Links das Landesgartenschau-Gelände in Nagold 2012, rechts die Entwurfsskizze für einen „Wittumpark“ auf dem Sulgen. Grafik: pm

Schram­berg (pm/him) – Den posi­ti­ven Impuls­ge­ber „Zuschlag für eine Lan­des­gar­ten­schau“ gab es lei­der nicht für Schram­berg. Der Minis­ter­rat von Baden-Würt­tem­berg hat in sei­ner Diens­tags­sit­zung die Schram­ber­ger Bewer­bung nicht mit einem Ver­an­stal­tungs­jahr bedacht. Dies schreibt die Stadt Schram­berg in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Die ersehn­te Beloh­nung für das groß­ar­ti­ge Enga­ge­ment und die brei­te Begeis­te­rung in der Bevöl­ke­rung ist damit nicht erfolgt. Die drit­te Bewer­bung in Fol­ge war die für die wei­te­re städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung der Stadt wich­tigs­te Bewer­bung.

Die Ent­täu­schung ist des­halb natür­lich groß im Schram­ber­ger Rat­haus, da mit dem inte­gra­ti­ven städ­te­bau­li­chen Ansatz, mit der Revi­ta­li­sie­rung der Schiltach, mit Bür­ger­park, Hoch­was­ser­schutz und neu­er Mobi­li­tät gera­de die not­wen­di­ge gesamt­städ­ti­sche Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung auf­ge­zeigt wur­de, die mit dem Instru­ment Lan­des­gar­ten­schau heut­zu­ta­ge ver­bun­den wird.

Die Sum­me von posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen aus den Behör­den und die in Aus­sicht gestell­ten För­der­maß­nah­men geben der Stadt jedoch die Sicher­heit, dass die Zie­le rich­tig sind und nur das Tem­po ange­passt wer­den muss. Die mit der Bewer­bung erstell­te Rah­men­pla­nung fließt nun in den Stadt­um­bau 2030+ ein, der mit der Ent­schei­dung für den Schul­cam­pus ein Schlüs­sel­pro­jekt auf den Weg gebracht hat. In den Stadt­spa­zier­gän­gen zuletzt in Ten­nen­bronn und Wald­mös­sin­gen wur­de das Inter­es­se der Bevöl­ke­rung an einer stra­te­gi­schen und kon­zep­tio­nel­len Her­an­ge­hens­wei­se deut­lich.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog bedankt sich aus­drück­lich bei allen Unter­stüt­zern, den Schram­ber­ger Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, dem Gemein­de­rat und vor allem auch bei sei­nen enga­gier­ten Mit­ar­bei­tern der Ver­wal­tung für die­sen mit­rei­ßen­den Schwung der Schram­berg schon ein Stück lebens­wer­ter gemacht hat.

Enttäuschung groß – aber „wir machen weiter” – vielleicht klappt’s schon 2019 mit der weiteren Bewerbung?

In einer ers­ten Stel­lung­nah­me zur NRWZ mein­te Her­zog, er kön­ne sich die Ent­schei­dung nicht erklä­ren, „weil wir eine tol­le Bewer­bung abge­lie­fert haben”. Ande­rer­seits gehe es nun wei­ter: „Wir haben wäh­rend der gan­zen Bewer­bungs­zeit immer gesagt, die Bewer­bung ist der Start­schuss für das Stadt­ent­wick­lungs­pro­gramm 2030. Wir wer­den den Weg auch ohne Lan­dess­gar­ten­schau wei­ter gehen.”

Jetzt sei die Ent­täu­schung zwar groß, aber „Auf­ge­ben kommt für Schram­berg nicht in Fra­ge”. Es sei durch­aus mög­lich, dass die Stadt sich beim nächs­ten Mal wie­der bewirbt.

Auch unter den Stadt­rä­ten war als Stim­mung aus­zu­ma­chen: „Heu­te sind wir trau­rig und mor­gen packen wir es an.” Es sei „sehr unschön und trau­rig für alle, die sich super enga­giert haben“ meint etwa Bernd Rich­ter. Der feder­füh­ren­de Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager ver­si­chert: „Und es geht wei­ter mit viel Schwung, kei­ne Sor­ge.”

Oder wie ein Rat­haus­mit­ar­bei­ter, der statt Sekt­glä­sern  Kaf­fee­tas­sen in die Spül­ma­schi­ne ein­räum­te, sag­te: „Dann eben in fünf Jah­ren!”  

Solan­ge braucht Schram­berg gar nicht war­ten, denn: „Bereits 2019 wird eine wei­te­re Aus­schrei­bung für die Lan­des­gar­ten­schau­en und Gar­ten­schau­en für den Zeit­raum 2031 bis 2035 aus­ge­lobt wer­den”, heißt es in der Mit­tei­lung des Minis­te­ri­ums am Ende.