Rausteinsportplatz: Verwirrung um Container und Garagen

Sportgeräte waren schon vor 2017 vergammelt

Autor / Quelle: Martin Himmelheber (him)
Lesezeit 7 Min.
Der Rausteinsportplatz mit den drei Containern, der neuen Schießhalle und den Garagen (ganz rechts) Foto: him

In der letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel hat Gemeinderat Ralf Rückert schwere Vorwürfe gegenüber der Stadt erhoben. In einem Container auf dem Rausteinsportplatz vergammelten Sportgeräte. Der Grund: Die Stadt habe seit sieben Jahren den Bau von zwei Garagen am Rausteinsportplatz behindert. (Wir haben berichtet.) Nun hat sich die Schützengesellschaft gemeldet und stellt die Sache etwas anders dar.

Schramberg. Thomas Braun, Erster Schützenmeister der Schützengesellschaft Schramberg, hat sich die Mühe gemacht und für die NRWZ eine chronologische Darstellung der Geschichte um Garagen, Lagerstätten und Container aufgeschrieben, die wir zusammenfassen.

Baugenehmigung für Schießhalle als Ausgangspunkt

Anfang 2017 erhielt die Schützengesellschaft Schramberg 1560 die langersehnte Baugenehmigung für die Schießhalle im Raustein. „Dazu notwendig war der Abriss des Lagerschuppens“, so Braun. Diesen Schuppen hatten der Bauhof, die Leichtathleten der SG Schramberg und zu einem kleinen Teil die Schützen selbst genutzt.

Der Sportplatz im Sommer 2016 mit den Lagerschuppen. Archiv-Foto: him

Die Schützen erhielten mit der Baugenehmigung die Auflage, binnen drei Jahren auf ihre Kosten Ersatzräumlichkeiten in Form von zwei Fertiggaragen zu errichten.

2017: Zukunft des Rausteinsportplatzes ungewiss

Die Genehmigung der Garagen hatte die Stadt damals aber noch nicht erteilt, „sondern bewusst als nachgelagerte Ersatzbauweise geplant“. Der Grund: 2017 diskutierte man, ob man den Rausteinsportplatz nicht ganz „abschaffen“ sollte. Dann wären die Garagen überflüssig gewesen. „Soweit kam es aber Gott sei Dank nicht“, wie Braun feststellt.

Der Gemeinderat besichtigte im März 2017 den Rausteinsportplatz,. Archiv-Foto: him

Als Übergangslösung stellten die Schützen drei Überseecontainer auf, zwei für Stadt und Leichtathleten, einer für die eigenen Gerätschaften. Das sollte bis 2020 dauern. Die Schützen haben ihren Teil der Vereinbarung also umgesetzt.

Zwei Fertiggaragen als Ersatz

„Am 12. Juli 2019 um 18 Uhr hatten wir mit Frau Gwosch und Ralf Rückert (Stadtverband Sport) ein Ortsgespräch auf dem Waldsportplatz – wie es weitergehen sollte“, erinnert sich Braun. Die Schützengesellschaft habe der zuständigen Fachbereichsleiterin und Rückert das Konzept mit den beiden Fertiggaragen vorgestellt. Jeweils eine Garage wollten die Schützen links und rechts neben bereits vorhandenen städtischen Bestandsgaragen hinter der Aschenbahn aufstellen.

Bauarbeiten an der neuen Schießhalle im September 2017. Archiv-Foto: him

Und dann kam Corona

Vereinsintern haben die Schützen im September 2019 vereinbart, für die Stadt Baupläne der beiden Fertiggaragen zu erstellen, „obwohl wir nicht der Bauherr sind, da der Baugrund ein städtischer Grund ist“.  Vorstandsmitglied und Bauingenieur Thomas Lörcher sollte einen Plan entwerfen. „Und dann kam Corona!“

In dieser Zeit hätten sowohl die Schützen als auch die Stadt sämtliche Aktivitäten in Sachen Garagen ruhen lassen. „Es war ja auch in allen Belangen eine extrem schwierige Zeit“, wie Braun erinnert.

Aus Garagen werden Lagerräume

Anfang 2023 kam der damalige Abteilungsleiter Hochbau Andreas Krause auf Braun zu und bat die Schützen, ein Baugesuch für die beiden Garagen zu erstellen und bei der Stadt Schramberg einzureichen.

Dies war bis dahin noch nicht geschehen, die Schützen hatten das Thema aus den Augen verloren. „In der Post-Coronazeit musste sich ja jeder wieder finden, manche Strukturen und Gewohnheiten hatten sich geändert.“ Im Frühjahr 2023 begannen die Schützen wieder am Projekt zu arbeiten, auch mit Unterstützung der Stadtverwaltung. „Im Spätherbst 2023 reichten wir das Baugesuch über die beiden Garagen bei der Stadt Schramberg ein.“ Dies habe er im Dezember 2023 Ralf Rückert bei der Verleihung der Sportabzeichen voller Freude berichtet, so Braun.

Im Frühjahr 2024 informierte Andreas Krause die Schützen, dass der Vorgang in Bearbeitung ist. Krause meldete sich im Juli 2024 erneut bei den Schützen, es müsse am Baugesuch etwas geändert werden. Statt Garagen müsse es wohl aus rechtlichen Gründen „Lagerräume“ heißen. Bauingenieur Thomas Lörcher änderte daraufhin das Baugesuch. „Bis Ende 2024 hörten wir dann von der Stadt Schramberg nichts mehr.

Zwei Bauanträge sind einer zu viel

Am 11.Juli 2025 habe ein Mitarbeiter der Abteilung Hochbau ihn angerufen und gefordert, die Schützengesellschaft Schramberg solle ihren Bauantrag zurückziehen, so Braun. Es waren bei der Stadt Schramberg zwischenzeitlich zwei Bauanträge zur „Erweiterung der Lagerflächen“ eingegangen. Einmal der Antrag der Schützengesellschaft Schramberg, zum anderen ein Antrag der Stadt Schramberg an die Stadt Schramberg. Die Schützengesellschaft sollte ihren Bauantrag zurückzuziehen, „da der Bauherr die Stadt Schramberg und nicht die Schützengesellschaft Schramberg 1560 ist.“

Braun erinnert daran, dass die Schützen schon 2017 und 2019 die Stadt auf den Umstand hingewiesen hätten, dass das Grundstück der Stadt gehört. „Aber es half ja nichts!“

Baugenehmigung fast fertig

Die Schützen taten wie geheißen, zogen den Antrag zurück, und im Laufe des Herbstes bearbeitete das Baurechtsamt den städtischen Antrag. Am 16. Dezember, also nach der Ratssitzung habe die Stadtverwaltung ihm mitgeteilt, „dass der Bauantrag im Baurechtsamt sich in der Endphase befindet und wir Ende KW04/26 eine Rückmeldung erhalten werden“.

Zu den beiden Garagen, ähm Lagerräumen, rechts werden in diesem Frühjahr zwei Lagerräume hinzugestellt. Foto: him

„Auf der Zielgeraden“

Als Fazit spricht Braun von einer „schweren Zangengeburt“. Aber nun befinde man sich auf der Zielgeraden.

„Wir, die Schützengesellschaft Schramberg 1560, wollen die ‚Lagerräume‘ zeitnah im Frühjahr 2026 errichten und die Seefrachtcontainer entfernen“, schreibt Braun. Er finde, dass die Schützen von der Stadt Schramberg durchaus gut betreut und informiert würden. Sicherlich habe es „ein paar unglückliche Umstände und Unklarheiten“ im Lauf der Zeit gegeben, die beseitigt wurden.

Eine Bemerkung kann sich der erste Schützenmeister mit Blick auf die Sportskollegen aber nicht verkneifen: „Die Sportgeräte, Medizinbälle, Kugeln zum Kugelstoßen waren im Übrigen bereits 2017 bei der Auslagerung vom Holzschuppen in den Seefrachtcontainer total vergammelt.“ Nicht die Einlagerung in den Seefrachtcontainer hätten den Zustand herbeigeführt, „sondern der Zahn der Zeit“.

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