„Man könnte denken, wir haben nur Müllthemen“, meinte Stadtrat Ralf Rückert leicht amüsiert am Ende der Ratssitzung. Unter „Bekanntgaben und Anregungen“ waren tatsächlich fast nur Informationen und Fragen rings ums Thema Müll aufgetaucht. Insbesondere der riesige Sperrmüllhaufen am Mühlegraben erregte die Gemüter.
Schramberg. Zunächst hatte Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann darüber informiert, dass der Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises die Altkleiderentsorgung im Kreis neu ausschreiben wolle. Deshalb habe der Kreis angefragt, ob die Altkleidercontainer bei der Grüngutsammelstelle an der Lauterbacher Straße aufgestellt werden könnten. Der Vorteil: Sie wären dann nur während der Grüngutannahme zugänglich.
Besorgt Euch einen Container!
Bei der Info war schon deutliches Grummeln auf Rückerts Richtung zu vernehmen, aber dazu später mehr. Zunächst erkundigte sich Susanne Andreae (SPD-Buntspecht) wegen des Sperrmüllhaufens am Mühlegraben. Das sei ja eindeutig eine Haushaltsauflösung, wofür die Sperrmüllsammlung nicht gedacht sei. „Wenn man so etwas sieht, sollte der Gemeindevollzugsdienst direkt zu den Leuten gehen und ihnen erklären, das wird nicht abgeholt, besorgt Euch einen Container!“
Fachbereichsleiter Matthias Rehfuss verwies auf die Zuständigkeit. Die liege beim Müll eben beim Kreis und nicht bei der Kommune. „Da dürfen wir eigentlich nicht tätig werden.“ Auch sei das Problem, dass häufig gar nicht zuzuordnen ist, wer da seinen Hausrat auf die Straße gestellt hat. Oft komme ja zu einem bescheidenen Haufen im Laufe der Zeit noch jede Menge anderer Hausrat dazu. „Die Berge wachsen stündlich.“
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr meinte, man wisse zwar, wer den Sperrmüll angemeldet habe. Eigentlich sei am Donnerstag der Abholtermin gewesen. Stadtsprecher Hannes Herrmann berichtete, er sei mit dem Landratsamt am Abend im Kontakt gewesen, könne aber auch nicht sagen, weshalb der Haufen immer noch dort liege.
Wenns gefährlich wird
Jürgen Reuter (Aktive Stadtrat und Polizeibeamter a.D.) wies Rehfuss darauf hin, dass die städtische Straßenverkehrsbehörde sehr wohl zuständig sei. Nämlich dann, wenn verbotenerweise Gegenstände auf dem Gehweg das Passieren erschweren oder sogar gefährlich werden lassen.
Solche gefährlichen Situationen hatte Freie/Neue Liste Stadtrat und Fahrschullehrer Ralf Kopp beobachtet. Auch am Brestenberg sei ein Gehweg vollgestellt. Da müsse sich die Stadt „schnellstmöglich“ drum kümmern.
Ein weiteres Müllthema brachte Sabine Haas (CDU) auf den Ratstisch. Ein großer Container stünde schon seit Monaten vor der Berneckschule an der Schillerstraße. Sie wollte wissen, weshalb und wie lange noch. Der Stadtrat und Lehrer an der Berneckschule Stefan Grimm wusste Bescheid: Im letzten Jahr seien Klassenzimmer ausgeräumt worden. Im März folgten zwei weitere. Weil das Hin- und Hertransportieren des Containers teuer sei, habe man ihn stehen lassen.
Freie/Neue Liste will Wertstoffhof
Endlich konnte Rückert sein Anliegen loswerden: Seine Fraktion werde beantragen, dass in Schramberg ein Wertstoffhof eingerichtet wird. Das mit den Kleidercontainern an der Lauterbacher Straße halte er für falsch: „Wir haben kein attraktives Erscheinungsbild am Eingang in die Stadt“, klagte er. Mit einem Wertstoffhof hätte man eine „ordentliche Lösung“.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erinnerte an die Pläne, eine solchen Wertstoffhof im neuen Gewerbegebiet Madenwald einzurichten. Nun habe der Kreis in Oberndorf ein „Pilotprojekt“ gestartet und wolle in den nächsten anderthalb Jahren das erproben.
Auf dem Heimweg nach der Sitzung lag der Haufen beim Mühlegraben noch. Und auch am Freitagfrüh.




