Als Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann seinen Haushaltsplan für 2026 vorlegte, war das im Verwaltungsausschuss eigentlich „business as usual“. Die üblichen Zahlen zum geplanten Geschäftsjahr. Nur als Heinzelmann erklärte, in den kommenden Jahren werde die Stadt wohl zehn Millionen Euro in den städtischen Gewerbepark stecken müssen, stockte den Ausschussmitgliedern der Atem.
Schramberg. „Die Gebäude werden nicht besser“, begründete Heinzelmann seine Ankündigung. Die Heizungen, der Brandschutz in den um die 100 Jahre alten ehemaligen Fabrikgebäuden der Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik an der Oberndorfer Straße machten ihm Sorge. Er schätzte, es werde zehn Millionen Euro kosten, um die Gebäude zu erhalten.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr hatte die Sitzungsleitung an ihre Stellvertreterin Barbara Kunst abgegeben, weil sie bei einem Auswärtstermin war. Inzwischen zurückgekehrt, hatte sie am Ratstisch Platz genommen und sich zu Wort gemeldet: „Zehn Millionen Euro sind ein Wort“, meinte sie und versprach, der Rat werde sich die Zahlen „noch in Ruhe anschauen und schauen, was wie viel kostet“. Man möge sich keine Sorgen machen, die Verwaltung werde das noch ausführlich thematisieren.
Sanierungsstau ernst nehmen
Auf Nachfrage der NRWZ hat Eisenlohr betont, Heinzelmann werde dem Rat eine genaue Auflistung der Maßnahmen vorlegen. Dann könne man entscheiden, was unbedingt erforderlich sei. Der Wirtschaftsförderer habe auch in der Vergangenheit schon auf den Sanierungsstau bei der H.A.U. hingewiesen.
Das sei „aber nicht so richtig wahrgenommen worden“, so Eisenlohr. Deshalb habe er das Thema im Rahmen seiner Wirtschaftsplanvorlage angesprochen. Außerdem habe der Gewerbepark bislang immer einen Überschuss erwirtschaftet, deshalb müsse man auch an Investitionen in diesem Bereich denken.



