wald heu­te nicht im wesent­li­chen „vom Men­schen gemacht“: Die Buche habe die von Kel­ten und Ger­ma­nen gero­de­ten Flä­chen über­wach­sen. Erst spä­ter sei die aus dem Alpen­raum stam­men­de Fich­te als „Brot­baum der Forst­wirt­schaft“ über­all gepflanzt wor­den.

Tho­mas Hase.

In der neu­en Wald­aka­de­mie sol­len die Ziel­grup­pen – Kin­der- und Jugend­grup­pen, kirch­li­che Frei­zeit­grup­pen oder FSJ­ler-Grup­pen – nach dem päd­ago­gi­schen Kon­zept von Hein­rich Pes­ta­loz­zi ange­spro­chen wer­den: „Ler­nen mit Kopf, Herz und Hand.“ Die Besu­cher sol­len den Wald  füh­len, rie­chen, schme­cken. Stof­fe mit Holun­der­bee­ren fär­ben, Bogen bau­en, aus Buch­eckern und Eicheln Mehl mah­len. Hase: „Sie sol­len das Stau­nen wie­der ler­nen.“

Alleen in die Stadt

In sei­nem anschlie­ßen­den Fest­vor­trag hat Con­rad Amber für mehr Bäu­me in der Stadt gewor­ben.  Der „Visio­när aus Vor­arl­berg“  habe jah­re­lang Natur­pro­jek­te in Euro­pa erforscht und doku­men­tiert, die mit beein­dru­cken­den Bil­dern und über­zeu­gen­den Infor­ma­tio­nen vor­ge­stellt wer­den, hat­te Hase ihn vor­ge­stellt.

Con­rad Amber.

Amber mahn­te die Stadt­ver­wal­tun­gen und  ver­ant­wort­li­chen Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, für mehr Grün in den Städ­ten zu sor­gen. Das Abhol­zen von Büschen und Bäu­men ent­lang von Stra­ßen­rän­dern sei ein Feh­ler, der zum Arten­rück­gang und zur Luft­ver­schmut­zung bei­tra­ge. Sein Cre­do lau­te: „Alle­en in die Stadt oder ins Dorf.“ Wenn dabei ein paar Park­plät­ze zum Opfer fie­len, sei das völ­lig unwich­tig.

Info: Die Wald­aka­de­mie Schram­berg befin­det sich auf dem Gelän­de des Fami­li­en­fe­ri­en­dor­fes Ecken­hof in Sul­gen. Die Aus­stel­lung Wald­grün-Stadt­grün ist täg­lich außer sonn­tags zwi­schen 9 und 17 Uhr zu besich­ti­gen. Bei grö­ße­re Grup­pen und Schul­klas­sen wird um Reser­vie­rung gebe­ten.  Wald­aka­de­mie Schram­berg, c/o Fami­li­en­fe­ri­en­dorf Ecken­hof, Dr.-Helmut-Junghans-Straße 50, 78713 Schram­berg, Tel: 07422 – 560 10 40, E-Mail: schramberg.few@drs.de, www.familienerholungswerk.de.