Stadt will Spielgelände an der Höflestraße aufwerten

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Eine mehr oder weniger grüne Rasenfläche, ein Maschendrahtzaun ringsum, zwei Streetballkörbe links und rechts – das ist der „Streetballplatz“ im Höfle. „Nicht gerade sehr attraktiv für uns“, fanden 20 Kinder und Jugendliche und schrieben Ende des Jahres 2019 einen Brief an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. In einer Vorlage für den Gemeinderat schlägt Julia Merz vom JUKS nun eine umfangreiche Änderung dort vor.

Die Briefeschreiber fänden es doof, dass dort nur ein Ball in Körbe geworfen werden darf und nicht in Tore geschossen werden kann. Die Kinder schrieben, „dass es in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnorte keinen Platz zum Fußball spielen gibt und sie deshalb auf die Straße ausweichen müssen“. Gerne würden sie auf dem Gelände auch kicken.

Dass die Kinder Recht haben, bestätigt Merz in ihrer Vorlage: „Das Spielgelände Höfle ist der einzige Platz in der Nordstadt, auf dem Ballspielen topographisch grundsätzlich möglich ist.“ Es wohnten auch viele jungen Familien im Gebiet Rochus-Merz-Straße, Höflestraße, Sattelecke, Schilteckstraße, Schiltachstraße und Hammergraben.

Schild am Eingang

Der  nächste Bolz- und Ballspielplatz wird mit dem Neubau des Don Bosco-Kindergartens am GvB-Areal verschwinden und eine ortsnahe Alternative ist noch nicht gefunden.

Workshop mit Kindern, Gespräche mit Anwohnern

Das JUKS³ habe sich mit dem Thema befasst und mit den Anliegern und den Kindern geredet. Die unmittelbaren Anwohner des Geländes habe die Stadt im Februar eingeladen und die Situation erörtert. Mit einem weiteren Anwohner habe man telefoniert. Die Anwohner beklagten vor allem den Lärm in der Vergangenheit und dass die Bälle über den Zaun flogen, wenn dort Fußball gespielt wurde.

Auch hätten die Jugendlichen sich nicht an die Zeiten gehalten und jede Menge Müll hinterlassen. Gegen einen Spielplatz hatte die Anwohner nichts, einen Kickplatz aber haben sie anfangs abgelehnt, berichtet Merz in der Vorlage.

An einem Mitmach-Treff im März nahmen zwölf Kinder teil und diskutierten über die Situation vor Ort. Die Kinder hätten auch Verständnis für die Belange der Anwohner gehabt. Eines der Kinder habe vorgeschlagen, das Spielfeld so zu verschieben, dass die Anwohner weniger gestört werden.

Auf der Idee dieses Kind aus dem Workshop basiert nun der Verwaltungsvorschlag, den Platz etwas zu verkleinern und die Tore anders zu platzieren. Ein Anwohner habe bei einem weiteren Gespräch die Verkleinerung des Platzes und die Änderung der Spielrichtung „positiv aufgenommen“, heißt es in der Vorlage.

Vorschlag eines Kindes wird umgesetzt

Nun soll die aktuell quadratische Gesamtfläche des Platzes in eine rechteckige Form in Ost-West-Richtung umgewandelt und mit einem grobmaschigen Edelstahlnetz mit vier Meter Höhe versehen werden, damit nicht mehr so viele Bälle in Nachbars Garten landen. Statt der Streetballkörbe kämen zwei kleine Tore fest verbaut auf den Platz und eine Sitzbank und ein Mülleimer würden angebracht.

So soll der neue Platz gestaltet werden: Grafik: Stadt

 

Außerdem werde der Bauhof das Spielgelände regelmäßig mähen und der Gemeindevollzugsdienst zur Kontrolle vorbeikommen. Auch einen Fahrradständer und ein paar zusätzliche Spielgeräte für Kleinkinder haben die Kinder sich gewünscht und sollen nun angeschafft werden.

Insgesamt 29.000 Euro werde das Projekt kosten und soll im Haushalt 2021 eingeplant werden. Die Stadt möchte möglichst rasch die Ideen umsetzen, denn „das positive Erleben politischer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hängt maßgeblich vom wahrnehmbaren ‘Erfolg‘ der Beteiligung ab“, schreibt Merz. Es sei wichtig, dass die Kinder „ihr“ Spielgelände sehen können.

Martin Himmelheber (him)
Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.