Foto: Peter Arnegger

Nach­dem Was­ser­mas­sen zunächst den ört­li­chen Eich­bach in Ten­nen­bronn (Kreis Rott­weil), dann die Stra­ßen und schließ­lich einen Gal­va­nik­be­trieb dort geflu­tet haben, kam es zu einem Groß­ein­satz der Feu­er­wehr. Das Video zeigt, wie der Eich­bach auf das Gelän­de eines Spritz­guss­be­trie­bes (rechts) und  der Gal­va­nik­fir­ma (links) strömt.

Ten­nen­bronn am Nach­mit­tag, wäh­rend des Unwet­ters:

Fotos: Lutz Stro­bel

Der Gal­va­nik­be­trieb in der Orts­mit­te von Ten­nen­bronn, einem Teil­ort von Schram­berg, ist eva­ku­iert wor­den. Sämt­li­che Mit­ar­bei­ter muss­ten ihn ver­las­sen. Gegen 19.20 Uhr dann Ent­war­nung: Stadt­brand­meis­ter Wer­ner Storz: „Wir haben Glück gehabt, defi­ni­tiv kei­ne Gefahr.”

Die Feu­er­wehr ist mit einem Groß­auf­ge­bot am Ein­satz­ort. Auch ange­rückt ist der Gefahr­gut­zug des Land­krei­ses, der bei der Feu­er­wehr Rott­weil sta­tio­niert ist. Aktu­ell lau­fen Unter­su­chun­gen, ob das in den Betrieb geflos­se­ne Was­ser ver­un­rei­nigt ist.

Der ört­li­che Bach hat­te, wie die Bil­der des Orts­vor­ste­hers zei­gen, die Was­ser­mas­sen, die bin­nen Minu­ten auf Ten­nen­bronn her­nie­der gegan­gen sind,  nicht mehr auf­neh­men kön­nen. Betrof­fen ist auch ein zwei­tes Gebäu­de am Eich­bach. Gegen 16.30 sah es am Eich­bach so aus:

Fotos: him

Neben Kreis­brand­meis­ter Mario Rumpf ist Rott­weils Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler vor Ort. Die Ein­satz­lei­tung hat sein Kol­le­ge Wer­ner Storz, Kom­man­dant der Schram­ber­ger Wehr.

Eben­falls am Unglücks­ort sind Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Ten­nen­bronns Orts­vor­ste­her Lutz Stro­bel.

Fotos: Peter Arn­eg­ger

Die Feu­er­wehr­leu­te hat­ten zunächst begon­nen, die Fir­ma TSG (Tech­ni­scher Spritz­guss) vom  hin­ein­ge­lau­fe­nen Was­ser zu befrei­en. In der Pro­duk­ti­on stau­te sich das Was­ser, in den Kel­ler­räu­men war alles vol­ler Was­ser. „In fünf Minu­ten war alles voll“, so ein Mit­ar­bei­ter. „Wir haben noch ver­sucht, alles hoch zu brin­gen“. Mit Säcken mit Roh­kunst­stoff errich­te­ten die Mit­ar­bei­ter Was­ser­sper­ren. „So etwas haben ich zum letz­ten Mal 2003 an der Elbe erlebt“, mein­te eine Kol­le­gin.

Fotos: him

Im benach­bar­ten Gal­va­nik­be­trieb sind der­zeit Betriebs­fe­ri­en. Des­halb hat­te die Feu­er­wehr zunächst Schwie­rig­kei­ten, hin­ein zu gelan­gen.

Auch dort war im Erd­ge­schoss Was­ser ein­ge­drun­gen. Weil auch im Kel­ler Was­ser sein könn­te und wegen der Che­mi­ka­li­en, die in einer Gal­va­nik gela­gert wer­den, hat Stadt­brand­meis­ter Storz die Fach­leu­te aus Rott­weil und Schram­berg ange­for­dert.

Das Eichbachtal überschwemmt

Auch im Eich­bach­tal war der Bach inner­halb kür­zes­ter Zeit  zu einem Strom von 20 Meter brei­te ange­schwol­len, so Stadt­rat und Feu­er­wehr­mann Oskar Rapp: „Der Kel­ler in der Eich­bach­müh­le war bis 1.80 Meter vol­ler Was­ser.“ 

Aus den  klei­nen Sei­ten­tä­lern ström­te Geröll und Sand über die Wie­sen. Das Was­ser stau­te sich an den Durch­läs­sen meter­hoch auf.

Galvanik: Keine Gefahr

Unter­des­sen hat­ten die Spe­zia­lis­ten  aus Rott­weil in Spe­zi­al­an­zü­gen im Kel­ler der Gal­va­nik Was­ser­pro­ben ent­nom­men und die vor Ort ana­ly­siert.  Stadt­brand­meis­ter Storz ver­si­cher­te, man sei vom „worst case“, dem schlimms­ten Fall, aus­ge­gan­gen.

Fotos: him

Der Eigen­tü­mer des Gal­va­nik­be­triebs, der im Urlaub sei, sei sehr koope­ra­tiv gewe­sen. Die Mes­sun­gen des Gefahr­gut­zu­ges und des ABC-Zuges hät­ten erge­ben, dass das Was­ser im Kel­ler zwar  kon­ta­mi­niert sei. Aber nicht gefähr­lich. Des­halb wer­den die Mit­ar­bei­ter des Betrie­bes es wie üblich ent­sor­gen.

Nach­dem Storz auch OB Her­zog und Orts­vor­ste­her Stro­bel  infor­miert hat­te, konn­ten auch die vor­sorg­lich aus dem Spritz­guss-Betrieb eva­ku­ier­ten Mit­ar­bei­ter an ihre Arbeits­plät­ze zurück­keh­ren.    him